Fast Flight Plus

Begonnen von Astra, 05.09.18, 10:52

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Astra

Wenn der Bogen für Fast Flight frei gegeben is verkraftet er den auch Fast Flight Plus Sehnen?

friedrich

Astra,
die Definition, fastflight geeignet, bezieht sich auf die Eignung des jeweiligen Bogens für alle 100% HMPE Garne, also alle reinrassigen Garne. Es sind alle Bogensehnengarne gemeint, die aus den DSM Dyneema Garntypen SK65, SK75, SK78, SK90 und SK 99 gefertigt sind, also auch FF+, FF2000, D97, D10, BCY 8125 usw.

Dabei gelten diese Hinweise im traditionellen Bogenbereich für alle Holzbögen und beziehen sich ausdrücklich auf flämisch gespleißte Sehnen.

Die Qualitätsaussage, fastflight geiegnet, schließt aber ausdrücklich Hybridgarne wie z. B. BCY452x oder ähnlich nicht ein. Hier ist jedoch eine Vielzahl von Bogenschützen das Risiko eingegangen, auch Hybridgarne zu verwenden, offensichtlich ohne erkennbaren Schaden an den Bögen.
Gruß
Manchmal verliert man und manchmal gewinnen die anderen

Astra


0815

Das Risiko von Hybridgarnen ist kein Risiko, den das einzige Problem von FF mit den alten Glasboegen lag an den Tips und am Bogendesign.
 
1.) waren die neuen FF Sehen duenner, da diese nach Reissfestigkeit bemseen wurden und uebten damit mehr Druck auf eine kleinere Oberflaeche aus
2.) ist FF wesentlich abrasiver(haerter und rauer) als B50
3.) wurde bei den alten Boegen vorwiegend unidirektionales Glas verwendet. Heute unidirectional mit scrim (Scrim ist eine Querklage)
4.) waren viele alte Bogen einteilig und mit einem Holzmittelteil das ueber die Mitte geschnitten ist ausgefuehrt

Schaden entstand vorwiegend ausgehend von den Tips, wo sich das neue Sehnenmaterial wie eine Feile einarbeitete und dann das unidirektionale Glas mitsamt dem duenen Laminat (welches auch mit gutem unidirektionalen Faserverlauf ausgestatet sein soll)spaltete
Schaden kann auch an der Oberkante des Uebergangs Pfeilauflage/Pfeilanlage entstehen, da viele dieser Boegen eine geraden Auschnitt hatten/haben (Massenfertigung)
Da Spannungen nie einen 90 Grad Winkel ueberwinden koennen, entsteht in dieser Ecke gerne ein Riss.
Zusammen mit einer schaerferen Frequenz durch die geringere Sehnendehnung und die oft kurzen Fasern der verwendeten Tropenhoelzer und die Schaffung von inneren Torsionsspannungen durch "ueber die Mitte schneiden" fuehrt das unter Umstaenden zu einem Bruch an dieser Stelle.

Waere die geringe Dehnung von FF etc. der alleinige Grund fuer das Versagen, dann koennte man kein FF auf einem Holzbogen schiessen.
Das kann man aber problemlos machen, solange man die Oehrchen aufpolstert und da ein Holzbogen normalerweise kein Bogenfenster hat.

TD Boegen sind geschuetzt, mit einem entsprechenden Tip-Overlay, welches die Sehnenkerbe vor abrasiver Wirkung schuetzt. Die Schwingfrequenz wird am Uebergang Mittelteil/Wurfarm gebrochen.
Die meisten modernen Boegen verwenden bestimmte Laminattechniken im Griffstueck, welche die Schwachstelle von Holz quer zur Faser veerhindern/verstecken.
Das heute auch noch dumme Bogendesigns hergestellt wurden,beweisst z.B. das Pinnacle II Mittelteil von Tradtech. Das Mittelteil ist fuer Risse anfaellig, da es eine Klebefuge auf Zug beansprucht + Vibration.

