Bogensehnengarn, aktuelle Übersicht

Begonnen von friedrich, 28.06.18, 14:38

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friedrich

Zitat von: cweg am 06.09.18, 19:44@Friedrich, gibt es denn aus deiner, bzw Lippmanns Sicht Nachteile vom Mercury im Gegensatz zum LBS oder gibt es einfach nur keine weiteren Vorteile?
Hallo Christoph,
hinter Mercury , das Bogensehnengarn was Du ja jetzt verkaufen möchtest oder hast, steht die DSM Dyneema Garntype SK99 in einer Garnstärke von 880dtex. DSM, Holland hat dieses Garn als "Running Rigging- The innovation for performance yachts" entwickelt und am 19-21 November 2013 auf der Marine Equipment Trade Show in Amsterdam vorgestellt. Von Bogensport keine Spur!
Lippmann hatte Gelegenheit, dieses neue Garn schon vor drei Jahren als Bogensehnengarn zu testen mit dem Ergebnis, keine Verbesserungen bzw. Vorteile gegenüber dem Lippmann Garn LBS SUPERB festzustellen. Warum?
Bezogen auf eine Recurve-Endlos-Sehne von 26 Strang Mercury erreicht diese Bogensehne einen Festigkeitswert / Reißwert von 962kg. Im Vergleich dazu erreicht die 14 Strang Sehne LBS SUPERB - entspricht in der Sehnenstärke 26 Strang Mercury- nur 756 kg. Das heißt, die Lippmann Sehne hat ein viel besseres Dämpfungsverhalten.
Gruß
Manchmal verliert man und manchmal gewinnen die anderen

Blankbogner

Zitat von: Blankbogner am 10.09.18, 13:27
Zitat von: friedrich am 06.09.18, 17:39es gibt Aussagen, dass BCY452X oder ähnlich wegen des zum Teil beträchtlichen Vectran Anteiles nicht für den Olympischen Recurve und vor allen Dingen nicht für Holz-Bögen aus dem traditionellen Bereich (als flämisch gespleißte Sehne) verwendet werden sollen. Eine solche Aussage gibt es u. a. von HL-Customs-Strings (Henning Lübkemann) und ganz besonders von Sid Border.

Der Nachteil bei Verwendung als Endlos Sehne bei einen olympischen Bogen wird daran gesehen, das der Vetran Anteil ein zu geringes Dehnungsverhalten hat, damit auf Sicht den Bogen beschädigen kann und auch dazu führt, dass der Bogen nach dem Lösen des Pfeiles beim Zurückfedern der Wurfarme ein zu starkes Abschussgeräusch abgeben kann. Bis vor einiger Zeit hat sogar Win&Win in seiner USER MANUALS empfohlen, Hybridgarne nicht zu verwenden.

Gruß

@Friedrich,
Das Sehnengarn 452x hat sogar mehr Dehnverhalten wie FF+ nämlich 3,8% Elongation to 80% load limit.
FF+ hat nur 3,4%.
Sid von Border schreibt das nur in den amerikanischen Bogenforen... Wieso setzt er da auf seiner Homepage keinen Hinweis, was ja wohl viel wichtiger wäre.
Außerdem haben die bei Border schon Probleme mit Fury und Astro Fligth, was überhaupt kein Hybrid-Garn ist.
Was nützen denn solche Extremrecurves wenn ich dann wieder nur 25 Jahre altes, bereits mehrfach überholtes Sehnengarnen wie FF+ empfehle....das ist ja wohl ausbremsen auf moderne Art. In den USA schießen sehr viele Bogenjäger mit bestem Erfolg die Hybridgarne. In flämisch Spleiß hergestellt, dämpfen die natürlich auch noch um einiges mehr wie bei einer Endlossehne.
Wenn man halt mit den schnellsten Bögen die es am Markt gibt, die auch nicht gerade für die leichtesten Pfeile gebaut sind, auch noch superdünne Hybrid-Sehnen in Endlos Ausführung schießt, geht der Krug halt so lange zum Brunnen bis er bricht.
Leider werden halt solche Speedjunkies immer mehr und darum brechen halt auch mal mehr Bögen wie früher. Ob das an Sehnenmaterial, Bogenformausreitzung oder zu leichtes Pfeilmaterial liegt, muß im Endeffekt jeder selbst für sich entscheiden.
Ich weiß jedenfalls von einigen Border und Falkenholz... Bogen und Wurfarmbrüchen, wo kein Hybridgarn verwendet wurde.
Servusla, bis bald....Guidl



http://stringwistler.blogspot.de

friedrich

Zitat von: Blankbogner am 10.09.18, 13:31
Zitat von: Blankbogner am 10.09.18, 13:27
Zitat von: friedrich am 06.09.18, 17:39es gibt Aussagen, dass BCY452X oder ähnlich wegen des zum Teil beträchtlichen Vectran Anteiles nicht für den Olympischen Recurve und vor allen Dingen nicht für Holz-Bögen aus dem traditionellen Bereich (als flämisch gespleißte Sehne) verwendet werden sollen. Eine solche Aussage gibt es u. a. von HL-Customs-Strings (Henning Lübkemann) und ganz besonders von Sid Border.

