Was ist an teureren Bögen besser?

Begonnen von Casimir, 29.11.18, 19:11

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Casimir

Ich schieße seit Mai einen Wild Honey. Bin als Anfänger eigentlich zufrieden - habe aber auch keinen Vergleich - weil nix anderes geschossen.

Was ist an solch 1000€ Bögen besser. Klar sehen die meist schicker aus, aber das kann sicherlich nicht alles sein. Schießen die wirklich besser? Wenn ja, warum? Teureres Material beschleunigt den Pfeil bei gleicher Zugkraft besser/anders - oder wie kann ich mir das vorstellen?

Gibt es eigentlich auch einen merkbaren Unterschied beim Schießen eines einteiligen Bogens gegenüber Take Down?

bowster

Die Welt ist bunt :rolleyes:
da kann man leider keine befriedigende und glz. einfache Antwort geben, v. a. keine, der die Mehrheit zustimmen würde.

AST

Die Unterschiede liegen bestimmt nicht nur im Material. Auch die Art der Verarbeitung, die Liebe zum Detail, der Service sind Dinge, die bei teureren Bögen einfach besser sein sollten - bzw. dem angedachten Zweck besser gerecht werden sollten.
"Primitive" means FIRST - (not worst)

Wolverine

es gibt da schon Unterschiede, aber jeder empfindet das anders, probiere es auf einer Messe aus.
Es gibt Menschen, die zeigen Dir immer wieder, wie Du niemals werden willst.
Bögen von Bavarian Longbow, Black Widow, Centaur, Wapiti Bows, Martin

0815

Die meisten Customboegen sollten schon etwas fixer sein als die abgebildete Chinaschleuder.
Verarbeitung und auch Dauerhaftigkeit sollten besser sein. Der Griff ist bei vielen Customboegen individuell bestellbar. Bei einem Standardproduktionsbogen kriegste halt das was die Designer meinten, das es gut ist oder sich gut verkauft.
Ich kenn kaum jemanden, der von einem guenstigen Einsteigerbogen auf einen abgestimmten Custombogen gewechselt ist, und danach wieder zurueck zu seinem Einsteigerbogen gewechselt ist, da dieser besser schiesst.
Zunaechst sollte sich der Anfaenger aber im klaren sein, was er will. Ansonsten mal zu einer Messe fahren, Boegen befingern, aber nicht sofort blindlings kaufen.
Dann mal schauen wie der Ruf des Bogenbauers so ist, dessen Bogen einem am besten gefallen hat, bzw., der am besten in der Hand lag und gut geschossen hat.
Oder mal auf Turnieren fragen, ob man die Boegen von anderen mal ausporbieren darf. Wenn man nicht gerade Affenarme hat, dann ist das meist kein Thema.

Man kann z.B. feststellen, dass die meisten Leute, z.B. die Masse einer Black Widow beim Schiessen moegen und sie den Bogen oft besser schiessen als andere, aber dann aber meist doch ueberrascht sind, dass sie mit einem leichteren Bogen genausogut oder eventuell sogar besser schiessen koennen. Und warum mehr Gewicht durch die Pampa schleppen?

So hat jeder seine Vorlieben. Der klevere Kauefer kauft gebrauchte Customboegen, denn das Preis -Leistungsverhaeltnis ist normalerweise sehr gut und man kann die Boegen meist ohne groesseren Verlust wieder verkaufen. Kauft man neu, dann verliert der Bogen mind. 1/3-40% an Wiederverkaufswert, egal wie wenig Pfeile er geschossen hat. Grund ist, dass die garantie normalerweise nur fuer den Originalbesistzer gilt und der Bogen natuerlich auf dessen Geschmack hin gebaut worden ist.

Hat man kuerzeren oder laengeren Auszug als der Standardbereich, dann ist ein guter Customrecurve normalerweise deutlich besser.
Ansonsten gilt: ein gutes Mittelteil trifft, die Wurfarme machen die Pfeilgeschwindigkeit. D.H. ein gutes Mittelteil mit langsameren Wurfarmen wird immer besser schiessen als ein schlechtes Mittelteil mit high end Wurfarmen. Gleichwertige abgestimmte Pfeile vorausgesetzt.

Casimir

Zitat von: 0815 am 29.11.18, 23:21Ansonsten gilt: ein gutes Mittelteil trifft, die Wurfarme machen die Pfeilgeschwindigkeit. D.H. ein gutes Mittelteil mit langsameren Wurfarmen wird immer besser schiessen als ein schlechtes Mittelteil mit high end Wurfarmen. Gleichwertige abgestimmte Pfeile vorausgesetzt.

