Startgeld ist Reuegeld bei Turnierabsage

Begonnen von El Torrro, 13.09.18, 21:05

Soll der Verein zurückzahlen?

Ja
40 (88.9%)
Nein
5 (11.1%)

Stimmen insgesamt: 45

Umfrage geschlossen: 27.09.18, 21:07

Nach unten

ravenheart

Ich schätze es so ein:

Startgeld = Reuegeld allgemein:
Rechtlich gar nicht so unsicher, schätze ich. Vertragsfreiheit bedeutet, man darf auch von den gesetzlich geregelten Verfahrensweisen abweichen, so lange die Abweichung nicht sittenwidrig ist oder gegen "Treu und Glauben" verstößt.

Das dürfte hier zutreffen, denn die Regelung ist etabliert und bei allen Anmeldung bekannt. Damit wird sie Teil des Vertrages.


Absage der Veranstaltung:
Anders sieht es aus, wenn der Veranstalter absagt. Kann er keinen Alternativtermin anbieten, muss es zurückzahlen, und auch MIT Alternativtermin selbst denen, die am Alternativtermin nicht können, denn durch die Absage ist der Vertrag gekündigt, und damit auch seine Regelungen.

Und was den Streitwert angeht: Es müsste nur jemand eine Sammelklage anleiern.

Rabe

Kuckingen

Reugeld ist juristisch gar nicht fragwürdig. Als Startgebühr bei uns natürlich gering. Bei Marathonläufen, 70 Euro aufwärts, ein anderes Thema. Vor allem möchte man sich vor etwaigen Verlusten, durch nicht erscheinen absichern, dass zumindest der Voraufwand abgedeckt werden kann. Dies ist auch bei größeren Verträgen üblich und kommt vor.

Wenn der Vertrag, seitens des Anbieters natürlich nicht erfüllt wird, dann ist die Startgebühr natürlich in vollem Unfang zurückzuzahlen.
Dem klugen Schützen gleicht der höhere Mensch. Verfehlt dieser sein Ziel, so wendet er sich ab und sucht die Ursache seines Fehlschusses in sich!

Ladjer

Die Idee, mal den Verein mit den hier gedachten Gedanken zu konfrontieren (von Karly) finde ich gut. Vielleicht hat das dort auch einfach jemand nicht zu Ende gedacht und weiß jetzt vielleicht wie er aus der Nummer raus kommt. So was gibt es ja schon mal. Dann wäre die Diskussion hier eine Hilfestellung.
Welchem Verein ist denn das passiert?

0815

Startgeld ist Reuegeld gilt wenn der Schuetze sich verbindlich anmeldet und dann nicht erscheint.
Der Veranstalter veranstaltet ja das Turnier und hat fuer den Starter einen Platz freigehalten.
Ist also wie bei einem Konzert, wo man die Karten auch nicht einfach zurueckgeben kann, wenn man nicht zum Konzert erscheint.

Startgeld ist Reuegeld gilt nicht fuer den Fall, dass der Veranstalter aus irgendwelchen Gruenden das Tuernier absagt.
Kostenrisiken der Planung von Veranstaltungen traegt der Veranstalter.
Keine Veranstaltung, keine Leistung und damit auch kein Anspruch auf Startgeld.
Stellt er einen Ersatztermin bereit, dann muss er trotzdem den angemeldeten Leuten, die an diesem Termin nicht koennen, das Startgeld zurueckerstatten.

Ich moechte ueberhaupt nicht wissen, welcher Verein das ist, denn mit dieser Nummer hat sich der Verein fuer die Zukunft boese in die Nesseln gesetzt.



El Torrro

Ich werde den Verein hier nicht öffentlich nennen. Wer mich per PM fragt, bekommt Antwort.

Mittlerweile habe ich erfahren,dass es im nächsten März einen  Ersatztermin geben soll. Aber Schützen die im März nicht teilnehmen wollen, bekommen das Geld nicht zurück. Sie können sich Ersatz suchen, die deren Plätze übernehmen.
Gibbs Rule 9: "Never go anywhere without a knife."

AKie

Hoi Bogengemeinde,
ich sehe das wie kuckingen, ravenheart u.a.:

Da ich selbst einmal ein Turnier absagen musste, kann ich da nur klar feststellen: Es war selbstverständlich, dass der Betrag vollumfänglich zurückzuüberweisen wurde! Ist übrigens juristisch auch so festgelegt.

