Nockpunkt?

Begonnen von AST, 25.11.17, 03:18

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ragnar

Ich habe auch einen selbst gewickelten/geklebten Nockpunktbegrenzer oben. Ist praktisch für das blinde Einnocken, zumindest bei der Daumentechnik.

Bezüglich historischer Belegbarkeit - ich kann mir schlecht vorstellen, daß die Reiter ohne Begrenzer geschossen haben. Da bei den Reiterbögen auch über den Handrücken/Daumen und außermittig geschossen wird, muß der Pfeil mit einer deutlichen Überhöhung eingenockt werden. Tut man das nicht, schleift er mit Befiederung über den Handrücken, um danach heftig auf und ab zu wedeln. Blutige Streifen auf dem Handrücken sind die eher harmlose Folge, ich hatte auch schon einen Federkiel einen cm tief unter der Haut stecken.
"Nichts ist so gerecht verteilt wie der gesunde Menschenverstand.
Niemand glaubt, mehr davon zu brauchen als er hat."
(René Descartes)

bambus

Ich hatte ja zuerst den 2. Nockpunkt als Spielerei abgetan, nach Shortrec's Beitrag aber doch mal probiert - dun die Streuung ist meinem Gefühl nach geringer geworden. Wenn Ausreißer dann weiß ich jetzt genau, warum -- es ließ sich dann immer auf einen klaren Grund zurückführen (Bogenarm, Ablaß usw...).
Ich werde das mal weiter beobachten, da scheint doch was dran zu sein.
"Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben." George Bernard Shaw

Absinth

Hmm, man könnte meinen - die FITA-Schützen (und nicht nur die) wissen auch warum...

In der Theorie... Splitt-Finger (1 über + 1 bzw. 2 unter)...

Wenn, die Druckverteilung der Finger im Auszug gut ist, befindet sich der Sehnenwinkel um einige Millimeter unterhalb des eingenockten Pfeils. Somit, besteht die Möglichkeit, dass die gelöste Sehne, auf Grund der Masseträgheit des Pfeiles, diesen, in den um einige Millimeter tiefer liegenden Sehnenwinkel verschieben/zwingen/zerren... möchte und somit ein unterer Nockpunktbegrenzer durchaus sinnvoll ist.

Anders gesagt: Der Finger, welcher den stärksten Druck auf die Sehne im Auszug ausübt, bildet den Sehnenwinkel und, an dieser Stelle kann niemals der Pfeil liegen...


Absinth
nihil sine deo

und immer bei der Arbeit

Red rooster

Ich frage mich jetzt nur, an welcher Stelle der 2. Nockpunktbegrenzer geklemmt/gewickelt werden sollte?

roscho

Direkt unterhalb der Nocke (mit etwas Luft je nach Sehnenwinkel)

Mercenario

Lt Absinths These müsste es ja so sein das mit nur einem begrenzer oben und mediterranem Griff der Zeigefinger den Größten Druck ausüben müsste um das am besten zu verhindern
Gruß Merc
Es geht doch nichts über ein ehrliches Stück Holz !?!

ravenheart

Ich schieße Holzpfeile mit NICHT klemmender Nocke. Einen Nockpunkt, der den Pfeil am Verrutschen hindert, benötige ich dennoch nicht. Den Pfeil halte ich "mediterran" zwischen den Fingern. 

Dazu schieße ich meist Holzbogen OHNE Pfeilauflage. Da so der Anlagepunkt LEICHT variieren kann, wäre auch ein fixer Nockpunkt sinnfrei und würde nur eine SCHEIN-Präzision darstellen.

Als "Nockpunkt" habe ich daher in letzter Zeit oft im RELATIVEN "Nockbereich" (also Höhe Auflage, rechtwinklig zur Sehne gemessen!) auf ca. 1,2 cm Länge die FARBE des Wickelgarns gewechselt.
Damit habe ich einen ANHALTSPUNKT auf der Sehne, kann diesen aber beliebig LEICHT variieren!
Das ist gut, denn gerade reine Holzbogen KÖNNEN feuchte- und temperaturabhängig ihre Geometrie durchaus leicht ändern. Mit meinem Variablen "Nockbereich" kann ich darauf reagieren.

Rabe

AST

Es gab ja durchaus auch schon den "mediterranen" Ablass als Zweifingervariante. Da sollte der Sehnenwinkel genau beim eingenockten Pfeil liegen?

Absinth

Ich weiß nicht so recht...   :?:

Hat denn eventuell die unterschiedliche Länge von Zeige- und Mittelfinger einen Einfluss auf die Lage des Sehnenwinkels bzw. kann, auf Grund derer unterschiedlichen Länge, überhaupt ein gleichmäßiger Druck (auf die Sehne) aufgebaut werden?

Wie macht ihr das, wenn ihr es macht? Was meint ihr?

Ach was haben es doch da die Compounder einfach, kein überhöhter NP, ein Loop, eine "Zange"...


Beste Grüße,
Absinth
nihil sine deo

und immer bei der Arbeit

cweg

Bei den Fitanesen gibt es sogar eine prozentuale Idealverteilung des Zuggewichts auf den Fingern. Um ein saubere Lösen zu erreichen muss das Zuggewicht möglichst gleich verteilt und die Sehne möglichst gleich gehalten werden. Liegt die Sehne im ersten Fingergelenk, sind die drei Kuppen ziemlich gleich lang, da der Mittelfinger etwas länger ist, muss er dafür etwas mehr gekrümmt werden. Ist der Ringfinger etwas länger, muss der Ellenbogen im Auszug etwas mehr runter genommen werden. Ist der Zeigefinger länger als der Ringfinger,  muss der Ellenbogen etwas höher genommen werden, sodass die Linie der Fingergelenke gerade durchläuft. Gerade Linie, dadurch bessere Zuggewichtsverteilung = sauberes Lösen.

AST

Entscheidend für den Winkel ist doch eher die Breite der Finger, denn da liegt die Sehne an. Alle Finger sollten dabei gleichmäßig anliegen....
Die Länge der Finger ist doch dann erst für ein sauberes Release wichtig.

buecherberg

Zitat von: Locksley am 27.11.17, 16:51
diese Messingteile, die ständig wegfliegen.


Wenn sich ein Nockpunkt von der Sehne verabschiedet, dann war entweder der Nockpunkt zu groß (ja, die Teile gibt es in unterschiedlichen Größen) oder nicht richtig befestigt. Eine Nockpunktzange ist beim Anbringen schon recht hilfreich.  :whistle:
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