Schiessen mit System oder volle Konzentration auf den Punkt?

Begonnen von Ulrich, 27.03.19, 10:09

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cweg

Ueli, du wirfst IMHO zu viel durcheinander. Man trainiert entweder Technik oder Zielen, beides zusammen führt nur zu Frust, weil du im endeffekt nie weisst, warum du mal triffst und mal nicht. Aber das ist auch völlig richtig so, durch diese Phase muss ein engagierter Anfänger einfach durch. Trainere 30min Technik OHNE Zielen auf eine Scheibe ohne Auflage, 5m Abstand o. weniger. Den Rest des Trainings kannst du auf ein Ziel zielen. Nicht zu schnell mit den Entfernungen hoch gehen, da sich das Tefferbild automatisch verschlechtert und der Frust steigt. Menschen sind so angelegt, dass sie sich den Frust besser merken, als die Erfolge.

Verlierst du dein Zielbild, egal ob System oder nicht, brich den Schuss sofort(!) ab, atme einmal tief durch und baue den Schuss neu auf. Anstrengend, aber zielführend.

Es wird mehr über Material geschrieben, als Schusstechnik, da es so unglaublich schwer zu beschreiben ist, bzw. zwei Menschen den gleichen Ablauf schon nterschiedlich wahrnehmen und beschreiben. Suche dir einen erfahrenen Schützen aus deinem Umfeld, der mit dir trainiert und dich korrigiert. Oly Recurver (war auch mein Anfang) sind technisch/ im Schussablauf um Längen besser als Traditionelle Schützen.

Ulrich

Hallo cweg

Hab Dank für Deinen Text! Ich habe den Rat beherzigt und heute Abend beim Training im Rahmen eines Vereins auf einer Scheibe für eine Weile die Auflage runter geklappt.

Einerseits rennst Du bei mir offene Türen ein. Mein Zielen besteht bis jetzt bloss aus dem horizontalen Ausrichten auf eine vertikale Linie, die Trefferlage dient mir als Referenz auf den Schussablauf.

Trefferlage rechts: fehlende Rückenspannung und in der Folge verreissen der Sehne
Trefferlage links: Bogenhand klammert
Zu kurz: Bogenschulter eingeknickt, Fixpunkt nicht präzise getroffen
Zu lang: vermutlich Zupfen an der Sehne beim Lösen

Andererseits hast Du natürlich recht, dass Zielen und Konzentration auf den Schussablauf nicht gleichzeitig geht. Passiert mir immer wieder, dass beim Lösen die Konzentration auf das Ziel wechselt und ich hinterher keine Erinnerung habe, was die Sehnenhand tat, ob sie wie gewollt dem Ellenbogen nach hinten gefolgt ist oder seitwärts oder nach unten gewunken hat.
Weiter habe ich mir den Rat zur Brust genommen, den Ablauf abzubrechen, wenn "es sich nicht gut anfühlt". Meist stimmt bei mir in solchen Fällen die Ausrichtung der Schultern nicht. Die Folge ist dann ein unbrauchbares und verwirrendes Bild in Zielrichtung.

Mit ausgeschulterten Grüssen

Ueli
Als Anfänger weiss man alles besser. Aber das gibt sich mit der Zeit.

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