Was ist denn an einem guten Mittelteil anders? Nur der perfektere Griff oder gibt es noch andere physikalische Komponenten?
 Wie erkenne ich es?

Ich frage deshalb:
Ich habe den Eindruck die "alten Hasen" bei uns im Parcour treffen mit jedem Bogen. Ob da die gerade die Mittenwicklung mal abgetüddelt war oder der Nockpunkt fehlte spielte irgendwie nicht so die entscheidende Rolle. Ich vermute das 90% vom Trefferfolg vom Bogenschützen ausgehen und nur 10% vom Material. Liege ich da falsch?

spitfire

Zahlreich sind die Unterschiede m.E. nicht, aber wesentlich. An 2 praktischen Beispielen möchte ich die Unterschiede gegenüber einfacheren Bögen kurz anreißen. 
Habe 2 teurere Bögen von der Stange, die ich gern und ständig verwende. Einen Border Black Douglas 64'' lang, einen Bodnik Kiowa 52'' kurz, beide mit 30 #. Angefangen habe ich mit einem Bodnik Hardhunter.

Die Vorteile der beiden:
-Griffe passen besser
-flachere Flugbahn, weil schneller bei abgestimmten Pfeil
-Auszugverhalten wesentlich bequemer
- sie sind schöner
-in Summe stimmt das "Seelenheil", weil man dem Gerät nicht die Schuld an der eigenen Unfähigkeit zuschreiben kann und sich voll auf die Technik konzentriert

Wenn die Technik passt, weiß man ab einem bestimmten Zeitpunkt selbst, ob man einen hochwertigeren Bogen "braucht".
Take-Downs sind in der Regel schwerer und damit stabiler im Schuss.
Und ja bessere SchützInnen treffen auch mit günstigeren Bögen besser als schlechtere SchützInnen, die wiederum mit günstigeren Bögen - vielleicht - noch schlechter treffen. 

Über Custombögen direkt kann ich nichts sagen, weil ich da ein gebranntes Kind bin.

AST

@ Casimir

es trifft immer der Schütze. Der Bogen ist nur das Hilfsmittel.
"Primitive" means FIRST - (not worst)

Sabiji

@Casimir, ich fürchte, die Erfahrung was Bögen, auch in unterschiedlichen Preisklassen unterscheidet, musst du selber machen. Es ist müßig zu beschreiben, wenn man keinen Vergleich hat.
Ich hatte mal ein Kollegen, der hatte immer nur seinen 45 lbs Billig-China-Langbogen geschossen und war voll zufrieden damit. Da ich mit Langbögen angefangen habe, wollte ich den irgendwann auch mal probieren. Erst hatte ich das Gefühl an Stahlseilen zu ziehen und dann war es, als ob ich eine Kaliber 50 AE abfeure. In meinem ganzen Leben habe ich nie wieder einen derartigen Handschock erfahren. Darauf angesprochen kam von ihm vollkommen ohne Verständnis: was für ein Handshock??
Semper Eadem

Landbub

Zitat von: Casimir am 29.11.18, 19:11Gibt es eigentlich auch einen merkbaren Unterschied beim Schießen eines einteiligen Bogens gegenüber Take Down?

Ja, mehrteilig im Sinne von ILF: Das Pfeiltuning ist viel einfacher wegen Anpassbarkeit der Zugkraft und man kann ihn halt tillern. Wenn man z.B. Mediterran schiesst, ist das anders als bei 3under. Wenn Du Dir einen Custom machen lässt, dann fragt dich das der Bogenbauer und baut den Bogen entsprechend. Bei ILF kannst das ach später entscheiden oder umentscheiden.

Und - entscheidend: man kann ihn besse im Rucksack auf dem Fahrrad transportieren.

c70bear

alles was nicht von der Stange ist, ist teurer (meistens) ,besser nicht automatisch
es wird vielleicht einfach ein edleres Holz verbaut oder für den zustätzlichen logistischen Aufwand muss man eben mehr bezahlen.


Ich selbst kann dir sagen, das nicht automatisch ein Custombogen besser in der Qualität oder in der Verarbeitung sein muss als ein Stangenbogen.
Auch wenn er mehr kostet (liegt halt auch in der Fähigkeit des Bogenbauer bzw. mögliche Selbstüberschätzung)

Ein ungarischer/lettischer Bogenbauer kann günstiger sein als ein "Westeuropäischer" oder auch amerikanischer Stangenbogen

Die US Bögen sind die letzten Jahre immer mehr gestiegen ohne as sich am selben Model etwas geändert hat!
 
