Einbildung oder real Auszug Langbogen

Begonnen von Astra, 07.05.19, 14:34

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Astra

Kann es sein das sich ein #40 Langbogen einfacher und leichter ausziehen lässt wie ein #30er Recurve?

Habe Langbogen von nen bekannten mal gezogen #40 Langbogen.

Ich glaub es ihn immer noch nicht so recht.

Weil der zieht sich wirklich absolut spielerisch aus.

Denn würde ich er mit den #22er aus den Verein vergleichen.

Entweder hat er die #40 selbst drauf gepinselt oder ist es echt möglich so?

Ich wollte eigentlich nie über 35 lbs gehen reicht komplett aus für alles was ich vorhabe.

Bin im Moment an nen Hybrid-Bogen interessiert.

Wenn der sich bei #40 auch dermaßen leicht ziehen lässt.

Dann würde ich den auch direkt in #40 nehmen.

Ohne zu übertreiben jetzt der war/ist echt so leicht zu ziehen gut die #30er machen ma auch kein Problem und kann die von Morgens bis Abends ohne Anstrengung schiessen.

Oder ist der Sprung von #30 auf #40 so gering das es sich für mich evtl. nicht bemerkbar macht?

Wobei nen #40er Recurve merke ich am Abend nach der 2 Parcour Runde schon.

Sabiji

Unwahrscheinlich. Gut, jeder empfindet anders, aber ich habe Langbögen immer direkter und straffer empfunden als ein gleichstarker Recurve. Ich hatte jedoch schon oft Bögen in der Hand, egal ob Recurve oder Langbogen, die sich für mich beim ausziehen unangenehm angefühlt haben und den Eindruck eines stärkeren Bogens erwecken. Der Effekt funktioniert auch genau umgedreht. Das hat wohl was mit dem Charakter des Auszugsdiagramms zu tun.
Ein anderer Effekt kann sein, das einige Bögen schon recht früh "zu machen" (stacking).
Des Weiteren hatte ich schon ein Fall im Verein, dass ein Recurve eines sehr bekannten Deutschen Anbieters statt der angegebenen 40 lbs nur schlappe 32 lbs bei 28 Zoll auf der Bogenwaage auswies.
Ein 40er LB, der sich anfühlt wie ein 22er Schlüppergummi Vereinsrecurve halte ich für extrem unwahrscheinlich. Da hilft nur mit der Bogenwaage nachmessen, um dem Phänomen auf die Schliche zu kommen.
Semper Eadem

Esteban

Auf den Pinseln kann man ja wirklich viel.....  8)

Wenn ihr die Möglichkeit habt, messt mal, was DU bei Vollauszug auf den Fingern hast, dann kann das bestätigt oder eben ausgeschlossen werden.

Kommt aber auch auf die Zuggewichtskurve ab.

Mein LB 70" hat 46#, der Jagdrecurve 62" 42# und der alte Hoyt Spirit 68" und 40#. Der Spirit ist gefühlt bretthart im Endauszug im Vergleich zu den beiden anderen Bögen.

Verlass dich also hier nicht auf dein Gefühl, sondern auf Messwerte.
No captain can do very wrong, if he places his ship alongside that of the enemy ( Horatio Nelson, Battle of Abukir, 1798)

Astra

Ok danke.

Muss ich wirklich mal machen weil der sich wirklich extrem (weich,sanft) gezogen hat

AST

An den Zuggewichts/Auszugskurven kann man gut die Charakteristik ablesen....

Je steiler der Kurvenanstieg, desto schwerer  wirkt es, denn pro Zoll Auszugslänge muss man mehr Zuggewicht ziehen...
Beim Compound ist das zum Beispiel ganz ausgeprägt: Am Anfang eine fast senkrechte Kurve bis zum Nennzugewicht und dann nach dem let-off sackt die Kurve ab und geht waagerecht weiter (Zuggewicht nimmt in diesem Bereich des Auszuges nicht mehr zu).

