rechtsgrundlage Bogenschiessen

Begonnen von mschwanner, 31.05.18, 18:36

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mschwanner

31.05.18, 18:36 Last Edit: 31.05.18, 18:40 by mschwanner
Moin Moin

wir haben einen Bogensportverein gegründet, und die Gemeinde ist uns auch sehr zugetan. Wir sollen kostenlos ein Waldgelände von ca. 3ha bekommen.
Der Wald ist Gemeindeeigentum.
Nun gehen die Jäger auf die Barrikaden. Trotz des Versuches im gemeinsamen Gespräch mit uns und der Gemeinde eine Lösung / Kompromiß zu finden
gehen die Jäger auf Konfrontation und wollen juristisch dagegen vorgehen.

Was kann uns das drohen? Welche Möglcihkeiten haben die?

AST

Die Gemeinde hat als Eigentümer das Sagen. Sie kann sogar den Flächennutzungsplan ändern.....


"Primitive" means FIRST - (not worst)

mschwanner

Hallo ast,
Danke für deine Antwort. Das Gelände unterliegt ja einer Jagdpacht / Genossenschaft. Können Die dort zu unseren Trainingszeiten das Training blockieren mit Hinweis auf Ihr Jagdrecht?

tombows

Grundsätzlich kann der Eigentümer dem  Jagdpächter sogar das Jagen auf seinem Grundstück untersagen,
aber das ist bei einem öffentlichen Eigentümer eher unwahrscheinlich. Das Zauberwort hier heißt meiner Meinung
nach Dialog. Wenn die Gemeinde auf Eurer Seite ist, sollte die Gemeindeverwaltung bzw. der Bürgermeister vermitteln.

Viel Glück jedenfalls.

Gruß tom

mschwanner

Nun,
der Vermittlungsversuch ist ja gescheitert. Die Frage ist ja welche Rechtsanspruch die Jäger dann haben

AST

Es ist immer besser, wenn sich alle Beteiligten einigen....

Die entsprechenden Jäger können das versuchen! Ob sie das dürfen und in welchem zeitlichen Umfang,  ist eine andere Frage.

Im Fall der Fälle kann auch geprüft werden, ob man das Gebiet aus der Verpachtung durch die Jagdgenossenschaft  heraus nimmt oder für diese spezielle Gebiet die Regelungen vertraglich in eurem (Verein, Gemeinde) Interesse angepasst werden - das geht immer sehr gut, wenn die Verlängerung / Neuausschreibung der Pacht anliegt (In Dodenau z.B. hat die Gemeinde die Nutzung des Bogenparcours durch den Bogenverein im Pachtvertrag mit dem Jagdpächter festgeschrieben....)
"Primitive" means FIRST - (not worst)

0815

Die Jagdpacht wurde ja schon bezahlt. Das heisst, dass die Jaeger im Voraus fuer einen bestimmten Zustand des Reviers bezahlt haben.
Der war Ihnen vorher bekannt. Weht der Orkan alle Baeume um, dann ist das hoehere Gewalt.
Ueberlaesst der Eigentuemer das Gelaende einem anderen zur Nutzung, der die Ausuebung der Jagd unverhaeltnismaessig einschraenkt, dann ist der Eigentuemer fuer den "Schaden" haftbar.
Bsp: Der Teil des Reviers beinhaltet eine Dickung in der sich das Wild tagsueber zurueckzieht und zum Fressen bewegt sich das Wild nach aussen in die Wechselzonen Feld/Wald/Wasser.
Ist der Rueckzugsraum teil des Parcours, dann wird das Wild dauerhaft aus diesem Revierstueck vergraemt und muss sich einen anderen Ruheraum suchen.
Da es sich am besten jagt, wenn das Wild den Rueckzugsraum verlassen hat und auf dem Weg zum Fressen ist oder auf die Dunkelheit wartet.
Ist der Weg zum Futter nicht mehr im Revier, dann ist das Revier jetzt ziemlich fuer die Hose.

Die Jaeger muessen zusaetzlich noch den Jahresabschussplan erfuellen. Das tun die Jaeger in Ihrer Freizeit. Wenn im Revier jetzt staendig Unruhe vor der Daemmerung herrscht, dann ist es wahrscheinlich, dass das Wild komplett nachtaktiv wird. Vor allem jetzt im Juni wenn die Blattzeit beginnt und da dann Leute im Wald herumstreifen.

Die Gemeinde als Eigentuemer war hier m.E. etwas zu schnell mit der Vergabe von Nutzungsrechten an einen Dritten, welches das Nutzungsrecht eines zahlenden Nutzers stark beinflussen kann. Ich wette die Gemeinde hat das Gelaende einfach mal auf der Karte identifiziert, ohne die Jaeger mal vorher zu befragen was im Wald da so abgeht.

Die werden nicht den Verein verklagen, sondern die Gemeinde als Vertragspartner der Jaeger.







 

machichmorgen

Grundsätzlich entscheidet der Eigentümer was passiert und was nicht.
da Bogenzeiten und Jagdzeiten in der Regel unterschiedlich sind, das vergrämen vom Wild
durch einen Parcours nicht mehr als ein Ammenmärchen ist, ist das juristisch noch lange nicht zu Gunsten der Jäger geklärt.