 
Für den Diener ist der König nur ein Hanswurst

Club 52"

Trasher

30.11.18, 15:53 #11 Last Edit: 30.11.18, 16:04 by Trasher
ZitatIch selbst kann dir sagen, das nicht automatisch ein Custombogen besser in der Qualität oder in der Verarbeitung sein muss als ein Stangenbogen.
Auch wenn er mehr kostet (liegt halt auch in der Fähigkeit des Bogenbauer bzw. mögliche Selbstüberschätzung)
Generell, Custom ist immer nur so gut wie der Bogenbauer und da gibt es immense Unterschiede egal in welchem Land!
Beispiel:

Ein Wurfarm der auf 28"gebaut wurde ist bei einem Auszug von 31" nicht mehr so effizient wie bei 28".
Wenn man davon ausgeht was eigentlich der FAll sein sollte, das der Wurfarm auf 28"  seine optimale Leistung bringt, denn auf die 28" wurde er gebaut.

Also lass ich mir z.B. von meinem Bogenbauer den Wurfarm auf 31" optimieren bzw. bauen.
Wenn ich bei Ihm 50@31" bestelle, dann sind die Wurfarme nicht die gleichen wie ein 28" Wurfarm der einfach nur hochgerechnet wurde.
Also ein ca.43-44#@28 den ich halt einfach bis 31" oder 32" ziehen kann.
Das hat nichts mit Custom zu tun!!
Sprich viele bauen einen Wurfarm auf 28" und lassen nach oben so viel Spielraum das er auch noch mit 32" geschossen werden kann ohne zu stacken!
So kann man die Breite unterschiedlicher Auszugslängen mit ein und dem selben Wurfarm abfackeln!
Es ist durchaus möglich das gleiche Bogenmodell auf 26" bzw. 31" Auszug anzupassen.
Beide haben z.B. 50#, der 26" limb stacked bei 27,5 und der 31" limb stacked bei 32,5".

Bei vielen Bogenbauern ist Custom leider nur die Auswahl der Hölzer und der Optik vielleicht noch eine Griffanpassung und das war's!
Schade eigentlich, den für mich bedeutet Custom das der ganze Bogen komplett an mich angepasst wird und nicht nur eine optische Wahl beinhaltet!

Wer lesen kann ist klar im Vorteil wenn man die Fähigkeit besitzt den Inhalt zu verstehen



0815

Ich nehme an,der arme Teufel hat noch nie einen hochklassigen Bogen geschossen.
Zwei Metallmittelteil mit Wurfarmen schmeissen Pfeile ohne Probleme,egal wie guenstig oder teuer.
Ach ja,das guenstige Metallmittelteil ist wohl 100% eine Chinakopie eines amerikanischen Mittelteils.
Die Wurfarme sind die Klasse die Du gerade schiesst,halt mit schwarzem Glas...

Ich wette,eine ILF Flitsche mit einem Panzerholzmittelteil ist bestimmt das Richtige fuer Dich:


https://www.bogenladen-leipzig.de/Wild-Mountain-ILF-Mittelteil-RH-17-Zoll-walnuss

Wurfarme: Jeder ILF Wurfarm von Euro 60 bis Euro 900 wird es tun.

Auch hier gilt,dass die Mittelklasse normalerwesie das ebste Preis-Leistungsverhaeltnis hat.

Z.B. Anfaenger: https://fertigpfeil.de/Boegen/Wurfarme/WINNERS-Premium-CARBON-Fiber.html

naechste Stufe: https://fertigpfeil.de/Boegen/Wurfarme/WINNERS-premium-Carbon.html

Mittelklasse: https://fertigpfeil.de/Boegen/Wurfarme/WINNERS-elite-CARBON-FOAM.html

Gemaess Lancaster Archery sind die Elite Carbon Foam schneller als die Uhkkas fuer $100 mehr.

Supercurves:
https://www.morrisonarchery.com/product-page/new-max6-custom-order

ACS: http://dryadbows.com/instock/images/Legend/Legend%20ACS-RC.jpg

Das Mittelteil fuer Euro 235 und die Wurfarme von 70 -190 euro kannst Du dir einen guten Mittelklassebogen zusammenbasteln.

Gefaellt die Graphic auf den Wurfarmen nicht, Spruehdose raus und umlackieren (Autofelgenlack)


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