"Schussbereich" beim intuitiven schiessen

Begonnen von rabu, 21.05.08, 10:31

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rabu

Hi Gemeinde,

ich hab mich jetzt mit Vordereggers DVD und Buch beschäftigt.
Er arbeitet mit dem "Schussbereich" also einem Bereich in dem die Pfeile von der Höhe her treffen, und hinter dem die Pfeil immer zu tief liegen.
Bei Zielen ausserhalb dieses Bereich konzentriert er sich dann beim intuitiven schiessen auf einen Punkt oberhalb des Kills.
Beispiel:
-Schussbereich"Rabu" ermittelt 35 m
-Ziel in 40 m
-Zielpunkt (Fokussierpunkt) ca. 60 cm ober dem Kill
Folge: Pfeil landet im Kill (oder auch nicht)

Meine Fragen dazu:

Macht ihr das alle so?
Verwirrt das nicht meine persönliche im Hirn abgespeicherte Entfernungstabelle?
Was habt ihr für Erfahrungen damit.

Ich hab das jetzt mal ausprobiert, bin mir aber nicht schlüssig ob das der richtige Weg ist.
Wenn ich z.B.: mehrere Passen auf das 40 m Ziel schiesse müßte mein Hirn doch dafür sorgen, dass die Pfeile immer höher in Richtung meines Fokussierpunktes wandern, oder?

Gruss
Ralf
Leben ist das, was abläuft während man etwas anderes plant.
James Patterson in "Alex Cross - Blood"

Negley

Rabu, das ist der klassische "Point Blank"-Punkt, den sollte man halt wissen, drüber oder drunter hält man ja dann sowieseo aus Erfahrungswerten unbewußt. Dieser Punkt gilt ja ohnehin NUR für eine Bogeb/Pfeil-Combo...

Karl-Heinz

ZitatBei Zielen ausserhalb dieses Bereich konzentriert er sich dann beim intuitiven schiessen auf einen Punkt oberhalb des Kills.

Das ist für mich schon "Zieltechnik" und nicht mehr intuitiv.

Gruß

K-H

Lützenkirchen

21.05.08, 10:55 #3 Last Edit: 21.05.08, 10:58 by luetzenkirchen
also, ich halte einfach drauf. und wenn mir mein gefühl sagt, dass der pfeil das ziel trifft ( lassen wir mal das kill aussen vor ) dann löse ich.
ergebnis je nach entfernung: 70:30 zugunsten des treffens.

ich schätze weder die entfernung noch habe ich sie im hirn gespeichert.

bei mir ist das reine gefühlssache.

und wahrscheinlich hast du - ralf - genau wegen deiner technik in herrenstrunden auch das clout getroffen
:whistle: :rolleyes: :whistle: :blink: :whistle: :rolleyes:
und ich nicht  *lachlaut

wie auf der vorderegger-dvd beschrieben, spielt sich alles vom ankern bis zum nachhalten bei mir unterbewusst ab.

grütze
luetzenkirchen
unterwegs mit einem Nergal von bow-ing.de
40# @30,5"

Trinitatis

Vorderegger ist ein Systemschütze wenn ich das richtig erkannt habe.

Er hält in seinem Persöhnlichen Schussbereich was bei seinem 60 # Bogen in etwa bei 30 bis 35 meter ligt einfach ins Ziel hinein, da der Pfeil auf diese Entfernung eine flache Flugbahn hat.

Kommt er aus diesem Schussbereich herauß, also ist die Entfernung weiter, dann hält er auf einen Punkt der sich so und so weit überhalb des Zieles befindet, wenn der Pfeil dann absinkt trift er aber das nicht anvisierte Ziel. Und weil der Pfeil das nicht anvisierte Ziel trift ist es kein instinktives Bogenschießen mehr !!!

Beim Instinktiven Bogenschießen schaut man das an, was man treffen möchte...

Beim systemschießen wird man die Entvernungen schätzen müssen, und wissen üssen wie weit man bei welcher Entfernung drüber halten muss, das ist für mich schon ein Vorgeng den ich bewußtes Zielen nennen will.

Ein Freund von mir schießt auch auf diese Weise, wenn das Ziel außerhalb seines schussbereichs ligt dann schaut er auf einen Punkt über dem Ziel, und er tut sich unheimlich schwer zu treffen wenn was weiter ist wie sein Schussbereicht zu läßt...


Ich war auch leider sehr enttäuscht von der zweiten DVD und habe sie zurück geschickt, was da erzählt wird ist alles sehr trocken, und steht bereits im Buch.

Die erste DVD ist gut aber die zweite finde ich leider gaga


LoneWolf

Ich schieße nach "Howard Hill" Stil, also Split Vision.

Die  Split-Vision-Methode.
Dabei soll schwerpunktmäßig das Ziel betrachtet werden ohne dabei die Pfeilspitze ganz aus den Augen zu verlieren, eben nur mit der Priorität, sich mehr auf das Ziel zu konzentrieren. Nach dieser Methode, hat der wohl treffsicherste Schütze dess traditionellen Bogensports, Howard Hill, seine hervorragenden Treffer gelandet.

