Schlechte Sehne erhalten, kein Umtausch

Begonnen von Pseudokrieger, 29.08.18, 16:08

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friedrich

Zitat von: Patsche am 07.09.18, 18:42Da dieses Thema in eine Art Diskussionen "ausartet", frage ich mal in die Runde, was ihr von Sehnen aus natürlichen Leinen haltet?
Da ich irgendwann demnächst einen traditionellen Haithabu-Bogen kaufen möchte, überlege ich, ob ich mir diese Art von Sehne zu lege, da es einfach besser passt.
Habt ihr mal Leinensehnen ausprobiert? Oder nutzt ihre selber welche?
Patsche,
nein, ich nutze für meinen olympischen Recurve keine Sehnen aus pflanzlichen Fasern und habe deshalb keine eigenen Erfahrungen. Ich könnte bei Bedarf nur etwas zu den Garnstärken in Nm bzw. zu gezwirntem Garn sagen.
Gruß
Manchmal verliert man und manchmal gewinnen die anderen

Uller

Zitat von: AST am 07.09.18, 19:50@Patsche

Ja, ich habe Leinensehnen gemacht, geschossen usw. hauptsächlich bei prähistorischen Turnieren (da ist kein Plaste erlaubt)

Ich habe diverse Leinengarne ausprobiert und bei der Machart bin ich dann bei flämisch Spleiß und 2 eingearbeiteten Öhrchen hängen geblieben, da Knoten egal welcher Art immer eine Schwachstelle darstellen.

Die " besten" Ergebnisse habe ich mit vorgewachstem (gepichten) Schusterleinen von Hoogen oder Gruschwitz bekommen (die Garnbezeichnungen lauten 18/6, 18/8, 20/6, 20/8). Solches Garn gibt es im Sattlerbedarf und im Schumachergroßhandel (evt. auch bei einem Schuhmacher um die Ecke).
Bis 50 / 60 lbs reichen von dem Garn 8 - 10 Stränge für eine Sehne. Sie ist dann etwas dicker als eine 12 oder 14 Strang Dacron. Aus dünnem Leinengarn (50/3) habe ich dann meist noch eine Mittelwicklung gemacht.

Ausprobiert habe ich auch Garn aus Irland  (war poliert aber leider nicht gepicht und deswegen musste ich mühselig von Hand wachsen, was bei poliertem Garn sehr aufwendig ist), Garn aus Frankreich (von ner Firma, die es nicht mehr gibt, aber das Garn war sehr gut), ausserdem ein sehr festes Garn, was ich aus der Schweiz hatte (leider hat der "Händler" das Garn, um es zu wachsen in flüssiges Wachs getaucht und das Garn ist so vollgesogen, dass zu Anfang die Bogensehne beim aufspannen des Bogens und Sommertemperaturen über 30° Wachs ausgetropft hat. Ausserdem ist das Garn durch das viele Wachs sehr schwer). Dann habe ich noch ein Knäuel aus Schleswig Holstein von einem alten Bogenkollegen. Da habe ich aber noch keine Sehne draus gebaut, da es sehr inhomogen und nicht gewachst ist.

Bei Hermanski gibt / gab es Leinengarn aus England oder Irland und bei Horst Perk (die Bogenbautradition) gibt es meines Wissens nach auch  Leinensehnen....

Ein Freund von mir, der eigentlich ein begnadeter Flintknapper ist, aber sonst auch in Archäotechnik sehr fit, hat sich aus Installateurshanf eine Sehne gedreht. Die war zwar etwas dicker als die sonst üblichen Leinensehnen, die bei den prähistorischen Meisterschaften geschossen werden, aber funktioniert hat die auch gut.

P.S. Ich habe Leinensehnen schon gebaut und geschossen, da gab es noch keines der momentan aktiven Bogenforen...


Danke Dir , für diesen inhaltvollen Beitrag !

Ich habe bislang nur mal eine Sehne aus guter Hanf-Wurschtkordel aus dem Metzgerbedarf gezwirbelt...

AST

25.09.18, 15:55 #77 Last Edit: 25.09.18, 16:26 by AST
Auf Primitive Archer  ( http://www.primitivearcher.com/smf/index.php/topic,64206.0.html ) zeigt der User half-eye gerade ein neues Jagdset bei welchem die Sehne aus Rohhaut gedreht ist.
Er beschreibt auch gut wie er das macht!
Ist für einige bestimmt auch interessant.

P.S. Es gab einiges Interesse wegen eines Sehnenbrettes, von welchem ich in diesem Thread gesprochen habe....
Ich habe noch zwei davon in mdf natur. Ich würde mich davon auch trennen...
"Primitive" means FIRST - (not worst)

Fritz Pomm

Zitat von: AST am 25.09.18, 15:55P.S. Es gab einiges Interesse wegen eines Sehnenbrettes, von welchem ich in diesem Thread gesprochen habe....
Ich habe noch zwei davon in mdf natur. Ich würde mich davon auch trennen...

Ich hab dir eine PM geschrieben.

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