free archers

Bogenschießen => Technik & Training => Thema gestartet von: goldenarrow am 09.05.19, 22:50

Titel: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: goldenarrow am 09.05.19, 22:50
Hallo Leute,

wenn ich meine Gaps ausschieße, also wieviele Zentimeter ich auf 5, 10, 15m usw. drunter halten muß so klappt das dann für einige Zeit, aber es bleibt leider nicht konstant. Es muss eine Variable geben, die ich nicht berücksichtigt habe und damit meine ich aber nicht den schwankenden Auszug. Könnte es die Temperatur oder Luftfeuchtigkeit sein? Oder liegts daran dass ich meine Sehne immer 15 Umdrehungen eindrehen muss um auf die richtige Standhöhe zu kommen und dadurch meinen Nockpunkt verschiebe oder ists ganz was anderes???
Oder ist das ganz normal und geht jeden so je nach Tagesform?
LG Mike
Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: Mercenario am 09.05.19, 22:57
Gibt viele Variablen
Druckpunkt im Griff
Lösen
Auszugslänge
Bogenarm stehen lassen
Immer der gleiche Druck zum Ziel etc
GAP shooting oder jedes andere System macht erst richtig Sinn wenn die Form konstant ist und die Technik sitzt
Sonst äußert es sich so wie bei dir
Am Anfang passt es aber dann wenn die Kraft einwenig weg ist eben nicht mehr
Gruß Merc
Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: Absinth am 09.05.19, 23:35
Zitat von: goldenarrow am 09.05.19, 22:50...
Oder liegts daran dass ich meine Sehne immer 15 Umdrehungen eindrehen muss um auf die richtige Standhöhe zu kommen...


Klar, sicherlich auch eine der vielen möglichen Variablen... Aber mal ehrlich, was heißt denn "...immer 15 Umdrehungen..." und bitte, was benutzt du denn da für ein "Gummiband"?

Nur so am Rande, in einem anderen Thread haben wir erst kürzlich gelesen bzw. gelernt  ;-)  ...Erst die Sehne macht den Bogen oder so ähnlich...


BG. Absinth



Nachtrag:

Ich habe mal eben bei einem meiner Bögen, welcher deinem etwas nahe steht - 15 Umdrehungen der Sehne dazugegeben. Die Standhöhe erhöhte sich um 5/8 Zoll (1,5875 cm), immerhin.... Noch was, die Sehne ist immer noch die erste Sehne und hat in den Jahren einige Pfeile bewegt - aber die Standhöhe welche sie erzeugt hat sie noch nie von selbst verlassen, fast unglaublich, ist aber so.

Ich würde die Variable der sich immer ändernden Standhöhe als erste bearbeiten.
Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: Sabiji am 10.05.19, 09:57
Ich habe das schon mal in irgendeinen Fred geschrieben, dass ohne Intuition selbst der beste Systemer nicht auskommt. Tagesform, Temperatur, Wetter, Klamotten, Stand usw. waren alles Umstände, die ich beim gappen berücksichtigt habe. Wobei ich mittlerweile, wenn überhaupt noch, ich nur noch ab etwa 45 Meter bis Nullpunkt gappe. Darunter rein intuitiv.
Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: goldenarrow am 10.05.19, 13:45
Danke für eure Antworten,

Mercenario, an meiner Technik liegts nicht, den die Gruppierung mehrer Pfeile ist gut.

Daß mir nach 1 Stunde schießen irgendwann der Saft ausgeht der Auszug kürzer wird und die Pfeile dann tiefer gehen ist eh klar, aber auch das ist nicht was ich meine.

Es muß etwas am Bogen sein was sich verändert, mal hab ich zum Bsp auf 5m 14cm Gap, eine Woche später sinds auf 5m 17cm.
Ich tippe auf die Sehne oder auf die Federn.

LG Mike
Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: Sabiji am 10.05.19, 13:53
Ich staune! Wo hast du denn Dein Nullpunkt?
Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: Achtbaeren am 10.05.19, 14:56
Hallo Mike,

Schiesst du lange Pfeile d.h. stehen sie 1 - 2 Zoll über den Bogen raus ?
Schiesst du mediterran oder 3 under ?

Sonnige Grüße
Micha
Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: rabu am 10.05.19, 15:20
Zitat von: goldenarrow am 10.05.19, 13:45......
Es muß etwas am Bogen sein was sich verändert, mal hab ich zum Bsp auf 5m 14cm Gap, eine Woche später sinds auf 5m 17cm.
Ich tippe auf die Sehne oder auf die Federn.

LG Mike

Mess doch mal vor und nach jedem schiessen die Standhöhe!