Im Grunde genommen, kann man sich da auch finanziell einigen, durch Pacht für Gelände, an den Jäger,
bzw. an die Gemeinde die dem Jäger gegenüber etwas erlässt, warum auch immer.

Kommt halt auch darauf was es für ein Gelände ist, wenn es irgendwo am Siedlungsrand
mit entsprechendem Bewuchs, also keine 30 Meter Sicht z.B. ist es noch was anderes als ein
Biotop mit Dickung und allem was dazu gehört.

AST

Das was 0815 beschreibt, ist beuogen auf den momentanen Zustand.... den genauen Inhalt des Pachtvertrages sowie die genauen örtlichen Gegebenheiten kennt keiner der hier Antwortenden persönlich - auch 0815 nicht.
Wie die zukünftige Gestaltung der Pachtverträge und der Nutzungsplanung aussieht, weiß hier ebenao niemand!

Wie schon geschrieben: Konfrontation nutzt niemandem wirklich. Das kann sich alles innerhalb eines absehbaren Zeitraumes ändern!?
"Primitive" means FIRST - (not worst)

mschwanner

Hallo
ich kenne die Pachsituation auch nicht, weiß aber dass es sich um einen sehr geringen Beitrag handelt. Zum Wald selbst: es ist ein reiner Kiefernwald ca 70m breit und 400m lang. Umgeben von anderen Waldstücken und Feldern. Es gibt dort kein Unterholz oder Laubbäume , man kann fast komplett durchschauen. Wir würden auch die Paschtminderung übernehmen.
Der von den Jägern angeführte Naturschutz ist eine reine Schutzbehauptung, da dort seit jahren Müll rumliegt (soviel zur Hege)
Es stellt sich ja die grundlegende Frage warum es in anderen Kommunen Parcours mit größen bis 40ha (Collenberg) gibt, und dort das Wild nicht zurückgeht.
Unser Parcours soll nicht öffentlich sein und nur ca. 6 Stunden die Woche von Vereinsmitgliedern genutzt werden. (ca. 10 Ziele)
Wie geht es z.B im Sauerland oder Schwarzwald zu? Dort gibt es Wanderwege, Mountainbiker etc. zuhauf. Gibt es dort kein Wild mehr?

Den Naturschutz halte ich für vorgeschoben als Schutzbehauptung. 5km von diesem Waldstück jagen die Jäger so:
NDR

Unter vorgehaltener Hand hat man Verständnis dafür, weil die Greifvögel den Jägern das Niederwild streitig machen.

Wie dem auch sei: wir suchen jetzt ein alternatives Grundstück um der Konfrontation aus dem weg zu gehen. Mal sehen wie das weitergeht

Danke für eure Antworten

AST

01.06.18, 11:02 #10 Last Edit: 01.06.18, 11:21 by AST
Auf anderen Parcours geht das, weil es unterschiedliche Ansichten zu der Thematik bei Jägern gibt.
Genauso wie es unterschiedliche Einstellungen von Jägern hinsichtlich der allgemeinen Waldnutzung gibt.

Auf die Frage an den jeweiligen Jagdpächter (Vorgänger und Nachfolger), ob es stören würde und ob er was dagegen hat, wenn ich ab und an (max. 1x alle 14 Tage) im Wald roven würde gab es sinngemäß diese beiden Antworten:

1. Nein, das will ich nicht. Im Wald sind sowieso schon zu viele Menschen unterwegs. Morgens und Abends. Die Jogger, Hundebesitzer, Spaziergänger, Pilzsucher, Reiter, Fahrradfahrer. Die stören alle das Wild und mich bei der Jagd.

2. Ja gerne, da (Ortsangabe) würde es am wenigsten stören. Ich mache das auch immer gerne, wenn ich im Urlaub mal die Gelegenheit habe.

Beide Jagdpächter hatten zur Führung von Hunden (Freilauf und angeleint) übrigens auch komplett unterschiedliche Meinungen.
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mschwanner

@Ast
ja, da hast du wohl recht. Ich fahr dieses WE erstmal zum Sorpesse und schieß morgen ein Turnier dort. Das lenkt von dem Ganzen Ärger ab  ;)

Kuckingen

Tja, das mit dem Jagdrevht ist so eine Sache. es kann gar nicht entzogen werden, nur an andere Jäger verpachtet. Es besteht in D eine jagdppflicjt, die zu erst an den Grundeigentümer hängt, und diese kann eben verpachtet werden.  Jagen ist eben sehr viel mehr als nur Tiere zu töten.

Wenn aber der Grundeigentümer das Gelände andersweitig nutzen will, dass keinen Eingriff über das Jagdrecht stellt, so ist es das Recht des Eigentümers. Kann man ganz gut mit Uhrzeiten regeln und auch ib gewisse strecken von vornherein gemieden werden sollen
Dem klugen Schützen gleicht der höhere Mensch. Verfehlt dieser sein Ziel, so wendet er sich ab und sucht die Ursache seines Fehlschusses in sich!


AST

Das ist mal ne geile Idee - Bogenschiessen vom Hundeschlitten aus :evil:
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