Mandschuhpfeile

Begonnen von Ralph, 25.03.19, 11:48

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Ralph

Ein kleiner Satz Pfeile im mandschurischen Stil der Länge 36 Zoll / 720 grain auf der Basis von Carbonschäften. Damit sie nicht ganz so traurig-trist-häßlich aussehen, wurde die Befiederung - unter historischen Aspekten eigentlich untragbar - etwas bunt gestaltet. Angesichts des ohnehin wenig historischen Schaftmaterials schien das aber erträglich.
"Über's Niederträchtige
Niemand sich beklage;
Denn es ist das Mächtige,
Was man dir auch sage." - Goethe, West.östl. Diwan, Buch des Unmuts

ragnar

Ich weiß nicht, ob Bambus als Schaftmaterial historisch korrekt ist. Meines Wissens war Bambus eher weiter südlich als Pfeilmaterial verbreitet.
Wie auch immer, Arrowforge.de hätte auch 39,4 Zoll lange Bambusschäfte, was zumindest längenmäßig reicht.
Die Verarbeitung ist allerdings ein wenig aufwendiger als bei Holz oder Carbon.
"Nichts ist so gerecht verteilt wie der gesunde Menschenverstand.
Niemand glaubt, mehr davon zu brauchen als er hat."
(René Descartes)

Ralph

Bambus wurde für Pfeile mandschurischer Bauart weit weniger häufig verwendet, als man auf den ersten Gedanken hin beim Bezug zu China und Ostasien meinen mag (auch heute sind "Bambuswälder" / "Bambusmeere" in China eher die Ausnahme, denn die Regel). Man bevorzugte verschiedene Holarten, wie Pappel, Birke und Lärche. Das mag auch mit dem ursprünglichen Stammland der mandschurischen Volksgruppe im Nordosten Chinas zusammengehangen haben.

Das Problem ist bei Bambus - neben der aufwändigeren Bearbeitung - wie bei Holz leider immer wieder das selbe: Entweder passt die Länge nicht, oder der Spine oder das Gewicht (Meist ist das Erwachen ernüchternd, wenn man die Angebote im Netz näher hinterfragt...). Manchmal ist es gleichsam zum "Mäusemelken". Meines Erachtens kommt man um das Problem aber nicht herum, wenn man halbwegs historisch orientiert schießen will, also auf Self- oder Kompositbogen.

Bei Carbon besteht das Hauptproblem im Hinblick auf mandschurische Pfeile oft in dem unzureichenden Gewicht oder unansprechenen (Stricknadel-) Durchmesser - sowie in der oft recht tristen Farbgebung ("Dauerschwarz"). Insebsondere Letzteres stört mich persönlich immer noch. Aber wenn die ersten beiden Komponenten stimmen, kann ich mich für Bogen aus Kunstmaterialien damit mittlerweile ganz gut anfreunden (In Aluminium gibt es oft nicht die Länge von über 32 Zoll).
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ragnar

ZitatDas Problem ist bei Bambus - neben der aufwändigeren Bearbeitung - wie bei Holz leider immer wieder das selbe: Entweder passt die Länge nicht, oder der Spine oder das Gewicht (Meist ist das Erwachen ernüchternd, wenn man die Angebote im Netz näher hinterfragt...).

Zumindest die 33 Zoll Bambusschäfte gibt es bei Arrowforge nach Gewicht sortiert (+- 0,5 Gramm). Die langen Schäfte allerdings nicht.
Abgesehen von der schwierigeren Verarbeitung (ich habe mich mit self nocks bei dünnen 40..45# Bambusschäften abgeplagt...) sind die Pfeile recht gut.
Einerseits sehr robust, und durch den "natürlich" vorhandenen FOC kommt man mit relativ leichten Spitzen aus.

Ich schätze, das Angebot an überlangen Pfeilen Von Alibow kennst du.
Sarmat Archery (Ukraine) hat meines Wissens auch lange Pfeile und Schäfte.
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Ralph

Ja, danke.

Das Problem bei den überlangen Pfeilen ist leider, dass es bei diesen entweder an ausreichend hohem, dynamischen Spine oder am erforderlichen Gewicht mangelt. Ab 45 lbs. bekommt man wirkliche Probleme... und das ist kein hohes Zuggewicht bei mechanisch günstig aufgebautem Manchubogen-Nachbildungen.
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ragnar

Möglicherweise wirst du in der ELB-Szene fündig.
Die schießen ja auch Zuggewichte um 100# und mehr, bei Auszug größer 30 Zoll.
Ich glaube, letztes Jahr einen englischen Shop gefunden zu haben, der ensprechende Holzschäfte von mindestens 35 Zoll Länge anbietet.
An Details kann ich mich jetzt nicht erinnern, außer die etwas gepfefferten Preise.
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elBohu

Sittkaschaft hat 34"
Wenn ich besser sein wollte, müsste ich mehr trainieren...

