Beratung beim Pfeilkauf für Satori MT mit Kinetic Avantage WAs

Begonnen von TriumphBogen77, 24.03.19, 06:55

TriumphBogen77

Hallo allerseits,

ich schieße ein 19" Hoyt Satori Mittelteil mit 30# Kinetic Avantage Fiber Foam Wurfarmen.
Ich habe einen 28" Auszug. Meine ersten Generation an Pfeilen waren SPHERE Slimline, aus Carbon mit einem Spinewert von 800, 80 Grain Spitze, Pfeillänge 31".

Ich möchte mir nun eine zweite Generation an Pfeilen anschaffen. Leider ist es schwer, klare Beratung bei uns im Verein zu bekommen, weil es so viele unterschiedliche Meinungen gibt.

Deshalb die Frage: Könnte mir jemand Pfeilmodell, passenden Spinewert und Gewicht empfehlen?

Es sollten keine Profipfeile sein. Sie sollten einfach ein gutes Preis-Leistungsverhältnis für den Freizeitbereich haben. Ich mache Scheiben- und 3D-Schiessen.


Für Eure Hilfe wäre ich dankbar.


Gruss

Absinth

Nur mal so und es ist auch völlig normal, auch hier können viele unterschiedliche Meinungen herauskommen...  ;-)

Gibt es denn Gründe, warum die 2. Generation an Pfeilen eine andere als die 1. werden soll? Sind denn die angegebenen 30 Pfund auch dein Auszuggewicht bei deinem Auszug von 28 Zoll (kommt für ich nicht ganz klar herüber)? Welches Pfeilgewicht haben denn die bisherigen Pfeile eigentlich? Gibt es denn einen oder auch mehrere Gründe, dass du bei deinem 28er Auszug eine, um mindestens 2 Zoll längere Schaftlänge benutzt (klar, kann man das machen, muss es aber nicht)?


Beste Grüße
Absinth
nihil sine deo

und immer bei der Arbeit

TriumphBogen77

Danke für Deine Antwort.

1) Grund zum Wechsel der Pfeilart: Meine 1. Generation fliegen unruhig, schlagen öfters schräg auf der Zielscheibe ein und der Bogen ist recht laut. Bin nicht sicher wie viel davon mit den Pfeilen zu tun hat. Aber ich will jetzt neue ausprobieren.

2) Auszugsgewicht: Liegt so bei 32#.

3) Pfeilgewicht: Kenne ich nicht. Ich weiß nur dass die Spitze 80 Grain hat.

4) Schaftlänge: 1. Generation so lange, um zu sehen wo ich mit meinem Auszug dann mal lande, wenn ich die Technik des Bogenschießens besser beherrsche. Weil die Meinungen der erfahreneren Schützten zu Bogenlänge, meinem Auszug, Sehnenmaterial, Ankerpunkt, mediterran vs. 3drunter und eben auch Pfeillänge und Spinewert so weit auseinander gingen und ich nie eine klare übereinstimmenden Rat unter so vielen Meinungen herauslesen konnte, hab ich alles so belassen. Die Idee ist es bei der 2. Generation dann eine ideale Schaftlänge für meinen Auszug zu haben. 


Gruss
 

Absinth

Nun gut...

Eines meiner Bogensetups ähnelt dem deinen - 28er Auszug mit 32#. Dafür benutze ich einen 700er Schaft mit 5,4 GPI, 29" Länge, ca. 80 Grain in der Spitze (mit Insert), Naturfedern mit 4", 2 x P-Ringe und der Pfeil wiegt 275,5 Grain. So jedenfalls passt es sehr gut für mich. Die WAe sind jedoch andere, aber mit einem 19er Satori-MT.

Bevor du neue Schäfte kaufst, würde ich erst mal zwei Pfeile von den vorhandenen um 1,0 Zoll kürzen, mit der 80er Spitze versehen und mal schauen wie diese dann so fliegen. Falls erforderlich kannst du dann noch weiter kürzen, sind ja lang genug, dann aber bitte nur in 1/4 Zoll-Schritte und immer wieder testen wie die Pfeile fliegen. Meine Vermutung ist halt, dass deine Pfeile (viel) zu weich sind, bzw. der Schaft reagiert zu weich. Durch das Kürzen deiner 800er Schäfte machst du den Pfeil härter, bei gleichbleibendem Spitzengewicht.

