Abbruch der DM 3D Jagd bei den BF Sauerthal in Weisel

Begonnen von Frithjof, 15.04.19, 21:29

Frithjof

Hallo,

hier ein Bericht eines mir bekannten Bogenschützen zum Abbruch der DM.

Ich darf ihn hier mit Erlaubnis einstellen, für die, die nicht bei Facebook sind.

Diesen kann ich mich nur anschließen, denn als ich um ca. 11:00 auf dem Weg

nach Hause, durch Eltville fuhr, hatten wir Sonne und 9,5°C.



DM Jagd vom 12-14.04.2019 bei den BF Sauerthal in Weisel:

Für Thorsten und mich war die DM am vergangenen Wochenende der erste Kontakt mit dem TBVD. Nach der suboptimalen Meisterschaft vom DFBV in Murrhardt im Herbst 2018 waren wir sehr neugierig und gespannt, was uns auf dieser DM erwartet.
Es konnte eigentlich nur besser werden, denn die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Wir sahen spannende und auch neue Herausforderungen durch die Kill-orientierte Wertung sowie die nahen Distanzen zu den 2×30 Targets, die es im Doppelhunter-Modus zu schießen galt, auf uns zu kommen. Vom ersten Schießtag, der uns riesigen Spaß machte, waren wir durchweg positiv überrascht. Alles erschien uns perfekt organisiert. Zudem haben die die BF Sauerthal ein traumhaftes, schönes und weitläufiges Gelände und der Parcours war erstklassig gestellt!
Die Nacht zu Sonntag brachte den angekündigten Schnee und so starteten wir mit circa 4 cm Neuschnee und bestem Wetter in den Sonntag. Die Startzeit wurde eine Stunde vorverlegt und anstelle der von allen Schützen erwarteten Begrüßung, erfolgte der Abbruch der DM. Wir und auch weitere Teilnehmer glaubten an einen verspäteten Aprilscherz. Die bis dahin vorhandene harmonische Stimmung wurde mit der Aussage des Abbruches vernichtet.
Der Vorstand begründete die Entscheidung mit der -aufgrund des Schneebelages- nicht mehr gegebenen Sicherheit für die Teilnehmer. Nach Aussage vom Vorstand wurde die Versicherung vom TBVD kontaktiert, die zum sofortigen Abbruch der DM riet.
Ein Anruf bei deutschen Wetterdienst wäre im Vorfeld definitiv wichtiger und richtiger gewesen. Es hätte beim Ausrichter zu keiner Überraschung geführt und eine Umgestaltung des Parcours hätte problemlos vorgenommen werden können. Denn die BF Sauerthal haben für dieses Event ihren Sommerparcours gestellt, obwohl der Wintereinbruch angekündigt war. Aus meiner Sicht, wäre die Sicherheit leicht zu gewährleisten gewesen, wenn man die Wegführung etwas geändert und die ein oder andere Sicherungsleine angebracht hätte. Auch die Verschiebung der Startzeit nach hinten, um die Wetterentwicklung abzuwarten, wäre eine alternative Lösungsmöglichkeit gewesen und hätte den teilnehmenden Schützen signalisiert, dass man gewillt ist diese DM fortzusetzen. Beide o.g. Lösungsansätze kamen den Veranstaltern scheinbar nicht in den Sinn. 
Von den Verantwortlichen des TBVD wurde die gesamte Situation meiner Meinung nach, falsch eingeschätzt und aufgrund der starken Defizite bei der Planung somit der Abbruch der DM fast schon provoziert. Das Ignorieren der Wettervorhersage, der nicht angepasste Parcours, die vorverlegte Startzeit und das fehlende Angebot die DM Sonntag erst später beginnen zu lassen, sind für mich alles Hinweise darauf. Fazit: Bogenschießen reicht als einzige Kernkompetenz nicht aus, um eine Meisterschaft zu planen und sicher durchzuführen!
Meine kritische Äußerung bei einem Mitglied des Vorstandes zu der Entscheidung die DM abzubrechen, wurde zudem noch mit der Möglichkeit meines Austrittes aus dem Verband geäußert. Bleibt mir nur festzustellen, dass die Wertschätzung Sportlern gegenüber in diesem Verband sehr gering zu sein scheint.

