von Intuitiv zum Systemschiessen

Begonnen von Landbub, 02.11.17, 01:20

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Landbub

Zitat von: machichmorgen am 02.11.17, 14:51
Wo ist das Problem?
Letztlich spielt es keine Rolle ob 3 unter oder mediteran, das System belibt das Gleiche, nur die Zielpunkte
ändern sich, bzw, die Visierlinie und die Geschosslinine variieren zueinander.
Der Eine kann das kompensieren, der Andere mus zu 3unter wechseln und unter dem Augen ankern.


Das ist interessant!
Wie kann man das kompensieren? Beispiel aus der Praxis: Splitfinger, Zeigefingerkuppe am Jochbein. Punkt Auge - Pfeilspitze ist ca. 5m vor der Scheibe aufm Hallenboden (ungefähr am 3er Kreis des Basketballfeldes, Scheibe steht auf der Auslinie). Bei 3under ist der Punkt am 2er Ring der 80er Auflage.

--> bei ersterem halte ich es für unmöglich, hier die Horinzontale zuverlässig zu treffen. Zielpunkt und Scheibenmitte / Kill ist zu weit auseinander.

Trasher

02.11.17, 15:31 #16 Last Edit: 02.11.17, 16:01 by Trasher
Zitatbei ersterem halte ich es für unmöglich, hier die Horinzontale zuverlässig zu treffen.



Bis einer kam, der nicht wusste das es unmöglich ist und es einfach tat!
Nicht verkopfen, ausprobieren :!:
Wer lesen kann ist klar im Vorteil wenn man die Fähigkeit besitzt den Inhalt zu verstehen

Axel

Hallo,

man muss ja nicht über die Pfeilspitze zielen. Ein Punkt im Bogenfenster oder der Maserung geht auch.
Ich rate auch davon ab sich auf 3-Under zu begrenzen. Es gibt diverse Turniere bei denn nur der mediterrane Abgriff erlaubt ist. Da würde man sich die Teilnahme daran dann verbauen.

Ich selbst schiesse primär Blankbogen (Alu-Mittelteil) mit abgreifen.  :D
Diese Bogenart und/oder das Abgreifen wird aber nicht bei allen Turnieren angeboten. Also habe ich mir zusätzlich einen Holzbogen geholt und schiesse dort ohne abgreifen mit mediterranem Abgriff. Dazu habe ich mir per ausschiessen in 5m-Schritten je einen Punkt am Bogen selbst ausgeguckt.
Darüber kann ich nun auf jede mögliche Entfernung den Bogen entsprechend meiner "Markierungen" halten. Bedarf einiges an Übung, aber klappt recht gut.

Gruß,
  Axel 

AST

Der eine machts so, der andere machts so. Alles muss man üben, damit man es zuverlässig anwenden kann....mit reinem Kopftheater kommt man da nicht weiter, gerade wenn man erfolgreich sein möchte...

El Torrro

Zitat von: Gundog am 02.11.17, 08:59
Zitat von: El Torrro am 02.11.17, 07:26
Für ein anderes System als Intuitiv, musst du aktiv Entfernungen schätzen können. Das ist wohl das Schwierigste. Mir gelingt es leider nicht.


Hast du es schon mal mit einem Buch darüber versucht ? Es gibt die verschiedensten Methoden das Thema zu beherrschen.


Buch??? Icke??? Mir sind schon einige Beiträge hier im Forum zu lang zum lesen. ;-)
Nee,nee, icke bleibe een Intuitiver. Ditt klappt janz jut! :-)
Gibbs Rule 9: "Never go anywhere without a knife."

Landbub

Zitat von: AST am 02.11.17, 17:31
Der eine machts so, der andere machts so. Alles muss man üben, damit man es zuverlässig anwenden kann....mit reinem Kopftheater kommt man da nicht weiter, gerade wenn man erfolgreich sein möchte...


das ist aber nicht der Punkt, obwohl komplett richtig. Entweder muss man wirklich alles üben, um selber rauszufinden, was für einem das richtige ist. Jahre an Aufwand sind sicher nicht übertrieben. Oder man greift auf Erfahrungen zurück, fragt in Foren oder andere Schütze, wie die es machen. Und wenn man mal den Weg beschrieben bekommen hat, dann kann man da auch zielgerichtet dran arbeiten bzw üben.

