Pfeilbau Anfänger

Begonnen von beardedviking, 05.11.18, 19:22

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ragnar

ZitatIch habe es z.B. schon erlebt, dass Großhändler ihre Schäfte als Mill run kaufen (Mill run: direkt aus der Fräse ohne Sortierung nach irgendwas), dann die Schäfte von Hilfskräften spinen lassen (bei der Spinemessung ist es wichtig, dass auf den Maserungsverlauf geachtet wird, sonst bekomme ich nicht den "richtigen" Spinewert heraus).
Diese Schäfte kommen dann als 1,- / 1,2€ Schäfte in Umlauf und da stimmt dann gar nichts (ausser der Holzsorte vielleicht): ...
Diese Erfahrung hatte ich auch gemacht - ohne Namen zu nennen.
Selbige sind aber leicht an den sehr niedrigen Schaft- und Pfeilpreisen zu erkennen.
"Nichts ist so gerecht verteilt wie der gesunde Menschenverstand.
Niemand glaubt, mehr davon zu brauchen als er hat."
(René Descartes)

beardedviking

Über Superschaft bin ich zufällig auch gerade gestolpert. Vielleicht bestelle ich bei denen mal gewogene Fichtenschäfte.

beardedviking

Zitat von: 0815 am 06.11.18, 21:12Wenn der Bogen 30# bei 28" Auszug hat und Du 28.5 Zoll ziehst, dann hast Du ca. 31# auf den Fingern bei 6.5# Standhoehe.

Ich nehme an, dass du hier 6.5" meinst statt #, oder?

Für den HAN gibt elite-bogen eine Standhöhe von 18cm, also ca. 7" an.

0815

Natuerlich 6.5". Bei 7" Standhoehe aendert sich nichts.  30.69# bei 6.5" und 30.71 bei 7". Also rund 31#.

0815

Dein groesstes Problem wird dein Formfaktor sein. Das ist der Einfluss deines Ablasses auf den dynamischen Spine des Pfeils beim Schuss.
Bsp: Ich schiesse meist gepanzerten Handschuh. Dafuer brauche ich rund 5# steifere Schaefte weil die Finger steif sind und deshalb die Sehne etwas mehr nach rechts und links schwingt. Das muss durch einen etwas steiferen Schaft kompensiert werden.
Schiesse ich mein SAM-Tab, dann kann ich etwas weichere Schaefte schiessen, weil der Ablass sanfter ist.
Bitte keine Rueckschluesse auf Dich dabei ziehen, aber meist sind Anfaenger die mit Handschu schiessen mit 5# mehr Spine gut bedient. Das ist aber meist nur fuer Boegen grosser 40# richtig.
Darunter wird die Durchbiegung wesentlich grosser zwischen den Spines...

Ich wuerd auch mal Alus probieren. Bei Easton ist leider alles guentige fuer 30" Laenge zu kurz oder zu steif.
Aurel hat Alu Schaefte in 1616 oder 1716 in 33". Einer dieser Schafte waere eine gute Wahl. Der 1716 nimmt auch ein RPS insert auf, da kann man dann einfach mit Schraubspitzen tunen. Ansonsten koennen SPitzne leicht bei Alu entfernt warden, wenn man sie mit Heisskleber geklebt hat. Spitzen koennen mit etwas Blei (Schrot) und Feinwaage auch getunt werden. Selbst ist der Mann.
Vorteil: konstantes Material in Spine und Gewicht, gutes Preis-Peistungsverhaltnis. optimal um einen guten Pfeil zu bauen, den man dann leicht in einen passendne Holzpfeil umrechnen kann.