Aus unserem "Vereinsgeschehen" kann ich auch klar festhalten, dass das "Startgeld = Reuegeld" juristisch einwandfrei ist (wurde an mehreren Stellen überprüft, auch von div. Verbänden) ... man kann es z. B. auch mit einem Restaurant vergleichen: Wenn ich etwas bestellt habe, dann muss ich das auch bezahlen - auch wenn ich zwischenzeitlich überlegt habe, dass ich ja doch keinen Hunger habe. Es gibt sicher Grenzsituationen ... da sollte aber der gesunde Menschenverstand (so vorhanden) greifen ...

Für mich/uns ist es auch selbstverständlich, dass wir das Meldegeld zurückbezahlen, wenn es "triftige" Gründe gibt (schwere Erkrankung ...).

Sowas, wie hier beschrieben, geht gar nicht ...

Hoffe, das klärt sich ...
Und die "Ersatzterminlösung" ist (vergleichbar mit Konzertabsagen - da ist das juristisch auch geklärt) durchaus OK ... kann man dann jedoch nicht teilnehmen, kann man die "Konzertkarte" (sorry ... den Turnierplatz) ja zurückgeben.

Ein Verein, der so agiert, sieht mich sicher nicht mehr auf seinen Turnieren ...

lg
akie
Wie kann man treffen, wenn einem ein Visier den Blick aufs Ziel versperrt?

Achtbaeren

15.09.18, 12:24 #21 Last Edit: 15.09.18, 12:28 by Achtbaeren
Fehlerhaft gelöscht
Nunc est bibendum!

Sehnenbauer, Bogenbauer, Hundeliebhaber, Humorist

Achtbaeren


Akie und Karly sind da voll auf Kurs....

Menschlich - dürfte sich hier keine Diskussion oder gar Blöße entwickeln.

Meine Klare Linie wäre - Nachholen des Turniers zum Ersatztermin, wer da nicht
kann, kann wählen zwischen einer "Freikarte" fürs kommende Jahr oder Geld direkt zurück.

Aber Werbung ist das für "solch einen Verein" schon, nur die Qualität und Effekte
dieser Werbung sind....

Sonnigs Grüßle
Micha
Nunc est bibendum!

Sehnenbauer, Bogenbauer, Hundeliebhaber, Humorist

Waldgeist

In dem geschilderten Beispiel, wo der Veranstalter das Turnier in Gänze abgesagt hat, ist es nur billig und angemessen, dass er die bereits erhaltenen Startgelder zurück überweist. Ja, "Startgeld ist Reuegeld"
ABER: Das Startgeld ist mein Ersatz für die anfallenden Kosten im Rahmen meiner Teilnahme (Leistung./. Gegenleistung).
Jeder Mensch kann irren, aber Dummköpfe verharren im Irrtum!
Cicero

PG

Es ist doch ganz klar, der Satz bezieht sich auf den Fall, ich melde mich an, zahle und gehe aus irgendeinem Grund nicht hin. Die Schuld liegt bei mir, und das Geld ist weg. Wenn der Verein das Turnier absagt, sollter er Ersatz leisten, entweder durch Verschieben des Turniers oder durch Rückerstattung.
Peter
Never too old to Rock 'n' Roll, but too young for Schlagermusik

Nergal Recurve 66"39#
Marduk LB 68"40#
Osage Selfbow, 68"40#
Bambus Massa, 68"48#

Juergen Becht

ZitatIch finde der Veranstallter sollte nicht zurückzahlen aber auf jedenfall das Turnier nachholen ...
Wenn das nicht erfolgt dann muss er zurückzahlen...

So würde ich es auch handeln.
Aber, er sollte das Turnier alsbald nachholen, denn, die Gefahr ist groß dass:

a) das Geld weg ist
b) er im folgejahr evtl. nicht mehr weiss, wer schon überwiesen hat
c) evtl. die Startgebühr erhöht

Wenn der verein was auf sich hält versucht er das so kulant als möglich zu lösen, denn er möchte ja
das man weiterhin an seinem Turnier teilnimmt...
frei nach Harry Calahan:

Das ist ein 53lbs.  Border Griffon,
der bläst dir das Hirn aus dem Schädel ....
Fühlst du dich wohl ?

Sabiji

Zitat von: 0815 am 14.09.18, 20:45Ist also wie bei einem Konzert, wo man die Karten auch nicht einfach zurueckgeben kann, wenn man nicht zum Konzert erscheint.