Wobei ich mir hier erstmal einen Nullpunkt suchte. Ich halte nicht drunter oder darüber sondern mitten in den Kill.
Bei mir ca. 24m, diese 24 m  kann ich meist gut abschätzen, egal ob ich nach nach oben unten schieße.
Also alles was davor ist drunter, alles was dahinter ist schieße ich über diesen "Nullpunkt"

Bei vielen meiner Schützlinge und bei mir  funktioniert das auch super !

Pro einen Meter den dann zurückgegangen wird, einen cm. höher halten.(normaler Bogen 40-45lbs)
Aber das findet man(n)/Frau ganz schnell selbst heraus.

Natürlich ohne Training geht auch das nicht wie von selbst.
Unser Hirn speichert ja jeden Schuß ab und ruft Ihn zu gegebener Zeit wieder ab, also Training.
Ich trainiere 4x die Woche  und schieße dazu immer andere Bögen(verschiedene  Zuggewichte und RC und LB),
und es funktioniert nach einiger Übung mit allen Bögen/Pfeilen auf diese Weise gut.

Das ist aber nur meine Erfahrung, jeder Bogenschütze hat natürlich seine eigene Zielmethode.


Trinitatis

Ja da hast du aber etwas verdreht...

Howard Hill war sicherlich ein Split visoin Schütze, aber auch ein Instinktiv schütze, anderst hätte er die beweglichen Ziele nicht getroffen.
Bewegliche Ziele mit Split vision zu treffen ist genau so schwer wie mit visier...

Also muss man berichtigen, dass er die bewegungslosen Ziele mit split vision und die beweglichen instinktiv geschossen hat, und er konnte beides...

Negley

Ist auch unter Gap-Shooting bekannt,Lone Wolf.

nikodemus

Also KH/ Trinitatis  wirklich  intuitiv ist nur wenn einer mit Augenbinde schießt da geb ich dir Recht . :tu:
wer auch nur in die Richtung des Zieles schaut ZIELT  ganz klar ....... :evil:

Ich habe die Cd noch nicht aber wie Du das beschreibst rabu ist gut aus gedrückt das was ich mache.
35m ist ein guter oder starker Bogen meiner schaft das aber wie Negley sagt diese Distanz hängt von der Hardware ab und muß empirisch ermittelt werden .  Bis zu diesen 35m gebe ichluetzenkirchen Recht ich halte drauf und wenn ich den Pfeil fliegen&treffen  sehe löße ich paßt meistens ganz gut .
Aber wenn was auf 70m steht und man will treffen gehts nicht anders man ziehlt einfach einen Erfahrungswert drüber( natürlich intuitiv ohne es zu merken also instinktiv aberwie soll man den diesen Intuitiveninstink erklären  Ich denke Ihr alle macht das und wenn Ihr nicht zugebt das ihr es macht dann ist es Intuitives Schießen weil sozusagen kein Vorsatzt zu erkennen ist für mich ist es Zielen ohne Hilfsmittel ) .Jetzt sieht man was dieser erste Pfeil gemacht hat und korrigiert wenn nötig deshalb trifft der Zweite auch besser (und gibt zurecht weniger Punkte).
Es gibt da noch einen Großen Unterschied zwischen Bergauf und Bergab schießen gerade bei längeren Distanzen .
Anders ausgedrückt 30m Ziel bergauf fliegt der Pfeil einen längeren Weg wie zu einem 30m Ziel bergab.
Da gabs einen hübschen link wenn ich ihn gefunden habe gibts einen Nachtrag
Nikodemus

rabu

Die Länge des pers. Schussbereiches ist nicht vorgegeben.
Die 35 m aus dem Beispiel hab ich für mich mit meinem ca. 48# Recurve (empirisch) ermittelt.

Also gibt es doch noch mehr Leute die so schiessen.

Ralf

...der sich noch nicht entscheiden kann woran er zuerst arbeiten soll ...
Leben ist das, was abläuft während man etwas anderes plant.
James Patterson in "Alex Cross - Blood"

Negley

Rabu, meine Meinung:

Eine perfekte Technik sich aneignen, nur auf 6m schießen - shooting for form...
Geht das einigermaßen, Entfernungen & Positionen (Körperhaltung,knieen, sitzen, Bogen mehr schräg halten etc.) varieren, auf ebenem Gelände...
Dann viel auf parcours trainieren - das ist dann die Referenz fürs Hirn, den eingebauten Schießcomputer.

macht man das, ist die Point-Blank-Distanz nur mehr ein Punkt den man halt weiß, hilfreich manchmal, aber KEIN Punkt an den man denken muss ständig...

Schlumpfdings

Freue mich sehr über eure Beiträge, denn ich hab da als relativer Neuling, nie ne DVD gesehen und keinen Unterrichts / bzw. Training bekommen außer mal ein paar Tipps zu Haltung.