 

AST

07.11.18, 19:33 #20 Last Edit: 07.11.18, 19:48 by AST
Meiner Meinung nach sollte nicht mit ausgefeiltem Tuning gestartet werden.....
1 Satz Schäfte (Meine Wahl bei den Daten wäre roundabout 40lbs Spine, 5/16, Sitka Fichte möglichst leicht (Schaftgewicht volle Länge nicht über 300grains), so abgelängt, dass ein 29" Schaft bei herauskommt (Messung vom Nockboden bis Anfang Spitze - der Schaft muss also bei ca. 30" liegen bevor Spitze und Nocke montiert werden)). Spitzen von 100grains vielleicht auch 70 - 80 grains verwenden (Schraubspitzen lassen sich schneller tauschen). Bei den Nocken ist es Geschmackssache, nur sollte auf die richtige Montage geachtet werden (ich persönlich bevorzuge Selfnocks). Federn nicht über 4" Länge und möglichst flach. Form der Federn ist auch Geschmackssache.

Dann damit Schiessen üben.....vorausschauend vielleicht noch ein paar Reparaturspitzen aus Alu im passenden Gewicht mit dazu besorgen, denn den meisten Bruch gibt es direkt hinter der Spitze und mit einer Repspitze hat man seinen Pfeil ruckzuck wieder startklar.

Neue Schäfte und Tuning kommen dann noch früh genug!
"Primitive" means FIRST - (not worst)

0815

Bei einem Selfbogen schiesst man nicht mehr Spine als # am Finger,sondern ca. 10# weniger als Faustregel und kein Schrottholz natuerlich.
5# Spine zusaetzlich past fuer Boegen ueber 40+ # aber nicht wirklich fuer das leichte Zeugs. Vor allem setzt das immer eine 125 grain Spitze voraus.
Das letzte was man aus einem 30# Bogen schiessen will ist ein 300+ grain Schaft bei 30 Zoll + Nocke+ Federn+Spitze von 100 grain, da kommt man schon locker in den ueber 400 grain Bereich.
Die Reiterboegen reagieren pfeiltechnisch wie ein Selfbogen aufgrund der groesseren Ausmitte.
Der Aluschaft, der 36# =1716 kann mit verschiedenen Methoden getunt werden. Bei voller Laenge von 33" beim Aurel Schaft, lasse ich den Schaft erstmal auf 32" und schaue dann wie er beim Schiessen mit einer leichten Spitze reagiert. Fuers haerter machen kann man dann ablaengen. Schneide ich sofort auf 30", dann hab ich nur noch Spitzengewicht als tuningmoeglichkeit.
Weiss ich welchen Aluschaft ich bracuhe und in welcher Kombination, dann kann ich gut passendes Holzmaterial bestellen. Eventuell ist das Ergebnis zwischen 2 Standard Spinegruppen, dann muss ich Kompromisse machen.

Und von Tuning rede ich in diem Fall von einem Pfeil, der sich korrekt um den Bogen windet. Meist werden heutzutage zu steife Pfeile geschossen.
 

AST

08.11.18, 00:23 #22 Last Edit: 08.11.18, 01:05 by AST
08/15

Wie dieser spezielle Reiterbogen schiesst, weiß ich nicht. Du? Ansonsten verlassen wir uns beide auf unsere Erfahrungen!
Bei einem Pfeil, der 2" länger ist in seiner Gesamtlänge als 28" gehe ich davon aus, dass er wie ein 8-10 lbs weicherer Schaft reagiert. Wenn der Threadersteller einen kürzeren Auszug hätte, hätte ich auch einen anderen Ausgangsspine empfohlen.
Das Spitzengewicht habe ich extra etwas leichter gewählt, damit der Schaft etwas härter reagiert - empfiehlst du dem Threadersteller selber in einem deiner vorherigen Post in Bezug auf Anfänger mit Handschuh.