Ralph

Hinsichtlich des Naturmaterials stellt sich das Problem eigentlich nur bezüglich der Bogen aus Naturmaterial (Kompositbogen etc.). Man ist dahingehend auch mal bereit, etwas mehr pro Shcaft zu bezahlen.

Sitka ist dahingehend keine Alternative - da schlichtweg das, womit geworben wird: zu leicht.

Bei Bogen aus Kunstmaterialien habe ich mich mittlerweile mit Pfeilen aus Kunstmaterialien anfreunden können, soweit die sonstigen Parameter stimmen, wenngleich die Optik mangels "Tapete" auf langen, schwarzen Schäften nicht besonders schön ist.
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ragnar

Eine andere Alternative gäb's noch - selbermachen.
Entweder aus dem Ganzen fräsen, oder passende Ruten im Wald sammeln, trocknen, und verarbeiten.
Aus Mangel an der entsprechenden Fräs-Maschinerie habe ich letzteres schon getan.
Wobei es schwierig ist, Gewicht und Spine annähernd gleich zu halten.
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0815

Mit diesen Schaeften habe ich keine Probleme. Sind m.e. auch schwer genug und lang.
Warum man meint, die Schaefte immer von einem Haendler kaufen zu muessen, der immer noch  mind.100% auf den Preis aufschlaegt, weiss ich auch nicht.
Die hoeheren Spinegewichte sind auf jeden Fall nicht besonders leicht.... Ich muss mal einen
Ich schiesse die aus meinem Koreaner mit 80-85# Spine, 100 grain eingeklebter Gewindestange vorne und 160-190 grain Spitzen....
Ich habe natuerlich die 33" Variante gekauft, aber die 39" Variante wird wohl nicht viel schlechter sein.

Ich kann mal ein paar Rohschaefte auf die Waage legen wenn Interesse besteht...



Ralph

Warum nicht. Das Ergebnis ist sicher interessant.

Mit dem Selbermachen von Holzschäften tu´ ich mich immer noch schwer. Zwar hab ich nen Wald voller Pappeln vor der Haustür, aber nicht wirklich die Erfahrung damit. Und der Zeitfaktor kommt immer noch hinzu.
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0815

25.03.19, 18:58 #11 Last Edit: 25.03.19, 20:22 by 0815
Sorry, leider habe ich den link vergessen, ich beziehe mich auf diese Schaefte:

https://www.ebay.com/itm/50x-Super-Bamboo-arrow-shafts-39-4-shaft-only-varied-spine-group-choice-freely/163357507209?hash=item2608ddbe89:m:mbdT-dS0wZlqsgjCccvJPNw&var=462643181518


Vor 12 Jahren hatt ich mit diesem Herrn Eine ausfuehrliche Diskussion ueber den Spine und wie er gemessen wird. Grund war, dass er damals nur ungespinte Schaefte verkaufte.
Macht natuerlich wenig Sinn, den Spine in Hochlohnlaendern zu ermitteln, wenn es auch vor Ort gemacht werden kann.
So wie ich das damals verstanden habe, wo der Stempel drauf ist, in diese Richtung wird der Spine gemessen.
Meine Schaefte von 2009 hatten das noch nicht, auch hier ist wohl Verbesserung eingetreten.
In niedrigeren Spines, sind die waermebehandelten und geschliffenen Schaefte etwas bruchempfindlicher. Aber das liegt in der Natur des Materials.
Er bietet viel vorgefertigtes Material an um z.B. Horneinsaetze fuer Nocken usw. zu erstellen.


ragnar

Ich hab meisten Ruten passenden Durchmessers von Haselnuß, Pfaffenhütchen oder Hartriegel verwendet.
Trotz Hitzebehandlung sind die Pfeile nicht ganz so gerade wie die gefrästen Schäfte aus dem Shop, ich habe aber keinen Nachteil feststellen können.
Die Vorteile sind natürlicher "Taper" (FOC > 0), und radiale Anisotropie. Das heißt, man muß keine Jahresring-Orientierung beachten.
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(René Descartes)

Karly

Ähm... warum wird den kein Vorschaft angespleist dann sind die 39" überhaupt kein Problem.. Und bei Hartholzvorschäften geht auch das Gewicht hoch....
Was 99% der sogenannten Tierschützer betreiben ist einfach nur das ausleben einer unbehandelten Geisteskrankheit!

AST

Rundstäbe aus diversen Hölzern gibt es in den unterschiedlichsten Durchmessern (8/10/12 mm). Meist sind die so einen Meter lang!


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