Ablassfehler

Begonnen von Bellideus, 25.05.09, 22:44

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Bellideus

Hallo,
wiedereinmal muss ich mich hilfesuchend an euch wenden.
Nach wie vor springen mir die Pfeile gelegentlich von der Sehne, mal gehts eine Stunde lang am Stück gut und dann passiert mir ein Leerschuss nach dem anderen. Da das weder für die Lebensdauer des Bogens noch grundsätzlich tragbar ist, ich mir jedoch nicht über einen Fehler im klaren bin, frage ich euch nach möglichen Fehlerquellen. Ein Vereinskollege hatte mich bereits für eine Weile beobachtet, jedoch lief dabei alles problemlos und er konnte auch keine Fehlhaltung meinerseits erkennen.

Zu den Umständen;
ich schieße mit Schießhandschuh;
habe nur eine Messingnock an die ich den Pfeil von unten anlege;
ich stütze den Pfeil mit dem Mittelfinger ab und ziehe mit mediterranem Griff;
die Kunststoffnock hält den Pfeil bei waagrechtem Bogen an der Sehne. und lässt ihn nach einem leichten Klopfen frei
Somit frage ich euch was zu ändern wäre bzw. worauf ich besonderes Augenmerk legen sollte. Vielen Dank im vorraus auf dass mir der Recurve nicht um die Ohren fliegt.

mfg
Axel

Netzwanze

Ich würde schätzen, dass Du den Pfeil mit den Fingern einklemmst und ihn somit im Auszug von der Sehne drückst.

Bau Dir mal eine zweite Nochpunktbegrenzung (testweise mit Heftpflaster).
Schieß danach erstmal ganz normal, bis das Problem wieder auftritt.
Nimm dann Zeige- und Mittelfinger weiter auseinander; klemme zur Not etwas dazwischen, damit sie zwangsweise nicht weiter zusammenkommen.

tj

Sehr schwer zu beurteilen, wenn man nicht danebensteht und zusieht.
Mutmasung: Finger zu stark am Pfeil und beim Aufziehen irgendwie versehentlich und unbemerkt ausgenockt?
lg
tj

P.S. Netzwanze war schneller, ich meine das gleiche
Es ist egal, wenn sie hinter Deinem Rücken reden. Wichtig ist, daß sie, sobald Du Dich rumdrehst, die Fresse halten!

Master Rabenstein

Unter Umständen klemmst Du die Nocke beim Auszug ein und "entnockst" den Pfeil wieder, was aufgrund des Schießhandschuhs und der Konzentration auf den Schußablauf nicht bemerkt wird. Setz einen zweiten Nockpunktbegrenzer, damit Du die Sicherheit hast, daß der Pfeil nicht rutscht, bzw. Du ihn stützen mußt. Dann achtest Du beim Sehnengriff darauf, den Pfeil wirklich nur leicht zu berühren und nicht zu führen. Vielleicht ist das Problem dann schon erledigt. Ein weitere Fehler könnte sein, daß Dein Ellenbogen zu hoch ist und Du dadurch den Pfeil entnockst, weil der Fingerwinkel ungünstig wird, wenn Du in den Vollauszug gehst.

Nimm jemanden mit, der das beobachtet, das ist die einfachste Lösung.

Gruß

MR

Bellideus

Vielen Dank für eure Ratschläge,

ich habe nun einen zweiten Nockpunktbegrenzer angebracht und einige Probeschüsse hinter mir.Hierbei habe ich eben darauf geachtet Zeige- sowie Mittelfinger ausreichend gespreizt zu halten.
Ich hatte leider nicht allzuviel Zeit, jedoch ist bei diesem Test kein weiteres Unglück passiert. Jedoch muss ich zugeben dass diese Fingerhaltung erstmal einiges an Mehr-Konzentration erfordert, und auch die Pfeile alles andere als präzise ins Ziel flogen. Aber ich denke dass das nach einer Eingewöhnungszeit kein Problem mehr darstellt.
Ich werde über den weiteren Erfolg berichten, bin aber auch für weitere Tipps dankbar

mfg Axel


tj

Der Apache Draw (Untergriff, 3under) wäre noch ne Möglichkeit.
Ist aber auch wieder mit ner längeren Umgewöhnungsphase verbunden.
Es ist egal, wenn sie hinter Deinem Rücken reden. Wichtig ist, daß sie, sobald Du Dich rumdrehst, die Fresse halten!

tecum-tha

Versuch mal den Pfeil oberhalb des Nockpunktes zu nocken, anstatt von unten.
Das kann helfen,wenn die Schiebebewegung vom Mittelfinger ausgeht.
Ansonsten auch mal ein Tab mit Fingertrenner versuchen...