Der Nachteil bei Verwendung als Endlos Sehne bei einen olympischen Bogen wird daran gesehen, das der Vetran Anteil ein zu geringes Dehnungsverhalten hat, damit auf Sicht den Bogen beschädigen kann und auch dazu führt, dass der Bogen nach dem Lösen des Pfeiles beim Zurückfedern der Wurfarme ein zu starkes Abschussgeräusch abgeben kann. Bis vor einiger Zeit hat sogar Win&Win in seiner USER MANUALS empfohlen, Hybridgarne nicht zu verwenden.

Gruß

@Friedrich,
Das Sehnengarn 452x hat sogar mehr Dehnverhalten wie FF+ nämlich 3,8% Elongation to 80% load limit.
FF+ hat nur 3,4%.
Sid von Border schreibt das nur in den amerikanischen Bogenforen... Wieso setzt er da auf seiner Homepage keinen Hinweis, was ja wohl viel wichtiger wäre.
Außerdem haben die bei Border schon Probleme mit Fury und Astro Fligth, was überhaupt kein Hybrid-Garn ist.
Was nützen denn solche Extremrecurves wenn ich dann wieder nur 25 Jahre altes, bereits mehrfach überholtes Sehnengarnen wie FF+ empfehle....das ist ja wohl ausbremsen auf moderne Art. In den USA schießen sehr viele Bogenjäger mit bestem Erfolg die Hybridgarne. In flämisch Spleiß hergestellt, dämpfen die natürlich auch noch um einiges mehr wie bei einer Endlossehne.
Wenn man halt mit den schnellsten Bögen die es am Markt gibt, die auch nicht gerade für die leichtesten Pfeile gebaut sind, auch noch superdünne Hybrid-Sehnen in Endlos Ausführung schießt, geht der Krug halt so lange zum Brunnen bis er bricht.
Leider werden halt solche Speedjunkies immer mehr und darum brechen halt auch mal mehr Bögen wie früher. Ob das an Sehnenmaterial, Bogenformausreitzung oder zu leichtes Pfeilmaterial liegt, muß im Endeffekt jeder selbst für sich entscheiden.
Ich weiß jedenfalls von einigen Border und Falkenholz... Bogen und Wurfarmbrüchen, wo kein Hybridgarn verwendet wurde.

Blankbogner,
ich habe im Herbst 2017 über einen Zeitraum von etwa 6 Wochen eine ausführliche Diskussion mit Sid über die verschiedenen Bogensehnengarne geführt. Seine Auffassung über die Eignung von Sehnengarnen ist - aus meiner Sicht und meiner früheren beruflichen Kenntnisse aus der Chemiefaser-Industrie - teilweise nicht nachvollziehbar. Insoweit teile ich Deine Auffassung, vor allen Dingen die über die Speedjunkies, die mit extrem dünnen Sehnen unterwegs sind.

Aber der Trend bei DSM geht ja zu immer dünnerem Garn:
SK90 mit 1040 dtex

SK 99 mit  880 dtex

Allerdings aufgrund von Anforderungen, die nicht aus dem Bogensport konmmen.
Gruß
Manchmal verliert man und manchmal gewinnen die anderen

Blankbogner

10.09.18, 17:45 #33 Last Edit: 10.09.18, 17:49 by Blankbogner
@Friedrich

ja, die Garne werden immer dünner.
Was aber nicht heißt, daß ich dadurch auch meine flämisch Spleiß Sehnen immer dünner mache.
Meine Empfehlungen sehen da klar anders aus.
Da empfehle ich immer bei Sehnen um die 12- 14 Strang bei FF+ bis Fury, Mercury usw.... immer 4-6 Fäden Extra pro Öhrchen aufzupolstern.
Und dann liegt meine Empfehlung bei um die 40lb. adF min.
bei FF+ 14+4
bei 452X auch 14+4 oder besser 16+4
bei FURY 18+4
bei Mercury sogar 20+4
Somit versuch ich immer ein bestimmtes Sehnengewicht zu erreichen.
Sehnenfäden reduzieren bringt nur minimalst mehr Geschwindigkeit, aber ein vielfaches mehr Empfindlichkeit.....
Silencer empfehle ich wegen der besseren Performance und dem satteren und dumpfern Fupp eigentlich immer, sogar beim LB, anstatt eines nervigen und lauten doiiiinnnnggg, bei dünneren Sehnen vor allem. Außerdem nehmen Silencer die Spitze einer scharfen Sehne schon um einiges weg, die Geschwindigkeit aber nur um einige ft/sec.
Die meisten (80%) meiner Kunden verlassen sich da voll auf meine Empfehlungen, einige nehmen sogar von sich aus 2-4 Fäden mehr, die haben das erkannt, daß eine Sehne dadurch um einiges präziser wird. Einige haben das nicht erkannt und wollen noch dünnere wie dünne Sehnen.
Daß die aber damit brauchbare Ergebnisse erzielen können drau ich mich  in Frage zu stellen.... ;)  
Servusla, bis bald....Guidl



http://stringwistler.blogspot.de

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