Eine Eintritts- oder Konzertkarte ist rechtlich eine vollkommen andere Geschichte. Eine Konzertkarte ist ein Inhaberdokument für das Recht an Teilhabe einer Leistung. Kann die Leistung nicht erbracht werden, hat der Inhaber Recht auf Erstattung.
Semper Eadem

Kuckingen

Also selbst nicht erscheinen und dann das Geld zurückbekommen beim Konzert. Naja, da ist man als Kunde schon selbst verantwortlich.

Grundsätzlich ist der Vergleich mit dem Konzert schon sehr gut. Bei Absage, seitens des Veranstalters hat man das Geld zurückzubekommen. Daher ist eine Versicherung für solche Veranstaltungen durchaus zu empfehlen.

Denn schließlich hat man einen Vertrag abgeschlossen, man hat bezahlt, die Leistung wurde nicht erbracht.
Ergo Vertragsbruch, mangels Erfüllung des Vertrages geht das Geld an den Kunden zurück.
Ich habe gerade keine Zeit die passenden Paragraphen zu suchen.
Dem klugen Schützen gleicht der höhere Mensch. Verfehlt dieser sein Ziel, so wendet er sich ab und sucht die Ursache seines Fehlschusses in sich!

Sabiji

Zitat von: Kuckingen am 17.09.18, 12:41Also selbst nicht erscheinen und dann das Geld zurückbekommen beim Konzert. Naja, da ist man als Kunde schon selbst verantwortlich.

Grundsätzlich ist der Vergleich mit dem Konzert schon sehr gut. Bei Absage, seitens des Veranstalters hat man das Geld zurückzubekommen. Daher ist eine Versicherung für solche Veranstaltungen durchaus zu empfehlen.

Denn schließlich hat man einen Vertrag abgeschlossen, man hat bezahlt, die Leistung wurde nicht erbracht.
Ergo Vertragsbruch, mangels Erfüllung des Vertrages geht das Geld an den Kunden zurück.
Ich habe gerade keine Zeit die passenden Paragraphen zu suchen.

Das ist kein Vertragsbruch, sondern Störung des Vertrags auf der Erfüllungsebene.

Leute, ich habe doch überhaupt nichts dagegen, das Startgelder bei nicht erscheinen futsch sind. Das ist vollkommen okay und ich akzeptiere es, wenn ich es zahle.

Aber wenn es wie hier zu einem Problem kommt, und jeder seine Rechte einfordert, dann darf ich doch Fragen: "auf welcher Rechtsgrundlage?"

Gerade der Begriff "Leistung erbringen" ist steuerrechtlich in der Gemeinnützigkeit ein gefährlicher Begriff.

Deshalb, was sind Stargelder bei Spaßturnieren, ausgerichtet von einem e.V. überhaupt?

Haben Sie den Charakter von Eintrittskarten? Dann hat man das Recht, wie ich schon schrieb, auf Erstattung bei nicht Erbringen der erwarteten Leistung.
Nur dann bewegen sich gemeinnützige Vereine beim Finanzamt auf sehr dünnen Eis.

Sind es Gebühren? Gegenleistungen von Gebühren sind administrativer Natur, Verwaltung, Organisation und dergleichen oder eine Überlassung gegen Entgelt. Sind es Beiträge? Gebühren und Beiträge sind gemeinnützig unverfänglich, aber Beiträge bedürfen keiner Gegenleistung. Sind es Gebühren, dann sind die Gelder in diesem Falle ebenfalls schon "verwaltet" worden und rein rechtlich auf Erstattung wird es schwierig.

Semper Eadem

ragnar

ZitatSind es Beiträge? Gebühren und Beiträge sind gemeinnützig unverfänglich, aber Beiträge bedürfen keiner Gegenleistung. Sind es Gebühren, dann sind die Gelder in diesem Falle ebenfalls schon "verwaltet" worden und rein rechtlich auf Erstattung wird es schwierig.

Auf der anderen Seite könnte bei Ausschreibung einer Veranstaltung mit Teilnahmegebühren (Startgebühr) und folgender ersatzloser Streichung der Verdacht des Betruges aufkommen.
"Nichts ist so gerecht verteilt wie der gesunde Menschenverstand.
Niemand glaubt, mehr davon zu brauchen als er hat."
(René Descartes)

Nach oben