Negley

Man kann den Pfeil ruhig ein bissl einklemmen mit den Fingern. Überhaupt bei Klemmnocken, die du wie ich annehme, verwendest, gibts das ja gar nicht, dass ein Pfeil runtergeht/fällt.
Man darf nicht soviel Nachdenken, Pfeil aufnocken, umgreifen, Finger an der Nocke (Fingertrenner ist was für Fita), ziehen und schießen, fertig... :tu: :tu:
Nicht einmal wenn man den Bogen mit Pfeil nach unten hält (seitlich), darf der Pfeil von der Auflage rutschen, fallen. Locker bleiben....

Überdies, würde ich dein Problem gar nicht als Ablassfehler bezeichnen....

bambus

Da ist etwas anderes daneben. Bei Klemmnocken sollte ein Leerschuß die absolute, extreme Ausnahme sein.

Versuch erst mal rauszubekommen, warum es passiert.... gar nicht eingenockt? Verrissen? Durch ne falsche Bewegung wieder runtergeschoben?

Wenn du es raushast, schieße mal als "Therapie" Pfeile mit ganz lockeren Nocken (nix Klemm...). das schult die Konzentration auf den ganzen Vorgang.

"Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben." George Bernard Shaw

Negley

Bellideus,

was machst du denn mit dem Zeigefinger der Bogenhand???   Dort kann ein Problem stecken, wenn man ev. den Pfeil zu spät auslässt mit dem Zeigefinger und noch ein Stück zu ziehen hat....uff, sehr kryptisch, meine Therorie. Ist mir aber zu dumm, denn solche Probleme sind nicht nötig :evil: :evil:

Bellideus

Du meinst dass ich irgendwie mit dem Zeigefinger den Pfeil abbremse beim Ausziehen?
Habe nun einmal testweise mit dem Zeigefinger touchiert und tatsächlich würde die Reibung reichen um ihn aus zu nocken. Sollte das bei mangelnder Konzentration wirklich passiert sein wäre es ja sehr leicht abzustellen.

Und als Ablassfehler hab ich es deshalb bezeichnet weil es nunmal zu dem Zeitpunkt passiert und ich den genauen Grund nicht kannte ;)
In jedem Fall werde ich meinen gesamten Ablauf von nun an bewusster warnehmen

Negley

Ist mir nur eingefallen, sonst kommt mir da nix in den Sinn.... :tu: :tu:

Hunter35

Hallo,
Zwei Fragen:
Was spricht eigendlich gegen einen Apache-Griff?
Was spricht dafür?
Dank für die Antworten!
Gruß
Helmut

indiaman

Dafür spricht auf alle Fälle, dass die Finger, gerade bei kurzen Bögen, den Pfeil nicht  klemmen können.
Ausserdem ist der Pfeil näher am Auge.

Dagegen spricht zumindest, dass viele Turnierveranstalter den Apachegriff mit Stringwalking gleichsetzen und man somit in der Gästeklasse o.ä. landet.

Stefan

tj

Hi Indiaman,
der Pfeil ist nicht unbedingt näher am Auge. Als ich noch mediterran schoß, war mein Ankerreferenzpunkt der Mittelfinger auf Mundwinkelhöhe. Jetzt, mit 3under isses der Zeigefinger auf gleicher Höhe.
Das heißt, der Pfeil ist im Verhältnis zum Auge auf gleicher Höhe wie vorher.
Ansonsten treffen die Vorteile, wie von Dir genannt, genau zu.
lg
tj
Es ist egal, wenn sie hinter Deinem Rücken reden. Wichtig ist, daß sie, sobald Du Dich rumdrehst, die Fresse halten!

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