Eibe für FA

Begonnen von Muetze, 02.12.17, 15:44

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Muetze

Dem Rohling habe ich jetzt auf der einen Seite den zukünftigen Rücken markiert. Jetzt nehme ich auf der genau gegenüberliegenden einen Streifen Rinde ab. Bei den dickeren Rohlingen darf dabei ruhig etwas Holz mit abfallen. Bei den dünnen Rohlingen darf nur am dicken Ende ein Hauch von Holz abfallen.
Das ganze dient nicht in erster Linie dazu einen Sollrissstelle zu schaffen. Wenn der Rohling beim Trocknen unbedingt reißen will, dann bitte auf der Seite an der so wie so noch Holz wegkommt.
Die Rinde auf der zukünftigen Außenseite des Bogens sollte nach Möglichkeit unbeschädigt bleiben. Erfahrungsgemäß platzt die Rinde beim Tiller problemlos ab ohne den äußeren Jahresring zu beschädigen.

Der fertig gemesserte Rohling kommt dann wieder in den luftigen Schuppen zu weitertrocknen.


Gruß Mütze
Ich bin kein böser Mensch, ich bin Bogenbauer. Mein maß an Sarkasmus entspricht exakt Deinem maß an Blödheit.

Muetze

Moin

Weiter geht es, es wurde nichts vergessen!

Die Eibenäste die über Sommer braun geworden sind wurden aus dem Schuppen geholt. Die noch vorhanden Seitenäste wurden mit Baumschere und Waldteufel entfernt. Der längste Rohling wurde unten um ca 30 cm gekürzt, und oben und ca. 60 cm. Er ist immer noch über 2 m lang. Nun kommen die Hölzer in die Werkstadt.

Später geht es weiter..


Gruß Mütze
Ich bin kein böser Mensch, ich bin Bogenbauer. Mein maß an Sarkasmus entspricht exakt Deinem maß an Blödheit.

AST

 :wow: weiter, immer weiter...

Waldgeist

Beim Anschauen der Fotos verspürt man glatt den Duft der Eibe in der Nase ...     ;)
Jeder Mensch kann irren, aber Dummköpfe verharren im Irrtum!
Cicero

Muetze

Moin

Die Rohlinge habe ich in der Werkstatt sachte mit dem Beil bearbeitet. Einfach auf der zukünftigen Bogeninnenseite am dicken Ende eine paar Späne abgehackt. Wenn das Holz die nötige Trockenheit vorweist, dann löst sich dabei die Rinde auf charakteristische Weise von den Spänen, oder zumindest sollte es das. Da das bei keinen der Rohlinge der Fall war, habe ich sie einfach noch etwas ruhen lassen. Möglicherweise hat das Holz im Schuppen in den letzten Wochen wieder Feuchtigkeit gezogen, als es kühler und feuchter wurde.
4 Wochen später habe ich wieder den Rinde-vom-Span-Test gemacht und das Holz schien trocken genug. Man hätte die Feuchtigkeit auch mit einem Holzfeuchtemesser massen können, aber ich besitze keinen. Ja, mit einer Feinwaage wäre es auch möglich gewesen über den Gewichtsverlust den Wasserverlust im Holz zu bestimmen  und ich habe sogar eine Feinwaage, aber so geht es mit etwas Erfahrung auch. Ferner bezweifel ich, das unsere Altvorderen ihre Waagen für Hacksilber auch zum Vermessen von Bogenrohlingen verwendet haben. Warum sollte ich es dann tun?

Allen Rohlingen habe ich mit einem leichten Beil auf der zukünftigen Innenseite Holz abgehackt:

Bogen A - Bei dem dünnsten Rohling wurde am dünnen Ende nur ein Span Splintholz entfernt, so dass das Kernholz sichtbar wurde. Ab der Mitte wurde dann zusehends mehr Kernholz  abgehackt, so dass am dicken Ende eine konstante Dicke Bogenholz übrig blieb. Der Markkanal ist noch immer in voller Länge im Bogeninneren. Ferner wurde es noch mal etwas gekürzt und ist jetzt ca 193 cm lang. Am dicken Ende hat er ca 5 cm, am dünnen Ende ca 3,6 cm Durchmesser. Ich werde ihn im weiteren Verlauf als Bogen A bezeichnen um ihn von den anderen Bögen leichter unterscheidbar zu machen.

Bogen B - Der Rohling ist etwas dicker als der Rohling für Bogen A. Ich konnte gleich einen deutlich dickeren Streifen abhacken. Dabei gab der Rohling überraschend viel von seinem ursprünglichen Reflex auf. Nach weiterer Inspektion wurde er auf 185 cm gekürzt. Am unteren Ende ist er ca 7,5 cm dick, am oberen Ende ca 5,5 cm dick. Wenn man eine Schnur von einem Ende zu anderen zieht und von der Schnur zur Mitte des Bogenrohlings misst, dann hat der Rohling noch ca 5 cm Reflex. Der Markkanal ist auch hier noch immer in voller Länge im Bogeninneren. Ich werde den Rohling im weiteren Verlauf als Bogen B bezeichnen.

Bogen C - Der Rohling ist nur ca 152 cm lang, da gibt es nichts zu kürzen. Der Rohling ist unten ca. 9 cm dick, oben ca. 7 cm. Der Markkanal ist deutlich außermittig und nur ca 3 cm von der zukünftigen Bogenaußenseite entfernt. Obwohl hier auch eine großzügige Scheibe abgehackt wurde, ist der Markkanal auch hier noch im Bogeninneren. Der Rohling hat sich beim bearbeiten nur wenige gestreckt und hat jetzt noch ca 5 cm Reflex.

