Waidring Kurzurlaub

Begonnen von zebra, 23.04.18, 10:09

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zebra

3.Tag Dienstag 8.Mai
Heute wollen wir den Roten Parcours begehen . Nachdem wir uns ins ausliegende Schießbuch eingetragen hatten geht es los . Der Bär , Ziel 1 , Reh, Truthahn, Wildsau ,Hirschtier , Ziel 6 der Bison , alles Human zu schießen . Dann geht es wieder nach oben . Am Ziel 10 steht ein Mufflon , fast steil nach oben zu schießen . Ich bin ja schon einige Aufstiege vom Turnier in Datteln gewohnt ( das sind zwar künstlich aufgeschüttete Halden , aber auch die haben es in sich ) ,aber was hier abgeht ....
Gut das es trocken ist ,- ich möchte nicht wissen wie rutschig es ist , wenn es mal richtig ,,Schüttet" . Das Pfeile holen gestaltet sich etwas schwierig , wird aber auch erfüllt .....Die Hasen-Gruppe hat es in sich ,- wieder ein Pfeilbruch . Danach haben wir es auf die Anhöhe geschafft und gehen zur Labestation . Wir essen etwas , trinken und sehen das am Abgrund der Pflock 12 steht . Während der Pause suchen wir im Abgrund das Ziel , laut Plan ein Bär . Der muss doch zu sehen sein . Achim hat ein Entfernungsmesser mit Vergrößerung dabei . Dort zwischen den Bäumen sehen wir etwas .....Achim richtet sein Vergrößerungsglas auf den Punkt . 93 Meter nach unten (und ca. 30 Meter von der Abbruchkante) sieht er den Bär . Wir beschließen ,- aus Ehrfurcht , Angst um die Pfeile die ins ,,Nirvana" verschwinden würden ,- dieses Ziel von einer günstigeren Position zu schießen . Nach der Pause beginnen wir den Abstieg . Als wir wesentlich näher gekommen sind , sehen wir das es der riesige Bär von Leithold ist ,- ca. 2,50 m hoch . Wir beschießen Ihn aus einer humaneren Entfernung und ärgere mich , das ich nicht doch von dort oben geschossen habe . In Kniehöhe hat man vor dem Bär eine Planke waagerecht montiert , damit man auch Pfeile aus den oberen Körperteilen ziehen kann , ohne das man an dem Bär klimmen müsste.....
Die Planke sieht allerdings aus , als hätte man mit einem Maschinengewehr drauf geschossen , so durchlöchert war sie schon von den zu kurz geschossenen Pfeilen der Vorgänger . Weiter geht es . Nach Pflock 15 , die Gams , suchen wir den Pflock 16 . Da man immer nur den Trassierband-Fahnen folgen muss , sollte es kein Problem sein . Wir finden kein weiteres Band und folgen einem , vermeintlichen Weg . Kein weiteres  Band zu sehen . Wir laufen weiter und merken das wir uns verlaufen haben. Plötzlich sind wir wieder bei Pflock 1 . Ärgerlich gehen wir wieder zurück , ( wir wissen das wir allein auf dem Parcours sind , sonst hätten wir so einen Blödsinn nicht gemacht ), gehen den selben Weg wieder nach oben und sind plötzlich wieder bei der Gams . Aufmerksamer suchen wir wieder das Band ,- und Achim findet es auch . Ich muss zugeben das ich eine Rot-Grün-Schwäche habe (Farbenblind) , dadurch habe ich den weiteren Verlauf Achim das Suchen überlassen ......Den Auf- und Abstieg
haben wir fast auch nicht schadlos überstanden . Wir sind wieder völlig ,,fertig" . Den weiteren Weg gehen wir schweigend , bis wir am Pflock 21 stehen ......Abgrund , links ein Wasserfall , unten der reißende Fluss , wo ist das Ziel? Ich schaue über den Abgrund ,auf´s andere Ufer , mein Blick wandert nach oben ..... und da steht Er , der Steinbock . Es sieht aus als wenn Er vor einer Felswand steht . Achim ruft : ,, Da schieß ich nicht hin,,.
,,Was" ruf ich ihm zu ,, für Diesen Schuß sind wir nach Waidring gefahren"..... ,,Den schieß ich auf jeden Fall , auch wenn mir das drei Pfeile kosten sollte . Ich lege den Pfeil auf , atme nochmal tief durch ,- und muss nochmal innehalten ,- ich fange an zu weinen . Diese Kulisse , der Wasserfall links , der Fluss unten , das Ziel auf der gegenüberliegenden Seite . Es war einfach Phantastisch ! Als ich mich beruhigt habe , sehe ich das der Steinbock nicht vor einem Felsen steht , sondern vor einem ,,Felsenfarbigen" Pfeilfang-Netz . Egal , ich hätte so oder so geschossen .
Der Pfeil verlässt den Bogen ,- Treffer , zwar nicht ins Kill aber einen satten Körpertreffer . Auch Achim trifft mit dem ersten Schuss . Wir jubeln als hätten wir ein Turnier gewonnen.......Weiter geht es mit Ziel 22 , Wildsau ,über den selben Fluss zu schießen ,- allerdings hängt das Wildschwein an einem Seil , welches erst mal mal gezogen werden soll um es dann los zu lassen und zu schießen während es abwärts ,,läuft" . Bewegliches Ziel . Es ,,läuft" allerdings rückwärts , aber das ist uns auch egal . Wir treffen es beide mit dem ersten Pfeil . Über den Fluss sind richtig stabile Planken / Brücken gebaut worden . Zwar ohne Geländer aber sicher und massiv verankert . Die letzten sechs Ziele finden wir ohne Probleme und beenden für heute den roten Parcours .