 
 

Blankbogner

@0815
ganz gut erklärt . ;)
Viele Hybridgarne haben sogar etwas mehr Dehnung bei 80% Belastung wie das FF+
FF+hat da 3,4%
452x hat 3,8% (sofern ich es richtig in Erinnerung habe) 
FF+ ist halt schon sehr in die Jahre gekommen. .. 
Nachteil davon, es fasert sehr stark aus, was ein häufiges nachwachsen erfordert, es ist sehr temperaturschwankungsanfällig, was die Standhöhe schnell ändert. 
Nach dem abspannen zieht es sich deutlich mehr zusammen, wie manche Hybrid Garne, was beim aufspannen und erst einigen Schüssen wieder passt. 
Das 452x hat all diese Eigenschaften nicht. Einmal eingeschossen, hält es seine Länge ziemlich genau selbst beim erneuten aufspannen. Bei Temperaturschwankungen bleibt es sehr stabil, vor allem auch mit der Leistung. Und oft wachsen muß mann es auch nicht, es fasert fast nicht aus..
Außerdem ist es auf den meisten Bogen leiser und trockener und selbst renomierte deutsche Bogenbauer wie Achim Stegmeyer nutzen es auf ihren Lang-und Recurvebogen mit bestem Erfolg und wer dem Achim seine Langbogentips kennt, weiß daß die so klein und schmal sind, wenn solche Tips davon keinen Schaden nehmen, dann liegt ein Bogenbruch auch nicht an dem Sehnenmaterial wenn es richtig verarbeitet wird, sondern eher an dem Pfeilmaterial das heute ja immer leichter, schneller, weiter. . .sein muß. 
Servusla, bis bald....Guidl



http://stringwistler.blogspot.de

friedrich

Zitat von: 0815 am 06.09.18, 02:11Das Risiko von Hybridgarnen ist kein Risiko, den das einzige Problem von FF mit den alten Glasboegen lag an den Tips und am Bogendesign.
 
1.) waren die neuen FF Sehen duenner, da diese nach Reissfestigkeit bemseen wurden und uebten damit mehr Druck auf eine kleinere Oberflaeche aus
2.) ist FF wesentlich abrasiver(haerter und rauer) als B50
3.) wurde bei den alten Boegen vorwiegend unidirektionales Glas verwendet. Heute unidirectional mit scrim (Scrim ist eine Querklage)
4.) waren viele alte Bogen einteilig und mit einem Holzmittelteil das ueber die Mitte geschnitten ist ausgefuehrt

Schaden entstand vorwiegend ausgehend von den Tips, wo sich das neue Sehnenmaterial wie eine Feile einarbeitete und dann das unidirektionale Glas mitsamt dem duenen Laminat (welches auch mit gutem unidirektionalen Faserverlauf ausgestatet sein soll)spaltete
Schaden kann auch an der Oberkante des Uebergangs Pfeilauflage/Pfeilanlage entstehen, da viele dieser Boegen eine geraden Auschnitt hatten/haben (Massenfertigung)
Da Spannungen nie einen 90 Grad Winkel ueberwinden koennen, entsteht in dieser Ecke gerne ein Riss.
Zusammen mit einer schaerferen Frequenz durch die geringere Sehnendehnung und die oft kurzen Fasern der verwendeten Tropenhoelzer und die Schaffung von inneren Torsionsspannungen durch "ueber die Mitte schneiden" fuehrt das unter Umstaenden zu einem Bruch an dieser Stelle.

Waere die geringe Dehnung von FF etc. der alleinige Grund fuer das Versagen, dann koennte man kein FF auf einem Holzbogen schiessen.
Das kann man aber problemlos machen, solange man die Oehrchen aufpolstert und da ein Holzbogen normalerweise kein Bogenfenster hat.

TD Boegen sind geschuetzt, mit einem entsprechenden Tip-Overlay, welches die Sehnenkerbe vor abrasiver Wirkung schuetzt. Die Schwingfrequenz wird am Uebergang Mittelteil/Wurfarm gebrochen.
Die meisten modernen Boegen verwenden bestimmte Laminattechniken im Griffstueck, welche die Schwachstelle von Holz quer zur Faser veerhindern/verstecken.
Das heute auch noch dumme Bogendesigns hergestellt wurden,beweisst z.B. das Pinnacle II Mittelteil von Tradtech. Das Mittelteil ist fuer Risse anfaellig, da es eine Klebefuge auf Zug beansprucht + Vibration.