PS: Nach der Siegerehrung sind noch einige Schützen in den Parcours gegangen. Auf eigene Verantwortung war das möglich. Die Sonne schien, 10 Grad.... bestes Bogenwetter!
Das Reh springt hoch, das Reh springt weit, warum auch nicht, es hat doch Zeit!!!

AST

Da ich nicht vor Ort war, kann ich nur allgemein etwas beitragen:

In Sauerthal ist der Winterparcours in den normalen Parcours integriert. Die schwierigsten Geländepassagen werden beim Winterparcours (Schlechtwetterrunde) einfach ausgelassen. Das ist bei Regen und Schnee durchaus sinnvoll, denn der Untergrund besteht überwiegend aus Ölschiefer, der unangenehm rutschig wird (fast seifig), wenn er feucht ist. Das ist gerade in den steilen Stücken gefährlich aber nicht nur dort - auch in den halbsteilen Passagen. Da muss man dann gut aufpassen - bei jedem Schritt.

Selbst wenn an der Hütte / Schiesswiese die Sonne scheint, sind nicht alle Teile des Parcours auch von Sonne beschienen, sondern im Wald und in der Sonne abgewandten Steilpassagen, bleibt es lange schattig und somit rutschig.
Die Temperaturen im Rheintal sind auch in der Regel 2-3°C höher als auf der Höhe im Taunus bei normaler Wetterlage.. Das kann je nach Wetterlage auch mal deutlich mehr sein (Kälte kommt aus Nordwesten / Nordosten und im Rheintal strömt Warmluft aus Süd durch) und ich möchte mal behaupten, dass in Eltville an diesem Tag nie Schnee gefallen ist...

Als Veranstalter hat man darüber hinaus an alle Schützen zu denken (auch an die , die nicht ganz so gut zu Fuß sind # Trittsicherheit). Da in dem Parcours schon Schützen im Sommer bei trocknen Wetter an den Steilpassagen ins Rutschen gekommen sind, ist die Entscheidung letztendlich verständlich.

Dass ein Parcours mal einfach schnell umgestaltet werden kann, halte ich auch für ein Gerücht. Wettervoraussagen sind aus meiner Erfahrung auch immer nur sehr kurzfristig genau. Um einen Parcours umzugestalten braucht es schon etwas länger als 1 oder 2 Tage und die Landschaft / den Untergrund kann man sowieso nicht ändern...

Ich kann aber auch alle Schützen verstehen, die sich über solche Entscheidungen ärgern. Gerade auch, wenn die Anreise weit war und man so richtig im Wettkampffieber war.
Dabei sollte dann auch das Zeitmanagement am entsprechenden Tag überdacht werden und eine Abstimmung unter den Teilnehmern über einen nach hinten verschobenen Startzeitpunkt (und damit auch eine spätere Siegerehrung und Heimfahrt), wäre sicherlich möglich gewesen.
Auch sowas wie ne A-Wertung ( nur Samstag) für die Titel gültig und am Sonntag ne B- Wertung für alle Schützen, die auf eigenes Risiko den Parcours gegangen wären - ohne Titelchancen aber mit Veröfentlichung in der Verbandszeitung wäre ne  mögliche Abstimmungsvariante.
Genauso hätte man die Schußanzahl verringern können (1 Pfeil Hunterrunde, statt 2 Pfeil Hunterrunde) und somit die Dauer des Durchgangs verkürzen können...
Auch hätte man die Siegerehrung vor Ort verkürzen bis ausfallen lassen können, um den verspäteten Start zu kompensieren.
Inwieweit der Verband so viel mögliche Flexibilität in seinen Regularien vorsieht, kann ich aber nicht beurteilen, da ich persönlich nicht im TBVD bin.