In der Pension angekommen genießen wir , nach dem Duschen , die Ruhe und den Blick von unseren Zimmern . Wir hatten zwar zwei Einzelzimmer gebucht , jedoch hat man jedem ein Doppelzimmer zugeteilt . Die Zimmer waren mit einem Balkon verbunden , waren nach hinten raus , so das man eine wunderbare Kulisse auf die dahinter liegenden Berge hatte . Da Dienstag Ruhetag in der Pension ist , und wir dort ,,nur" Frühstück bekamen , genehmigten wir uns aus der Pension-Bar je zwei Radler .
Wir sahen unser Material durch und überlegten uns wo wir nachher Abendessen bekamen . Da ich nicht im Urlaub mit dem Auto fahren wollte , spazierten wir zur nächsten Ortschaft , oder versuchten es zumindest . Nach zwei Kilometer trafen wir drei Nordicwalkerinnen und fragten nach der nächsten Essensmöglichkeit . Ohne Auto wäre da nichts in erreichbarer Entfernung . Wir beschlossen umzukehren und doch mit dem Auto was zu suchen . Auf dem Rückweg ,- den wir diesmal auf einem kleineren Weg nahmen ,- sahen wir das auf der anderen Seite des Flusses viele LKW standen . Von meinem Stiefvater wusste ich ,, wo viele LKW´s stehen da kann man auch preiswert und gut essen ,,. Na ja, - wir haben gegessen......
...an einem klaren, kalten Morgen einen Pfeil aus lauter Lust am Leben von der Sehne fliegen lassen...
(aus TB 7)