Die 300grains als Obergrenze beziehen sich auf einen Schaft volle Länge. Da geht noch etwa 20 - 30 grains runter durch ablängen und schleifen und dann kommt die Spitze dazu und man kommt auf ein Gewicht von ca. 360 - 380 grains als Obergrenze (nicht über = eher weniger).
Das ist immer noch schwer für einen 30lbs Bogen, aber es ist auch schwer genug, Holzschäfte zu finden die deutlich (mindestens 50-80grains) leichter sind. Da muss man schon Glück haben oder lange suchen. Mit Sitka Fichte scheint mir das am einfachsten. Genaueres empfehlen kann dann der Händler - und bei der Händlerin/ Herstellerin für Sitka Schäfte in D weiß ich, dass sie weiß, was sie tut.

Vielleicht probiert der Threadersteller ja auch Holz und Aluminium aus, vielleicht sogar Carbon und berichtet uns dann von seinen Erfahrungen und seiner letzendlichen Wahl...

Ach ja, ich baue übrigens regelmässig Holzpfeile für 30-35lbs Bögen, da meine Frau in dieser Zugvewichtsklasse schiesst. Daher weiß ich, wie schwer es ist, richtig leichte Holzschäfte zu bekommen und wie die Pfeile auf Holzbögen reagieren. 


"Primitive" means FIRST - (not worst)

ragnar

ZitatWie dieser spezielle Reiterbogen schiesst, weiß ich nicht. Du? Ansonsten verlassen wir uns beide auf unsere Erfahrungen!
Ein schlankerer Griff als z.B. ELBs, sonst wie ein normaler einteiliger Recurve.
Besagter Han-Bogen ist etwas länger und schwerer als andere "Reiterbögen", was hier von Vorteil ist.

Allerdings sollte der OT besser das Mindest-Pfeilgewicht in Erfahrung bringen. Andere Bögen diesen Stils und dieser Bauweise haben 10..13gpp.

ZitatAch ja, ich baue übrigens regelmässig Holzpfeile für 30-35lbs Bögen, da meine Frau in dieser Zugvewichtsklasse schiesst. Daher weiß ich, wie schwer es ist, richtig leichte Holzschäfte zu bekommen und wie die Pfeile auf Holzbögen reagieren.
Hier wäre eine Daumentechnik mit langem Auszug von Vorteil.
Ich habe problemlos 400 grain Holzpfeile auf 30# Bögen geschossen. Mit 32" Auszug ist das energetisch äquivalent zu einem 40#-Recurve (mit 28"/8").
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AST

Den Bogen weiter ausziehen bedeutet bei 30lbs@28" pro Zoll mehr Auszug auch in der Regelzwischen 2 und 3 lbs mehr Zuggewicht evt. sogar mehr, falls der Bogen schon anfängt zu stacken (überpropotionale Zuggewichtszunahme), also hat der Bogen dann roundabout 40lbs@32".
Da würde ich persönlich aber schon noch etwas höher gehen, was den Spine der Pfeile angeht. Ist aber ein anderes Thema und leichter werden die Schäfte dadurch auch nicht.

Dass die Daumentechnik etwas anders ist, als die konventionelle 3Finger Zug- und Releasetechnik ist schon klar. Aber der Threadersteller möchte nun mal mediterran schiessen....
Da ich auch im konventionellen Stil schiesse, passen meine Erfahrungen schon.  Auch mit Selfbows oder englischen Langbögen  oder sonstigen Bögen aus Naturmaterial kann man verhältnismässig schwere Pfeile schiessen.
Gerade bei Anfängern auf relativ kurze Entfernungen (bis max.30m) macht das in meinen Augen sogar Sinn.
Da gibt es aber bestimmt auch wieder verchiedene Ansichten drüber 8)

beardedviking wird sich entscheiden und uns darüber hoffentlich berichten. Seine ersten Pfeile werden bestimmt nicht seine letzten sein, wenn ihn der Virus mal richtig gepackt hat.
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ragnar

Das paßt schon.
Der Bogen hat ja einen maximalen Auszug von 34", da wäre also noch was möglich.