Meinen WA Schützlingen drücke ich auch nicht nur einen Polaris in die Hand und sage "mach mal", sondern denen wir der Weg vorgezeichnet. Jetzt ist natürlich das relativ gut zu beschreibende Schiessen mit Visier nicht vergleichbar mit dem i.A. "traditionell" bezeichnetem Schiessen, wenn das Ziel nicht nur ist, "Pfeile schön fliegen zu lassen", sondern eben Turniere zu gewinnen. Insofern wäre hier ein Leitfaden ähnlich zu denen der WA Welt sicher eine Hilfe, erfahrene Schützen besser werden zu lassen und Neulinge an den Sport ranzuführen. Mit gut gemeinten und auch nicht ganz falschen Plattitüden wie "wer trifft hat recht" kann man zwar viel Spass haben, aber wirklich zielführend im Sinne von Wettkämpfen scheint mir das nicht zu sein.
Ein Anfang wäre schon, sich mal über die Terminologie einig zu werden. Aber das ist ein anderes Thema :-)


AST

02.11.17, 18:34 #21 Last Edit: 03.11.17, 20:03 by AST
Es gibt wahrscheinlich keinen pauschalen Weg, sondern egal in welche Richtung nur den individuellen.

Ob dann ein erfolgreicher Weg auch von anderen Schützen gegangen werden kann, das muss man dann probieren...



P.S.Für Anfänger gibt es auf FA doch einen Leitfaden:

http://free-archers.de/forum/index.php/topic,24001.0.html

Für "Runaways" bräuchte man viele Leitfäden,  denn Bogenarten und Schießstile bieten viele Wege z.B. erfolgreich mit dem Recurve Teil 1 (instinktiv), Teil 2 (gap), Teil3 (poa), Teil 4 (split vision),.....

P.P.S. Die TopScorer, von denen du sprichst, haben das bestimmt auch nicht in nem Wochenendkurs so perfektioniert und ich glaube auch nicht, dass sie es alle gleich machen!?





cweg

Wenn du gappen willst, helfen längere Pfeile um den Gap (die Lücke) zwischen Ziel und Pfeilspitze zu verkleinern. Der Unterschied zwischen Gap und POA ist, das du dir beim POA einen Zielpunkt unter/über dem Ziel suchst und da die Spitze draufhältst. Beim Gappen betrachtest du den Abstand zwischen Ziel und Pfeilspitze, aber eben nicht an der Scheibe in zB 30m, sondern an der Pfeilspitze, so werden aus zB 1m tiefer halten, ich muss eine Lücke von 5cm zwischen Ziel und Pfeilspitze bilden. Weiter muss man sich die jeweilige ballistische Kurve zum jeweiligen Gap einprägen und visualisieren, somit ist Gap wieder dichter dran an Instiktiv, als POA. Bei Splitvision geht es mehr um den Kontrollblick zur seitlichen Ausrichtung.

Dies ist jedenfalls mein Verständnis zur Unterscheidung der drei Zielsysteme. Wichtig ist in kleinen Schritten zu lernen und anfangs nur wenige unterschiedliche Entfernungen zu schießen, bis der Schussablauf stimmt. Sonst hat man zuviele Variablen, die die Fehleranalyse erschweren.

duro

03.11.17, 23:34 #23 Last Edit: 04.11.17, 01:08 by duro
Eines der besten Videos zum gap shooting.
https://www.youtube.com/watch?v=mAEn5cAS6V4
Ich kanns trotzdem nicht. Für mich es absolut unnatürlich etwas anders anzuschauen als das Ziel. Ich finde es für kleine Ziele die auf dem Boden stehen/sitzen auch total unpraktisch. Im Mix aller Situationen und Ziele in einem gut gestellten Turnier finde ich intutiv schiesen und nur für ganz weite Schüsse etwas Gap am besten.
Gruß Duro
P.S. Ich schiesse auch "Blankbogen" also ILF Metallmittelteil  ;)

rabu

So sehe ich das auch!