zebra

4. Tag . 9. Mai

Am Vortag haben wir beschlossen das wir heute mit dem roten Parcours anfangen , bis Ziel 21 den Roten begehen werden und von da auf den blauen Parcours wechseln werden und bei Ziel 7 weitermachen wollen .
Soweit der Plan .....
Wir haben beide Turniererfahrung und man sollte meinen , wenn man auf einem Parcours geht sollte man auch für jedes Wetter ,,gerüstet" sein .
Bei strahlendem Sonnenschein und selbem Wetter wie in den Vortagen gehen wir heute wieder auf den roten Parcours . Ich geh mit kurzen Ärmeln , ohne Hut , mit einem leichten Köcher ,- mein normaler Köcher von ,,Ma-Rei" hab ich in der Pension gelassen ,- dort wäre nämlich auch ein Schirm dran..... Wir steigen wieder auf . Bei Ziel neun ,- der Fuchs ,- fängst es langsam an zu ,,Pieseln" . Wir gehen ohne Rücksicht weiter . Auf dem Weg zu Ziel 12 und Labestation wird der Regen heftiger . Wir stellen uns unter , soweit es bei Bäumen geht . Der Regen lässt etwas nach . Ich beschliesse heute den Leithold-Bär zu schießen , den aus 93 Meter nach unten . Ich probiere erst mal einen Alu-Pfeil der schon an der Spitze krumm ist ,- um zu sehen ob der überhaupt in die Nähe des Bären kommt.
Ich höre ein Tock ,- das war aber nicht der Bär ,- ich vermute die Holzplanke vor dem Bär . Ich schieße einen weiteren Pfeil ,- etwas zu kurz . Der dritte Pfeil fliegt knapp links am Bär vorbei . Da ich nicht weiß was aus den Pfeilen geworden ist , beschließe ich den Bär wiederum von einer günstigeren Position zu schießen . Aus einer ,,machbaren" Entfernung treffen wir beide den Bären . Der erste , krumme Pfeil , hat eine Wurzel getroffen , einen Meter vor der Planke . Mittlerweile schüttet es ,,aus Eimern".......Wir gehen noch bis zum Ziel 16 , den kleinen Leithold-Bär .
Danach brechen wir ab . Wir sind beide bis auf die Unterwäsche nass , als Brillenträger kann ich nichts mehr sehen , weil die Brille ständig unter Wasser steht ( genau dafür hab ich bei Turnieren immer einen Hut auf , obwohl ich an sich kein ,,Hutträger" bin . Wir gehen den selben Weg runter den wir benutzt hatten ,als wir uns am Vortag verlaufen hatten .
Wir haben uns zwar über uns selbst , geärgert das wir wie die ,,Greenhorn´s" zu dem Parcours gelaufen sind , jedoch haben wir alles ,,geschossen" was wir uns vorgenommen hatten .
Den roten und den blauen Parcours , die Halle und auf der Fita-Wiese waren wir auch .

Resümee :

Obwohl wir bis zu Hause und zum nächsten Tanken 1600 km gefahren sind , bereuen wir nichts .

Die Pension ist hervorragend . Wir waren allerdings in dieser Zeit die einzigen Gäste , dadurch brauchten wir uns das Frühstück nicht am Büffee zu holen ,sondern es wurde uns zum Tisch gebracht .
Wir haben zwar Doppelzimmer bekommen , brauchten aber ,,nur" 45,- € statt 50 - € pro Nacht zu bezahlen .
Die Parcours waren für Gäste im Preis enthalten , genau so die Afrika-Halle .
Der Inhaber ist Bogenjäger und hat ,,seine" Geweihe und Jägerbilder direkt im Flur des Eingang-Bereichs hängen .
( Das erwähne ich nur , damit nicht jemand , der das Bogenschießen als Sport betreibt und die Pension besucht , nicht denkt , ,,Wenn ich das gewusst hätte wäre ich nicht dahin gefahren" ).

Am 4. Tag wurde auch die Fita-Wiese gemäht und mit acht 3-D-Tieren ,,bestückt" . Für uns leider zu spät .

Der ganze Spaß hat mich 420,-€ gekostet ,- und ich bereue keinen einzigen € davon .
Wer dahin fahren sollte , sollte einige Jahre Turnier-Erfahrung haben , oder zumindest mit jemandem fahren der Turnier-Erfahrung hat .

Backstopps sind bei keinem ,,Tier" vorhanden , die Ziele sind gestellt wie in der freien Wildbahn : Die Hasen kauern zwischen Felsen , oder es sind Wurzeln vorhanden , die den Pfeil ablenken . Verschossen habe ich höchstens zwei oder drei Pfeile . Insgesamt habe ich 15 Pfeile kaputt oder weg gehabt .
Nach dem ersten Tag hab ich zwar beschlossen ,,Nie wieder" .
Aber nach einem gewissen Abstand hätte ich schon wieder Lust......
Warnung : Man sollte wirklich Topfit sein , wenn man die Parcours in Waidring besucht . Ich hätte schon vor zehn Jahren dahin fahren sollen , denn mein Alter , 65 , habe ich in allen Knochen zu spüren bekommen...

Mit liebem Gruß
Herbert
...an einem klaren, kalten Morgen einen Pfeil aus lauter Lust am Leben von der Sehne fliegen lassen...
(aus TB 7)

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