Bei mir bewegt sich da gar nichts, wenn du allersdings eine Dacron Sehne oder eine schlecht gemachte Sehne schiesst kann das anders sein.

Ich tippe allerdings eher auf den Faktor Mensch der sich verändert.

Wenn du den Unterschied von 14 auf 17 cm Gap merkst, schiesst du denn auch konstant 3cm Streukreis?



Gruß
Ralf
Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: Mercenario am 10.05.19, 16:17
ZitatIch tippe allerdings eher auf den Faktor Mensch der sich verändert.

Wenn du den Unterschied von 14 auf 17 cm Gap merkst, schiesst du denn auch konstant 3cm Streukreis?



Gruß
Ralf

Wäre jetzt auch meine Frage gewesen
Wie lange schießt du denn schon das du sagst es könne
Daran nicht liegen
Gruß Merc

Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: goldenarrow am 10.05.19, 19:08
Also, Nullpunkt liegt bei 36m, habe 45# auf den Fingern und schieße 3under. Pfeile sind ca. halbes Zoll zu lang. Wenn sich die Gaps ändern merk ich das. Schieße seit einem Jahr recht viel 3D und seit einer Woche auch auf Scheiben von 5,10,15,.....,50m Abstand.
LG Mike
Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: rabu am 10.05.19, 20:20
Wie gesagt:
Zitat von: rabu am 10.05.19, 15:20Mess doch mal vor und nach jedem schiessen die Standhöhe!

Dann bist du schon mal schlauer was die Sehne angeht.

Gruß
Ralf
Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: goldenarrow am 10.05.19, 23:43
Auf die Standhöhe achte ich peinlichst genau, die beträgt immer genau 23,5cm.

Wenn sich die Gaps ändern ändert sich auch die Pfeilgeschwindigkeit. Ich messe ja gelegentlich mit dem Chrony nach.  Da hab ich an einem Tag bei einem Dutzend komplett gleichen Pfeilen eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 205fps und dadurch kleinere Gaps und an einem anderen Tag können es dann aber auch bis zu 10fps im Schnitt mehr sein und dadurch größere Gaps.
Bin schon gespannt woran das liegt. Werde sls erstes andere bessere Sehne verwenden, dann sehen wir weiter.
LG Mike
Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: Absinth am 11.05.19, 00:39
Zitat von: goldenarrow am 10.05.19, 23:43...
Werde sls erstes andere bessere Sehne verwenden, dann sehen wir weiter.
LG Mike


Magst du denn mal schreiben welche Sehne (Material, Machart, Stranganzahl...) du momentan in Gebrauch hast und welche Sehne (...) es denn in Zukunft wird?


Beste Grüße,
Absinth
Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: rabu am 11.05.19, 11:43
Ich tippe immer noch auf den Faktor Mensch.

Vieleicht hast du an manchen Tagen einfach 2 cm weniger Auszug (wegen muskulärer Verspannung oder warum auch immer)

Ein Kollege der doch gut kennt und dann mal schaut wäre hilfreich

Gruß
Ralf
Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: goldenarrow am 11.05.19, 22:41
@ Absinth: Das Sehnenmaterial ist Fastflight Flämischer Spleiß mit 16 Strang.
Das zukünftige ist Dacron endlos mit 16 Strang. Schon getestet geht um ca. 10fps schneller. Wollte aber nicht mitten in der Turniersaison wechseln.
@rabu: Werde mir einen Klicker besorgen.
Dann werden wir ja sehen woran es nun liegt.
CS Mike

Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: rabu am 11.05.19, 23:40
Dacron 10 fp/s schneller als ff?
Im Leben nicht!
Probier's aus aber das wird nichts.
Da hat jemand (vielleicht der Verkäufer) was verwechselt.

Gruß
Ralf
Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: goldenarrow am 12.05.19, 00:12
Kann schon sein das ich mich irre. Hier ein Foto vom neuen Material. Bei den Sehnen hab ich noch zu wenig Ahnung, habe mich damit noch nicht wirklich auseinder gesetzt.
Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: Corax am 12.05.19, 00:55
Das ist kein Dacron.
Dacron ist B-50 (Polyerstergarn). D-74 ist ein Dyneema-Garn mit fast der dreifachen Belastbarkeit, im Vergleich zu B-50.
Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: AST am 12.05.19, 16:05
hier  https://www.free-archers.de/index.php/topic,39995.0.html
gibt es eine sehr gute Übersicht über Sehnengarne.