Gruß
Ralf
Leben ist das, was abläuft während man etwas anderes plant.
James Patterson in "Alex Cross - Blood"

machichmorgen

Zitat
man muss ja nicht über die Pfeilspitze zielen. Ein Punkt im Bogenfenster oder der Maserung geht auch


Nein, das geht ebebn nicht.
Bei richtigen Wettbewerben wird alles was als Markierung dienen könnte mit schwarzem Klebeband abgeklebt.
Wei Marierungen und Merkmale am Bogen unzulässig sind.

Ich selbst kenne keinen Schützen von denen die vorne mitschießen, die wirklich "intuitv " unterwegs sind,
die haben alle ein irgendwie geartetes System und wenn es nur unterbewusst, z.B. als Gap wahrgenommen/ausgeführt wird.

OKOK-Klaus

@duro
sehr schön erklärt, das hilft mir den Anfängern zu erklären,
warum sie an der Einschieß- Scheibe  immer drüber semmeln wenn sie über den Pfeil schauen.
Klaus
Autauga County Bowhunters

0815

Die gapper erkennt man regelmaessig an 3under (obwohl nicht zwingend) und an den langen Pfeilen.
Wie im Video erklaert bleibt auf einem relativ weiten Bereich das Zielbild fast konstant.
Das gilt aber nur fuer Boegen um die 40# und Pfeilen um 10gpp oder mehr. Da klappt das ohne groessere Massnahmen wohl recht einfach.
Das Ziel muss also sein,das gap moglichst klein zu halten sonst ist es schwierig die Pfeilspitze in Relation zum Zielpunkt zu halten.
Mit einem fast uneingeschraenkt tauglichen traditionellen Jagdbogen ist das gap mit normaler Pfeillaenge und mediterranem Anker am Jochbein und 20m rund 40",also weit im Boden vor dem 3D Weisswedelhirsch.
Wenn man das System auf WA/IBO/ASA trimmt,also auf rund 30 yards, dann muss ich mit dem selben Bogen 32" lange Pfeile mit 100grain insert und 200 grain Spitze schiessen und das bei 25" Auszugslaenge, komme damit auf 14gpp und habe dann ein 4" gap auf 20 yards, also 4" drunterhalten, point on auf 25 yards und 3" drueberhalten bei 30 yards. Auf 10 yards muss ich da immer noch rund 10" druntergenauerhalten.
Das ist mit einem Blankbogen natuerlich viel leichter,da man da noch an der Auflage/Botton rumdrehen kann. Bei Langboegen wird das schon schwieriger,da man auch den Spine genauer abstimmen muss. Mit Alu/Carbon geht das noch, bei Holz wird es schon deutlich aufwendiger.
Als Beispiel: die Top Vegas Schuetzen haben fuer die exakte Entfernung einen Pfeil so getunt, dass der bei einem Point on oder "Pfeilspitze aufsitzen lassen" genau da trifft wo er soll. Das ist dann Pfeiltuning fuer eine statische Disziplin. Speed ist da egal,nur Konstanz zaehlt.

machichmorgen

Erinnert an eine Weltmeisterin halle Blank/BHR.

Mit 24# und genau angepassten Pfeilen.

Axel

Zitat von: machichmorgen am 04.11.17, 07:39
Zitat
man muss ja nicht über die Pfeilspitze zielen. Ein Punkt im Bogenfenster oder der Maserung geht auch


Nein, das geht ebebn nicht.
Bei richtigen Wettbewerben wird alles was als Markierung dienen könnte mit schwarzem Klebeband abgeklebt.
Wei Marierungen und Merkmale am Bogen unzulässig sind.


Das stimmt so nicht ganz. Die natürliche Maserung ist durchaus gestattet, es dürfen nur keine Markierungen oder Macken im sichtbaren Bereich liegen.

Gruß,
  Axel

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