Frithjof

Moin,

ja, war schon eine weite Fahrt, 1300Km hin und zurück.

Was der Verfasser des Schreiben sagen möchte, ist, das man schon die

ganze Woche vorher wußte und man damit rechnen konnte, das es schneit.

Und der Gastgeber kennt doch seinen Parcours. Die hätten von vorne rein den

hinteren Teil weg lassen müssen. In der Sportordnung steht ja, 12-15 3D-Tiere.

Aber nein, es mussten ja 30 sein. Das soll jetzt kein Vorwurf sein und sie hatten ja auch die

Anmeldungen für 30 Ziele, aber sie hätten ja das Wetter mit einbeziehen müssen.

Thorsten
Das Reh springt hoch, das Reh springt weit, warum auch nicht, es hat doch Zeit!!!

Frithjof

Es war ja ein echt guter erster Tag. Was den meisten Teilnehmern wohl störte,

es war ja noch alles offen zu diesen Zeitpunkt. Ich nehme mal an, jeder hätte noch

auf dem Treppchen landen können. 60 Pfeile bei einer Wertung 10/7/2
Das Reh springt hoch, das Reh springt weit, warum auch nicht, es hat doch Zeit!!!

kalles-longbows

Abbruch der DM 3D Jagd bei den BF Sauerthal in Weisel


Der zweite Tag der DM 3D-Jagd 2019 des TBVD begann mit Schneefall und vor Start lagen ca. 5-6 cm Neuschnee.
Der Ausrichter informierte den Vorstand des TBVD am Sonntagmorgen, dass er aus Gründen der Sicherheit und Schneelage die Scheiben 23, 24, 25, und 26 nicht freigeben kann. Daraufhin berieten sich der Vorstand und der Verantwortliche des BF Sauerthal und beschlossen den Abbruch der Meisterschaft.
Die Gründe, die zu dem Beschluss führten, sind folgende:

1. Der TBVD e.V. hat den Teilnehmern gegenüber eine Fürsorgepflicht und ist für die sichere und ordentliche Durchführung der Meisterschaft verantwortlich. Der Vorstand konnte die Sicherheit der Teilnehmer nicht mehr ausreichend gewährleisten und die Meisterschaft wider besseres Wissen fortsetzen. Wäre die Meisterschaft fortgesetzt worden und es wäre ein Teilnehmer zu Schaden gekommen, wäre dies fahrlässiges wenn nicht sogar grob fahrlässiges Verhalten des Vorstandes gewesen. Die Versicherung des Verbandes hätte den Schaden in solch einem Fall nicht übernommen. Der Vorstand des Verbandes wäre somit persönlich haftbar gewesen. Die Verantwortung dafür konnte der Vorstand nicht übernehmen.

2. Eine geordnete Verteilung der Gruppen 23 - 26 auf andere Scheiben wäre nicht möglich gewesen, ohne lange Wartezeiten zu provozieren, da bereits zwei Einschiebgruppen vorhanden waren.

3. Das Abtauen des Schnees abzuwarten hätte bedeutet, erst am Nachmittag zu starten und ca. 6,5 Stunden später fertig zu werden, um anschließend noch die Siegerehrung durchzuführen. Der Schnee lag zum Mittag immer noch, sodass sich der Beginn wahrscheinlich bis in den frühen Nachmittag hinein verzögert hätte.
Das Ende der Veranstaltung kann sich jeder selbst ausrechnen.

Die erste Äußerung des Autors dieses Artikels war mir gegenüber, dass er sich zu Hause sofort hinsetzen würde, um seine Kündigung zu schreiben. Er hätte für den Abbruch keinerlei Verständnis, immerhin würde er ja über Tausend Kilometer fahren, um an der Meisterschaft teilnehmen. Meine Antwort dazu war, dass es mir leid tun würde, sollte er kündigen, ich ihn aber nicht daran hindern könnte.