Das Pfeilgewicht deiner jetzigen Pfeile sollte so um 275 Grain liegen, wenn ich richtig gerechnet habe (mit NF). Das sind dann ca. 8,5 GPP und ist eigentlich nicht wenig für deine Anwendung. Klar sollte dir jedoch sein, dass durch das Kürzen der GPP-Wert noch kleiner wird... Soll heißen, leiser wird der Bogen nicht und je nach deinem Können wird es womöglich herausfordernder für dich.

Dein MT und die von dir verwendeten WAe gehören ja eigentlich nicht zusammen - auch wenn sie wegen ILF zusammen gesteckt werden können. Ich will damit sagen, dass das MT und die WAe nicht vom Hersteller aufeinander abgestimmt sind - es ist dann nicht ungewöhnlich, dass es viel Zeit kostet diese beiden Fremdteile zufriedenstellend aufeinander abzustimmen - nicht selten mit einem oder mehrer Kompromisse. Wenn der Bogen, bzw. diese Bogenkombi für dich zu laut ist, dann solltest du mal mit dessen Verstellmöglichkeiten spielen, bis es für dich passt und dabei könntest du auch das Pfeilgewicht einbeziehen.


Na dann viel Spass beim Probieren, gutes Gelingen und beste Grüße vom Absinth.




PS:  Schön am Bogenschiessen ist auch, dass viel Erfahrung über das eigene Ausprobieren erlangt werden kann.

PPS: Achja, schiesst du eigentlich über das Shelf oder benutzt du eine Pfeilauflage?
nihil sine deo

und immer bei der Arbeit

TriumphBogen77

Vielen Dank erneut für das Feedback.

Damit kann ich jetzt erst mal arbeiten.
Es ist in der Tat so, dass man das meiste übers Ausprobieren erlernt. Das ist wie früher mit Windows-Rechnern: da jeder PC aus anderen Bestandteilen zusammengesetzt ist und Windows traditionell unzuverlässig funktioniert, musste (muss) man als PC-Nutzer - im Gegensatz zu Mac-Nutzern - viel mehr über Computer lernen, um diese selbstständig arbeiten zu können.

Als Anfänger beim Bogenschießen finde ich es allerdings unglaublich ermüdend, wenn jede Antwort, die man erhält, mit "es kommt darauf an..." beginnt und wenn man zu ein und derselben Frage von 10 erfahreneren Schützen gefühlte 23 unterschiedliche Antworten erhält.

Ich schieße übers Shelf.

Ich nutze die Gelegenheit, um Du fragen welche Sehne Du benutzt? Ich habe bisher immer flämisch gespleisste fast-flight Sehnen verwendet, für einen 62" Bogen, was meiner theoretisch ist. Haben aber nie genau gepasst und ich musste die Sehen immer enorm eindrehen, um auf eine vernünftige Standhöhe zu kommen. Und mir wurde auch gesagt besser fast-flight Sehnen für einen olympischen Bogen zu nehmen, die haben aber nie gepasst und die kann man ja nicht so weit eindrehen.

Gruss



AST

Fast Flight ist als Material gut. Es gehört zu den sehr dehnungsarmen Sehnenmaterialien (Dyneema).
Alternativen wären modernere Dyneema Ausbaustufen und/oder "Hybridgarne" wie die X-Varianten der Hersteller (dort ist dann meist Dyneema mit Vectran verbaut).

Zur Passung:  Hat dein Bogen nur theoretisch die 62" Länge oder auch praktisch?. Hast du die Sehne für einen 62" Bogen gekauft oder eine 62" Sehne für deinen Bogen?
Bei vielen Händlern und Anwendern gehen die Ansichten, wie man richtig bezeichnet, etwas auseinander / durcheinander.
Theoretisch gibt es dafür AMO (ATA) Regel, die die Bogenlänge (das was auf dem Bogen vermerkt ist) in Bezug zur Sehnenlänge setzen.

Wie lang sind denn die "zu langen" Sehnen, die du gekauft hast. Hast du die mal nachgemessen?
Wie lang sind die Sehnen vor dem Eindrehen und wie lang sind die Sehnen nach dem Eindrehen?
Das was du da misst, kannst du dann direkt als Maßangabe nutzen, damit du eine passende Sehne machen kannst / machen lassen kannst.
Dabei ist es dann egal, ob die Sehne flemisch gespleisst ist, oder endlos. Auch eine endlose Sehne kann man eindrehen und so etwas kürzen. Eine flämisch gespleisste sollte man auch nicht endlos eindrehen 8)

Ulrich

Mein erster Pfeil war auch ein nervöser leichter Clubpfeil, der gern durch die Gegend flog wie Opas Spazierstock, wenn die Kühe in den Obstgarten einbrachen.