Langbögen haben im Prinzip sehr lineare Zuggewichtskurven - d.h. pro Zoll weiteren Auszug nimmt das Zuggewicht um immer die gleichen lbs zu.... das nimmt man in der Regel als sehr angenehm war.
Beim Recurve hat man am Anfang deutlich mehr Anstieg (von Anfang an auch mehr Vorspannung) - sieht man am Bauch der Zuggewichtskurve. Anschließend wird der Kurvenverlauf recht linear....
Das erscheint einem Schützen erstmal als härter im Auszug.

younger

Zitat von: AST am 07.05.19, 19:58....
Das erscheint einem Schützen erstmal als härter im Auszug.


Bin etwas irritiert .... :rolleyes:

c70bear

bin auch der Meinung, zuerst überprüfen ob das was drauf steht auch stimmt!

mein Custombogen RC eines "jetzt nicht mehr aktiven Bogenbauers" war mit  40@27,5" angegeben und bestellt!  bei einem Händler ist nach 5 Messungen 47# rausgekommen und ein andere Bogenbau hatte 50# laut Tillerwand!

andersrum hätte ich von einem Bayrischen Bogenbauer ein RC der 37# auf 28'' hat und sich eher wie 25# anfühlte aber wirklich die 37# hatte!

 
Für den Diener ist der König nur ein Hanswurst

Club 52"

AST

@younger
recht früh im Auszug schon viel Zuggewicht halten zu müssen, erscheint erstmal schwerer als wenn man erst bei mehr Auszug beim gleichen Zuggewicht ankommt....

Juergen Becht

ZitatKann es sein das sich ein #40 Langbogen einfacher und leichter ausziehen lässt wie ein #30er Recurve?
Habe Langbogen von nen bekannten mal gezogen #40 Langbogen.
Ich glaub es ihn immer noch nicht so recht.
Weil der zieht sich wirklich absolut spielerisch aus.

Dann solltest du mal nen Border Griffon ziehen, da wirst du überrascht sein, wie schön sich der ziehen lässt ;)
Anpassung für Kleingeister: Besser eine Taube im Bett als den Spatz in der Hand...

younger

Zitat von: AST am 08.05.19, 10:49@younger
recht früh im Auszug schon viel Zuggewicht halten zu müssen, erscheint erstmal schwerer als wenn man erst bei mehr Auszug beim gleichen Zuggewicht ankommt....

Das kann ich nur bedingt bestätigen;
nur zu Beginn des Auszug erscheint es erstmal/kurzfristig schwerer (ist es ja auch im Verhältnis zum gezogenen Weg  ;) )
Nach meiner Erfahrung empfinden die Leute dann aber einen geringeren Zuwachs auf den letzten Zoll/ am Ende des Auszuges als "angenehmer" und "leichter", und haben dadurch das Gefühl weniger Pfund adF zu haben;
hört man v.a. bei extrem Recurves wie Border / Uukha etc. des öfteren


Was ich für mich zusätzlich festgestellt habe: bereits 2 lbs adF im Vollauszug zu viel sind äußerst unangenehm, 2 lbs weniger fühlen sich gleich nach mindesten 5 lbs weniger an ....


AST

08.05.19, 16:12 #10 Last Edit: 08.05.19, 16:55 by AST
@ younger

da sind die Schützen und die Bögen eben sehr unterschiedlich.... was man da als angenehm empfindet und was nicht, ist halt im Detail vom Schützen und Bogen  und dem individuellen Schießstil abhängig.

Um den hier angesprochenen Fall wirklich aussagekräftig zu analysieren fehlen halt viele Daten....
Auszug des Schützen,  Zuggewicht bei dem Auszug des Schützen, Auszugsverhalten des Bogens / der Bögen (Zuggewichtskurve).