Da sieht man auch das D75 aus Dyneema Sk75 besteht und Fast Flite+ ebenfalls aus Dyneema Sk 75 besteht.
Beide Garne wurden bislang von Brownell vertrieben (da Brownell Gerüchten nach wohl den Vertrieb von Bogensehnengarnen einstellt).
Fast Flite war Dyneema SK65.
Die Unterschiede basieren also wahrscheinlich auf der unterschiedlichen Machart der Sehne (Flämisch versus endlos)

Wenn sich bei einer Sehne aus Dyneema ständig die Standhöhe verändert, muss irgendwas mit der Sehne oder dem Umgang damit nicht stimmen - ist meine Meinung dazu.
Auch finde ich eine Standhöhe von 9,25" ziemlich hoch, dass ist allerdings individuell. Wenn man allerdings auf Geschwindigkeit aus ist, dann ist man mit weniger Standhöhe eher am Ziel...

Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: Absinth am 13.05.19, 22:55
@goldenarrow: Mir ist durchaus bekannt, dass Sehnen mittels eines Sehnenbrettes und gar auch ohne, selbst gezwirnt werden können und trotzdem - hier mal, basierend auf eigene Erfahrung, meine Empfehlung für eine Sehne von der Stange, welche deinem Bogen fehlt  ;-)  ...

https://www.winnerschoicestrings.com/string-builder/step-1


Die Vermutungen, dass es dann noch an der Sehne liegen könnte fallen dann aber weg bzw. hast du dann, diesbezüglich, tatsächlich den Kopf frei.

In D kenne ich eigentlich nur einen Händler der diese Sehnen für Recurve im Programm hat, für den Compoundbedarf findet man mehere und für AT weiß ich es nicht, einfach mal recherchieren.

Achja und lass dich bitte nicht vom Namen dieses Sehenherstellers in die Irre führen...  ;-)


Beste Grüße,
Absinth
Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: goldenarrow am 14.05.19, 13:20
Dank euch!

@ AST: Die Übersicht werde ich mir in Ruhe ansehen, danke fürs zeigen. Die große Standhöhe habe ich erstens weil ich mir dann sicher bin mir die Sehne nicht auf den Arrm zu knallen und zweitens weils ein 70" langer Bogen ist.
@Absinth: Die von Dir empfohlene Sehne werde ich ausprobieren. Durch das regnerische windige Wetter komm ich halt nie ausreichend zum Testen und alle zwei Wochen ist wo ein Turnier, da hat man dann auch keine Zeit zum herumexperimentieren.Freizeitstreß😁

Liebe Grüße
Mike
Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: AST am 14.05.19, 13:31
Wenn dir die Sehne auf den Arm knallt, kann es auch an einer falschen Bogenarmhaltung liegen... ( kein Ausdrehen des Ellenbogens). Bei meinem längsten Bogen (ELB 72") habe ich ne Standhöhe von nicht ganz 6" - aber ich bevorzuge auch geringe Standhöhen. 
Den Armschutz brauche ich eigentlich nur, damit die Jackenärmel nicht der Sehne im Weg sind. Mit T-shirt könnte ich den Armschutz auch weglassen, wobei er aus nostalgischen Gründen zum Ritual dazugehört
Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: OKOK-Klaus am 18.06.19, 11:10
Ich habe gerade einem Neuling einen Recurve erstmalig aufgespannt...

Was macht du nach dem Schießen mit der Sehne?
Nimmst du sie ganz runter vom Bogen?

Ich habe dem Neuling einen Karabiner empfohlen, dann kann sie sich auch
wenn schlecht gepflegt, nicht einfach aufdrehen.

evtl. liegt ja hier der Hund begraben.

Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: goldenarrow am 22.06.19, 15:00
Hallo Leute,

Sehne gewechselt, Problem beseitigt.
Jetzt alles konstant.
Nachdem die wichtigen Turniere jetzt vorbei sind (konnte den 3 Platz bei meinem ersten Sternturnier erreichen) hatte ich jetzt Zeit zum experimentieren und herumprobieren. Habe mir ein eigenes Blankbogentab angefertigt und hab innerhalb einer Woche jetzt entgültig den Wechsel von Gapshooting auf Stringwalking geschafft. Jippi😁

Titel: Re: Warum sind die Gaps nicht konstant?
Beitrag von: Landbub am 23.06.19, 13:18
Hatte gestern den gleichen Effekt. Erkannter Grund: Schiesse 3-under und beim Tab hat sich das untere Leder etwas nach oben verformt, so dass dieses den Pfeil berührte und die Finger ca 3 bis 4mm weiter unten waren. Dieses unabsichtliche Stringwalking macht auf 30m ca. 10 bis 20cm aus.