Die Probleme die ich sehe:
1. Mit Holzpfeilen kommt man bei niedrigen Zuggewichten wie 30# kaum unter 13..14gpp, und das wird schwierig auf >40m. Unsere Ziele sind auf maximal 54m (60yards) gestellt. Bei längerem Auszug wird der Pfeil nur unwesentlich schwerer, aber das Zuggewicht höher und das gpp-Verhältnis besser. Ich habe einmal direkt mit einem ELB-Schützen auf 54m vergleichen können. Bei etwas gleichschweren Pfeilen hatten meine bei 35#@31" eine wesentlich flachere Flugbahn als seine bei 45#@28".
2. Bogenklassen bei Wettbewerben. Viele Veranstalter haben Probleme, derartige Reiterbogen (quasi Recurves ohne Shelf) einzuordnen. Mit Glück und Holzpfeilen darf man in der LB-Klasse mitschießen, sonst BHR. Ich spreche da aus Erfahrung ...

Aber Hauptsache, dem Threadersteller macht es Spaß. Der Rest kommt später.
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beardedviking

Toll, dass hier so rege diskutiert wird, da kann ich ja nur lernen. :)

Ein paar Anmerkungen meinerseits noch:

Ich schieße aktuell nur Holzpfeile. Den ersten Satz hatte mir mein Lehrer gebaut und das waren bis jetzt auch die besten. Ein paar davon leben auch noch. Mein Ziel ist es erstmal mit den selbstgebauten Pfeilen ungefähr da ran zu kommen. Ich werde ihn auch nochmal löchern und mir Tipps holen.

Ich habe auch einen Satz Pfeile die für meinen mediterranen Auszug eigentlich zu lang und zu schwer sind, die nehme ich aber gerne mal auf kürzere Distanzen her, einfach weil sie sehr schön sind. Bei denen merkt man aber sehr schön, dass sie ab 25-30 Metern einfach runterfallen.

Zum Thema Stacking: mir haben schon mehrere erfahrene (Reiterbogen-) Schützen bestätigt, dass der Bogen im Prinzip keinerlei Stacking zeigt, sondern sich tatsächlich sehr leicht bis 34" ziehen lässt. Da ist dann einfach Schluss. Eigentlich war bis jetzt jeder vom HAN einfach nur begeistert.

Elite-Bogen gibt die Zugewichtszunahme übrigens mit ca. 2,5# pro Zoll an.

Ich werde auf jeden Fall berichten wie es weitergeht. Bin schon ziemlich angefixt mittlerweile. :D

0815

Also die Pfeile von deinem Lehrer fliegen am Besten?
Dann macht es Sinn sich mal den Spine, deren Laenge und Spitzengewicht zu erfragen.
Offensichtlich passen die ja vom Spine her.
Ziel ist es jetzt wohl nur einen leichteren Schaft mit den gleichen Parametern zu finden.
Bei Elitebogen kannst Du mal nach dem Sehnenmaterial fragen und die Straenge kannst Du selber zaehlen.  Und auch mal die Breite des Bogens an der Pfeilanlage messen.
Diese Daten mal posten damit man sehen kann was da so vor sich geht.

AST

09.11.18, 23:51 #28 Last Edit: 10.11.18, 15:24 by AST
Na wenn du Pfeile hast, die gut fliegen, sind diese Pfeile als Muster doch optimal. Durchmesser, Spine,
Pfeilgewicht, Spitzengewicht, Schaftmaterial, Federform und Federgröße sind doch die Eckdaten, die du für deinen Einkauf brauchst. Dein Lehrer kann dir bestimmt mit Infos helfen.
Wäre mal interessant zu wissen, welche Eckdaten deine Pfeile haben.
Lass dir aber auch unbedingt beim Bau deiner ersten Pfeile helfen...dein Lehrer kann dir da bestimmt auch Tips zu Werkzeug etc. geben.
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beardedviking

Ich habe am HAN mal nachgemessen, da wo ich den Pfeil anlege ist er ca 25 mm breit. Also 12,5 mm Ausmitte.

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