Nehmen wir mal an Astra hat 28" Auszug und schiesst einen Recurve mit 30lbs bei 28".
Sein Kollege hat einen Auszug von 32" und der Langbogen hat 40lbs bei 32" und fängt bei 28 / 29 schon an zu stacken (Zuggewichtszunahme pro Auszug steigt an). Wenn man den Langbogen bei 28" misst hat er 26lbs (2lbs Zunahme bis 29, 3lbs bis 30, 4 lbs bis 31, 5 lbs bis 32....). Bis 28 lässt sich der Langbogen weich (linear) ausziehen  mit max 2lbs Zunahme / Zoll mehr Auszug und er hat auch keine 40lbs;-).
Das ist z.B eine mögliche Erklärung!?

younger

Sorry,
in meiner naiven Denke ging ich nicht davon aus, dass "Äpfel mit Birnen verglichen werden";
ich hatte schon das Zuggewicht adF bei einer Person im Vollauszug (oder zumindest alle Angaben bei "28 Zoll") als gegeben vorausgesetzt.

Aber jetzt habe auch ich verstanden, was du meinst  ;)

erinnert mich an anno dazumal:
meinen 49 lbs (@32") Hybriden konnte mein damals 6 oder 7 Jähriger leichter ausziehen als den 43lbs (@32") Recurve - und meinen aktuellen ILF mit 41 lbs (@32") hätte er vermutlich gar nicht bewegt bekommen.... wobei alle drei so um die 35-37 lbs@28 liegen.



Astra

Mein Auszug ist 30".

Mein Recurve 64" der andere Bogen war 62"

Der kollege zieht 28,5-29 irgendwo dazwischen interessiert ihn auch nicht auf den letzten Pkt.

AST

09.05.19, 00:25 #13 Last Edit: 09.05.19, 11:49 by AST
@astra

mein Beispiel ist ein reines Gedankenspiel, damit qualifizierte Aussagen zu diesem "Phänomen" möglich werden, braucht es halt noch Daten...bis dahin bleibt es bei Kaffesatzleserei!

Wir wissen jetzt die Länge der Bögen 62 (LB) und 64 (R).
Wir wissen jetzt, welchen Auszug du hast und welchen Auszug dein Kollege hat...
Wir wissen jetzt, dass der eine Bogen (R) 30lbs haben soll, aber nicht bei welchem Auszug?
Sind die 30lbs aufgedruckt oder gemessen bei Auszug x?
Wir wissen das der LB 40lbs aufgedruckt hat, wissen aber nicht bei welchem Auszug die 40lbs erreicht werden sollen?
Die wirklichen (gemessenen) Zuggewichte bei Auszug xy sind wichtig  sowie vor allem die Auszugskurven (ist im Grunde nur eine Datenreihe von Auszug und zugehörigem Zuggewicht).

Auszugskurven lassen sich einfach mit einer Zuggewichtswaage und einem Messpfeil (dafür kann auch ein alter Pfeil mit Markierungen  im Zollabstand gepimpt werden) erstellen - einfach je Auszug einen Zoll weiter ziehen und das Zuggewicht notieren. Anfangs zieht man den Bogen eben nur einen Zoll über die Standhöhe aus, dann zwei, etc. bis zum Maximalauszug...

Vielleicht gibt es die Zuggewichtskurven schon vom Hersteller, deswegen sind die Marken / Modelle der Bögen auch nicht uninteressant...


Astra

Bei beiden 28" ist ja normal. Alles andere wäre Custom.

Aber das ist eigentlich egal. So genau wollte/will ich es gar nicht mir ging es er Allgemein.

Ob das überhaupt möglich ist.

Das sich Bögen so weich/leicht ziehen lassen bei Zuggewicht xx im Gegensatz zu anderen Bögen mit dem selben Zuggewicht.

Das die gefühlt soviel einfacher zu ziehen sind.

Wollte da keine Wissenschaftlicheabhandlung von machen :D

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