Beim zweiten Kauf machte ich es in etwa gemäss den Empfehlungen von Absinth weiter oben: Ein nach Tabelle etwas zu harter, dafür überlanger Pfeil, den ich nach Bedarf einkürzen kann, z.B. wenn ich auf einen stärkeren Bogen wechsle. Das erspart mir die Mühe, immer wieder den Katalog durchbeten zu müssen.

Zitat von: TriumphBogen77 am 25.03.19, 03:02Als Anfänger beim Bogenschießen finde ich es allerdings unglaublich ermüdend, wenn jede Antwort, die man erhält, mit "es kommt darauf an..." beginnt und wenn man zu ein und derselben Frage von 10 erfahreneren Schützen gefühlte 23 unterschiedliche Antworten erhält.

Viele unterschiedliche Antworten stehen sozusagen für die Komplexität des Problems. Oft meinen ja auch alle dasselbe, aber drücken sich unterschiedlich aus. Je grösser die Anzahl der Antworten, umso grösser die Chance, dass man eine davon kapiert ;-)

Gekappte Grüsse

Ueli

Als Anfänger weiss man alles besser. Aber das gibt sich mit der Zeit.

Absinth

@TriumphBogen77: Noch etwas zur Sehne und nur so als grobe Richtung...  Im Hoyt-Manual beträgt die Angabe der Sehnenlänge 59,25 Zoll (150,495 cm) bei einer 62er Bogenlänge mit 19er Satori-MT. Die Angabe zur Standhöhe beträgt 7,5 - 8,5 Zoll.

Stelle die mittlere Standhöhe von 8 Zoll ein (evt. ab und zu nachdrehen), lass den Bogen über Nacht aufgespannt, abspannen und messe die Länge der gestreckten Sehne von Sehnenohr zu Sehnenohr (innen). Zusätzlich könntest du die Anzahl der Windungen auf einer Länge von 10 cm zählen - die eine hat bei mir 3 und eine andere 10 Windungen, beide zweifarbig und flämisch. Zehn und mehr Windungen können schon komisch aussehen, ist jedoch nur meine Meinung und sicherlich abhängig vom Sehnenmaterial, der Stranganzahl und der Machart selbiger. 

Meine Sehne ist zurzeit eine FF+ (flämisch).

Welche Standhöhe hast du denn am Bogen eingestellt?



Beste Grüße,
Absinth
nihil sine deo

und immer bei der Arbeit

TriumphBogen77

Vielen Dank für das Feedback.

Ich hatte die Sehnen nie nachgemessen, aber immer für einen 62"-Bogen bestellt. Gepasst hats nie wirklich und nach längerem Eindrehen und erneutem Eindrehen haben die sich dann eingespielt, allerdings selten stabil. Da flämische Sehnen sich ja ausdehnen können war das eigentlich immer ein sich wieder an die Standhöhe heran drehen zu Beginn des Schießens. Werde Sehnen bestellen gemäß Hoyts Angaben und dann wie empfohlen den Bogen über Nacht gespannt lassen und messen.

Ich habe als Standhöhe 8" angepeilt, auch weil da meiner Meinung nach der Pfeilflug am besten klappte. Der Bogen ist aber laut, was auch anderen Schützen immer wieder auffiel.
Und ich schieße auch übers Shelf. Ich mags so einfach wie möglich, keine Pfeilauflage und kein Visier und lange Stabi meines ersten Leihbogens.
Takedown-Recurve wegen des Transports und Lagerung.

Bei den Pfeilen werde ich dann auch wie empfohlen härtere bestellen und mal sehen wie es läuft.




AST

Ich würde vor dem Bestellen mal messen....
Für einen 62" Bogen solltest du eigentlich eine Sehne zwischen 59 und 60 Zoll Länge bekommen (Also im Bereich, den auch Hoyt empfiehlt).
Wenn die Sehne zu locker gedreht wird und nach Fertigstellung nicht gestrafft / gestreckt wird, kann es gut sein, dass die Sehne sich noch so 1 -1,5 Zoll streckt, wenn sie auf dem Bogen aufgespannt wird und dann zu lang ist....

Das Ein- / Ausdrehen der Sehne ist eigentlich zur genauen Anpassung an den Bogen gedacht und sollte sich innerhalb von +/- 0,5" Sehnenlänge abspielen. Eine flämische Sehne kann man nur bis zu einem bestimmten Punkt ausdrehen und man sollte sie auch nicht übertrieben eindrehen.

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