Bogenjagd und Wildverwertung?

Begonnen von AST, 11.03.19, 00:21

AST

Da ich nicht sachkundig bin und nur wenig von den Veterinären während des Studiums mitbekommen habe, würde ich mich  mal interessieren, ob es tatsächlich so ist, dass Wildfleisch, wo das Wild mit dem Pfeil erlegt wurde, durch die hygienerechtlichen Vorschriften nicht für den menschlichen Verzehr als geeignet eingestuft wird...? Das müsste dann ja auch europaweit gelten, auch in Ländern die Bogenjagd erlauben?

Danke für Infos (gerne auch als pm)
"Primitive" means FIRST - (not worst)

Gundog

Ich sage nur "Schwachsinn" auch wenn die Klöckner sowas schreibt (s.u.). Dann dürften auch Millionen von Amerikaner jedes Jahr Lebensmittelvergiftungen haben. Das ist zusammenhanglos und sicher von Leuten festgelegt worden die da keine Ahnung davon haben. Wie so oft. Besser ist es dann wohl Gammelfleisch zu verkaufen. Die Sonderfälle nach stundenlangen Nachsuchen ist mal was anderes und gilt ja auch für Büchsenwild.

http://m.maz-online.de/Brandenburg/Ministerium-erlaubt-Bogenjagd-auf-Wildschweine

https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Kloeckner-erteilt-Wildschwein-Jagd-mit-Pfeil-und-Bogen-Absage-id53725686.html



Bogenpeter

Hi,
ggf gibt es Einschränkungen bzgl des In Umlauf bringens. Für die eigene Verwertung gibt es keine Einschränkung.
Peter

Juergen Becht

ZitatDann dürften auch Millionen von Amerikaner jedes Jahr Lebensmittelvergiftungen haben.

Hmm, das würde so manches erklären...  :evil:
frei nach Harry Calahan:

Das ist ein 53lbs.  Border Griffon,
der bläst dir das Hirn aus dem Schädel ....
Fühlst du dich wohl ?

Ralph

11.03.19, 11:34 #4 Last Edit: 11.03.19, 11:50 by Ralph
Fleisch von Wild, was von einer jagdausübungsberechtigten Person (Jäger) in freier Wildbahn erlegt wurde, unterliegt grundsätzlich der Pflicht zur amtlichen Fleischuntersuchung. Diese Untersuchung darf nur von amtlichen Tierärzten durchgeführt werden.

Ausnahme:
Bei der Eigenverwertung oder lokalen Vermarktung kleiner Mengen kann auf die amtliche Fleischuntersuchung verzichtet werden, wenn der Jäger als ,,kundige Person" sowohl bei der Beobachtung des lebenden Tieres als auch nach dem Abschuss keine bedenklichen Merkmale festgestellt hat.

Lokale Vermarktung - Abgabe kleiner Mengen im Umkreis von 100 km um den Erlege- oder Wohnort.
Kleine Menge - Strecke (Ergebnis des Abschusses) eines Jagdtages
Kundige Person - Jäger der Jägerprüfung nach dem 01. 02. 1987 abgelegt hat oder eine gesonderte Schulung in Anatomie, Physiologie, Verhalten, krankhafte Veränderungen und Wildbrethygiene erhalten hat.

Ausnahme davon wiederum:
Wildschweine, Sumpfbiber, Nutrias, Dachse etc, deren Fleisch verzehrt werden soll, müssen ohne Ausnahme - also auch bei Eigenverwertung - zur Trichinenuntersuchung angemeldet werden. Grund: Trichinengefahr (Bandwurm).

Weitere, generelle Ausnahme:
Katzenartige (Wildkatze etc.) sowie Füchse und Waschbären und deren Unterarten dürfen nicht zu vorgenanntem Zwecke beschaut werden, da das Inverkehrbringen und Verzehr verboten sind. Grund - oft ansteckende Krankheiten (Tollwut, Fuchsbandwurm u. ä.).

ABER:
Die Diskussion ist eh müssig, da AST nach mit einem Pfeil erlegtem Wild fragte. Da Bogenjagd eh in Dtl. verboten ist, käme es wohl zu keiner Fleischbeschau, sondern zu einer Anzeige wegen....
"Über's Niederträchtige
Niemand sich beklage;
Denn es ist das Mächtige,
Was man dir auch sage." - Goethe, West.östl. Diwan, Buch des Unmuts

Gundog

Zitat von: Ralph am 11.03.19, 11:34Fleisch von Wild, was von einer jagdausübungsberechtigten Person (Jäger) in freier Wildbahn erlegt wurde, unterliegt grundsätzlich der Pflicht zur amtlichen Fleischuntersuchung. Diese Untersuchung darf nur von amtlichen Tierärzten durchgeführt werden.

Bei mir ist noch kein Reh, Hase, Rotwild, Fasan etc. zur amtlichen Fleischuntersuchung gekommen, daher Pflicht ? nein. Fleischbeschau macht dann der fachkundige Erleger.
Ich darf das Wild in der Decke/Schwarte/.. direkt an den Endverbraucher abgeben. Nur Schwarzwild ist ein Muss zur Trichinenschau (und wir geben auch immer Blutproben mit ab).
Wenn ich Wildhändler (gewerblich) wäre.. oder ggf. zerlegt verkaufen würde,  dann sieht das je nach Bundesland usw. anders aus.

0815

Feral Hog ("Wild"Schwein), Schwarzbaer und Waschbaer nur voll gurchgegart verzehren (Trichinengefahr).
Beim Weisswedel und Wapitis ist zur Zeit nur CWD eine Besorgnis. Kann man testen lassen wenn man mag.
Ist aber wie BSE nur ein potentielles Problem wenn man Knochenmark, Hirn etc. verzehrt. Bei einem ausgebeinten Stueck ist da nie Knochen dabei.
Die Schlagzeilen,die man ab und an mal liest, sind schlichtweg unwissenschaftliche Behauptungen....
Bei Wild ist hier jeder des eigenen Glueckes Schmied....


 

Nach oben