Ja, das Wetter war gut und es ist dem Vorstand schwer gefallen, diese Entscheidung treffen zu müssen, aber für den Vorstand gab es zum Zeitpunkt keine andere Möglichkeit und er ist davon überzeugt, richtig entschieden zu haben.                                Hier möchten wir uns noch einmal für die positiven Rückmeldungen zu unserer Entscheidung bedanken.
Diese Reaktionen helfen dabei, solch ein Ehrenamt weiterhin auszuüben.

Und eine Kompetenzlosigkeit können wir nicht erkennen. Im Gegenteil: es ist schwer, solch eine Entscheidung zu treffen und den Teilnehmern zu überbringen, denn natürlich wurde auch eine Option auf Fortsetzung der Meisterschaft erörtert.

Zur Wertschätzung will ich nur so viel sagen:
es entspricht dem heutigen Zeitgeist, sich nicht wertgeschätzt zu fühlen, wenn es nicht so abläuft, wie man sich etwas vorstellt. Dann spricht man anderen eben schnell mal irgendwelche Kompetenzen ab.

Wir würden uns freuen, Euch alle wieder bei der 3D-Sport 2019 begrüßen zu dürfen.

Bernd Kroeger
Vizepräsident

AST

 Danke für die Darstellung, Bernd.

Wenn gegen Mittag auf dem Parcours noch Schnee lag, war die Abbruchentscheidung das einzig Richtige.

Karly

Könnte mir bitte jemand Erklären was es da jetzt gibt?

Das Ding wird abgebrochen aus sicherheits Gründen ?

 >> Leute wenn das Wetter es nicht zulässt das es ohne Gefahr für Leib und Leben geht.... So ist das die einzig richtige Entscheidung!


Das Ding wird nicht abgebrochen warum auch immer ?

>> Es Stürzt jemand und Verletzt sich so das er in Ärztliche Behandlung muss... Wem hat es dann gedient ?


M.E. ist Sicherheit und Gesundheit der Wert der zu schützen ist....
Was 99% der sogenannten Tierschützer betreiben ist einfach nur das ausleben einer unbehandelten Geisteskrankheit!

elha

Absolut richtige Entscheidung...

Wer unseren Parcours kennt weiss  dass wir ein ,wie oben beschrieben, teilweise sehr steiles Gelände haben.

Aus diesem Grund gibt es bei uns neben den 2 kreisen je 18 Stationen eine ausgeschilderte Schlecht-Wetter Runde.

Auf dieser ist allerdings die gewünschte Menge der Stationen nicht realisierbar.

Somit eine absolut korrekte Entscheidung... mba safety first.

Grüße 
Club 52 ... Das Leben ist zu kurz um lange Bögen zu schiessen.

AST

Na ja, individuelle Mitteilungen bei Fratzenbuch haben für viele Menschen mittlerweile einen hohen Informationswert...

Leider werden dort die Dinge nicht immer korrekt dargestellt...meist handelt es sich um emotional geprägte Wahrnehmungen und diese lassen eigentlich nur einen Blick auf die Gefühlswelt des Verfassers zu...

Die "offizielle" Darstellung von Bernd als Antwort ist deswegen begrüssenswert und klärt den Sachverhalt auch auf.


Frithjof

Moin,

das mit den Aufteilen der Gruppen war auch mein Gedanke. Das da aber schon zwei Einschiebegruppen

waren, wußte ich z.B schon mal garnicht. Und das der Schnee zum Mittag noch da war, kam bei mir anders an.

Es ist halt schade, wie gesagt, es war alle offen.

Ich finde es aber schön, das hier so gesittet und ohne Anfeindungen, diskutiert wird.

Safety First wird bei uns in der Firma strenger "gelebt" und somit kann ich mit der Entscheidung leben, nachdem

hier alles von Bernd klargestellt wurde.

Das Reh springt hoch, das Reh springt weit, warum auch nicht, es hat doch Zeit!!!

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