Ich schieße seit einem halben Jahr Primitivbogen.
Zu hause im Garten trainier ich inzwischen fast täglich 5-20 m, im stehen / knien und ca. 2 Turniere pro Monat und 1-2 Woche Parcours
und dieses Training macht sich einfach bemerkbar.

Jetzt hab ich meinen zweiten Bogen und zum ersten mal das Gefühl bei den Turnieren nicht durch die Leistung des Bogens ein Handicap zu haben.
Durch den vorher schwächeren Bogen musste ich oft sehr ballistisch schießen und habe es bei großen Distanzen auch konsequent so gemacht, mir einen Punkt zb. oberhalb vom Kill zu suchen.
Mit dem neuen Bogen kann ich nun viel mehr Ziele direkt anvisieren und treffe deutlich sicherer. Auch bei weiteren Distanzen brauche ich seltener einen zweiten oder dritten Pfeil.
Für mich hängt das stark von der Leistung des Bogens ab, inwieweit man / frau den Sinkflug berechnet und zum zweiten einfach von dem Training und der Erfahrung.

Inzwischen schieße ich auch oft nach Gefühl, doch das muss eben auch erst mal trainiert sein.

Es ist wie das Lernen einer Sprache, Entfernungen / Situationen werden abgerufen und irgendwann schießt man ohne zu denken und dann verlernt man das auch nicht mehr.

Sue

Lützenkirchen

auch wenn's schon tausendmal hier und anderswo durch gekaut wurde:

bei mir baut sich inenrlich eine barriere auf, wenn ich den begriff

instiktives bogenschiessen

lese.

für mich ist es nicht instinktiv, denn  ( wie bei wikipedia nachzulesen )
Der Begriff Instinkt, wörtlich Naturtrieb, wird heute oft im übertragenen Sinne für „ein sicheres Gefühl für etwas“ verwendet und bezeichnet Verhaltensweisen, die ohne reflektierte Kontrolle ablaufen. Es ist bis heute schwierig, das Wort Instinkt genau zu definieren, da es bei unterschiedlichen Autoren eine unterschiedliche Bedeutung haben kann.

Das Wort „Instinkt" wurde im 18. Jahrhundert abgeleitet aus dem lateinischen Begriff instinctae naturae, dem wiederum das Verb instinguere (= anstacheln, antreiben, hineinstechen) zugrunde lag. Das Adjektiv instinktiv bedeutet „vom Instinkt geleitet, trieb-, gefühlsmäßig“. Es wurde im 19. Jahrhundert dem französischen Wort instinctif nachgebildet.



für mich handelt es sich um

intuitives bogenschiessen

Die Intuition (v. lat.: intueri = betrachten, erwägen; PPP intuitum) ist die Fähigkeit, Einsichten in Sachverhalte, Sichtweisen, Gesetzmäßigkeiten oder die subjektive Stimmigkeit von Entscheidungen durch sich spontan einstellende Eingebungen zu erlangen, die auf unbewusstem Weg zustande gekommen sind. Das vom Substantiv Intuition abgeleitete Adjektiv ist intuitiv.


Intuition steht letztlich hinter aller Kreativität. Der danach einsetzende Intellekt führt nur noch aus bzw. prüft bewusst die "Ergebnisse", die aus dem Unbewussten kommen.


ebenfalls aus wikipedia.

wie gesagt, dass ist MEINE sicht der lage.

möchte auch dies hier nicht wieder zur diskussion stellen, da jeder eine andere sicht hat und haben darf.

zurück zum thema:

ich schliesse mich den meinungen von negley, nikodemus, lonewolf und trinitus zu 98% an.

eben intuitiv, also mit gefühl.


grütze
luetzenkirchen
unterwegs mit einem Nergal von bow-ing.de
40# @30,5"

LoneWolf

Also, ich hab nix verwechselt, da ich selbst auf sehr viele bewegliche Ziele schieße.
Das was da unten steht, geht in Bruchteilen von Sekunden

Dabei soll "schwerpunktmäßig" das Ziel betrachtet werden ohne dabei die Pfeilspitze ganz aus den Augen zu verlieren, eben nur mit der Priorität, sich mehr auf das Ziel zu konzentrieren. Nach dieser Methode, hat der wohl treffsicherste Schütze dess traditionellen Bogensports, Howard Hill, seine hervorragenden Treffer gelandet.

Meiner Meinung nach ist
intuitiv/instinktiv:   ist nur eine abspeicherung von Bildern, die immer wieder hervorgerufen werden, sonst bräuchte ich ja nicht trainieren, jeder würde(von Anfang an ) sofort gut schießen und treffen! Egal welche Entfernung.

Aber wie gesagt die Meinungen über dieses Thema sind ja sehr unterschiedlich und jeder entwickelt seinen eigenen Stil.




Negley

Lützenkirchen,

das hat sich halt so eingebürgert, obwohl formal vielleicht falsch - kommt von den Amis...

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