 
 


Nur zur weiteren Klarstellung:

HMPE Garne wie z. B. FF werden für diese Bogenkategorie nur als flämisch gespleißte und nicht als Enddlos Sehne verwendet.

Gruß


Manchmal verliert man und manchmal gewinnen die anderen

0815

Vollkommen belanglos ob endlos oder flaemisch....
Eine Endlossehne ist durch die Wicklung am Oerchen schon breiter als eine gleichstraengige flaemische Sehne ohne Oehrchenpolsterung.

0815

Es gibt tonneweise Schuetzen die FF und die neuen "Hybridgarne" als Endlossehne auf iheren traditionallen Boegen schiessen.
Das ist schlichtweg eine persoenliche Praeferenzsache.
Nur eine schottische "high Performance" Bogenschmiede gibt nur bei  Verwendung eines bestimmten Sehnenmaterials Garantie.
Ob es die Schuetzen kuemmert, ist mir nicht bekannt. M.E. eine Lachnummer...

AST

Zitat von: 0815 am 06.09.18, 19:47Vollkommen belanglos ob endlos oder flaemisch....
Eine Endlossehne ist durch die Wicklung am Oerchen schon breiter als eine gleichstraengige flaemische Sehne ohne Oehrchenpolsterung.

Wobei man immer beachren sollte, dass eine 12 Strang flämisch auch 12 Stränge im Öhrchen hat und eine 12 Strang endlos nur 6 ..... und ohne Wicklung ist das dann schon dünn in den Tips.
"Primitive" means FIRST - (not worst)

cweg

Ich schieße meinen Jagdrecurve mit Endlossehne, offene Öhrchen und Verstärkung (2 Strang Dacron oder 4 FF), geht wunderbar, schnell und soft.
Recurve Alpsbow Shadow Shadow Techno Special 62" 44#@30"

AST

Mit nem ordentlichen Tipoverlay sollte das auch kein Problem sein...
Ich schieße meine Holzbögen mit 12 Strang FF (oder Spectra oder 8125,...) mit 4 Strang Verstärkung teilweise auch ohne Nockverstärkung einfach die Nockkerbe ins Holz geschnitten....bislang keine Probleme an dieser Stelle. Tipoverlay sind mir schon einige in der Klebung abgeflogen..... einfach wieder neu gemacht und mit nem anderen  (geeigneten 8) ) Kleber hält das dann.
"Primitive" means FIRST - (not worst)

Landbub

Zitat von: AST am 06.09.18, 21:07Wobei man immer beachren sollte, dass eine 12 Strang flämisch auch 12 Stränge im Öhrchen hat und eine 12 Strang endlos nur 6 ..... und ohne Wicklung ist das dann schon dünn in den Tips.

Wenn mans 2farbig macht, dann sinds zumindest 7 übers Tip.

AST

Zitat von: Landbub am 10.09.18, 01:34
Zitat von: AST am 06.09.18, 21:07Wobei man immer beachren sollte, dass eine 12 Strang flämisch auch 12 Stränge im Öhrchen hat und eine 12 Strang endlos nur 6 ..... und ohne Wicklung ist das dann schon dünn in den Tips.

Wenn mans 2farbig macht, dann sinds zumindest 7 übers Tip.


???
"Primitive" means FIRST - (not worst)

friedrich

Zitat von: Landbub am 10.09.18, 01:34
Zitat von: AST am 06.09.18, 21:07Wobei man immer beachren sollte, dass eine 12 Strang flämisch auch 12 Stränge im Öhrchen hat und eine 12 Strang endlos nur 6 ..... und ohne Wicklung ist das dann schon dünn in den Tips.

Wenn mans 2farbig macht, dann sinds zumindest 7 übers Tip.

Landbub,
rechne uns mal vor.
Gruß
Manchmal verliert man und manchmal gewinnen die anderen

Absinth

Bin auch an der Lösung interessiert.


Danke und beste Grüße,
Absinth
nihil sine deo

Mit den Besten vergleichen - selbst Spitze erreichen.

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