Noch Fragen?


So weit, so gut, die Rohlinge stehen jetzt erstmal weiter herum und können sich noch strecken, wenn sie denn "wollen". Bilder gibt es später.

Gruß Mütze

Ich bin kein böser Mensch, ich bin Bogenbauer. Mein maß an Sarkasmus entspricht exakt Deinem maß an Blödheit.

Muetze

Moin

So sehen die Rohlinge nach der oben beschriebenen Behandlung aus. von Links Bogen A, Bogen B ein ca. 140 cm langen Ast der so mitgewandert ist und Bogen C.  Ferner seht ihr eine Macke in der Rinde von Bogen A. Hier hatten Zweige aneinander gescheuert. Hätte ich den Baum früher zum Beschnitt bekommen, wäre das vermeidbar gewesen. Dann die Bogeninnenseite auf er Holz abgehackt wurde.

Der Anschnitt ist von Bogen B. Im Bild ist gut das etwas dunklere Druckholz zu sehen. Mit dem entfernen des Druckholzes streckte sich der Bogen. Aus dem krummen Prügel der weiter oben auf den Sägebock liegt, ist ein ordentlicher Bogenrohling geworden der relativ gleichmäßig vorgebogen ist und ca. 5 cm Reflex hat. kaum zu glauben wenn man den Knüppel vorher gesehen hat.

Gruß Mütze
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Muetze

Moin,

weiter geht es.

Bei Bogen B und C habe ich seitwärts noch je 2 Späne Splintholz abgehackt. Splint weg.JPG Splintweg 2.JPG

Bei Bogen A habe ich nur am dicken Ende etwas Splintholz entfernt und das nicht rechtwinklig sondern nur in ca 45° von der Innenseite.  Für diesen Bogen wird jetzt das Beil weggelegt und mit Zugmesser und Raspel weitergearbeitet.
So sehen sie jetzt aus. Man kann schon sehen, dass es Zick-Zack Bögen werden. zweite scheibe.JPG

Die Frage warum ich nicht alles in einem Gang abgehauen habe? Ich beobachte das Holz. Gerade Seitenäste mit viel Druckholz verziehen sich unter der Bearbeitung erstaunlich stark. Ich versuche schon jetzt durch entfernen von Holz an anderer Stelle dem entgegenzuwirken, wenn ich es für nötig halte. Leider ist das in Fotos sehr schwer zu dokumentieren. Deshalb kann ich euch nicht jeden mm Veränderung zeigen.


Da es im Forum immer Leute gibt die gründliche Hintergrundrecherchen machen: Länge von 146 cm - 231 cm, von links nach rechts oder von oben nach untern Hintergrund.JPG
- Eibe
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Gruß Mütze
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Muetze

Moin

An Bogen A habe ich noch nichts weiter nennenswertes gemacht. So sieht er jetzt aus. Von der Seite: A 1.JPG Man sieht, das der ursprüngliche Reflex verschwunden ist. Dabei wurde an dem Bogen noch nicht herumgebogen. Das kommt erst beim Tillern. Das verziehen kam nur durch die Entfernung von Druckholz.

So sieht die Bogenaußenseite aus. A 3.JPG mit der schon bekannten Rindenverletzung.

Eine zusätzliche Schwierigkeit ist dieser Ast auf der Bogeninnenseite. A 2.JPG Hier muss jetzt mit der Raspel gearbeitet werden, damit nicht das Holz nicht-  noch mehr als man schon auf dem Bild sieht - in die Tiefe reißt und der Bogen verdirbt.

Ich bin kein böser Mensch, ich bin Bogenbauer. Mein maß an Sarkasmus entspricht exakt Deinem maß an Blödheit.

Muetze

15.02.19, 03:01 #23 Last Edit: 15.02.19, 03:18 by Muetze
 Bei Bogen B habe ich von der Mitte ausgehend noch mal einen Span abgehauen, so dass  der Bogen sich zu den Enden hin verjüngt und zumindest an den letzten 15 cm der Markkanal frei liegt.  Der Reflex ist jetzt auf ca 3,5 cm zurückgegangen.
So sehr hat sich der Bogen jetzt verändert. Das überrascht selbst mich immer wieder.
Vorher: Ab.JPG
Jetzt B 1.JPG
B 2.JPG

 und noch mal die Außenseite des Bogens: B 3.JPG
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Muetze

15.02.19, 03:13 #24 Last Edit: 15.02.19, 03:16 by Muetze
 Auchei Bogen B habe ich von der Mitte ausgehend noch mal einen Span abgehauen, so dass  der Bogen sich zu den Enden hin verjüngt und zumindest an den letzten 20 cm der Markkanal frei liegt.  Der Reflex ist jetzt auf ca 3 cm zurückgegangen.

Seitenansicht: C 1.JPG

von außen. C 2.JPG

Auf jeden Fall sind dabei genug Späne zusammengekommen, so dass ich für die nächsten Lagerfeuer kein Kleinholz hacken muss. Späne.JPG

Zusätzliche Arbeitszeit je Bogen ca. 1h ohne Rüstzeiten und ohne die Zeit für die Dokumentation.

Noch fragen zum Thema? Her  damit!

Gruß Mütze
Ich bin kein böser Mensch, ich bin Bogenbauer. Mein maß an Sarkasmus entspricht exakt Deinem maß an Blödheit.

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