Alte Pfeile zum Training nutzen oder versaut man sich sein "instinktives" Gefühl

Begonnen von Axel, 26.10.17, 17:20

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bambus

Was soll das Ganze - der erste Schuß ist das unbewußte Abrufen gespeicherter Information, die nächsten auf dasselbe Ziel verarbeiten die vorhergehenden Ergebnisse mehr oder weniger, wie auch die nächsten Schüße auf ein anderes Ziel vom ersten Schuß "lernen". Je größer der Unterschied in der Situation zw. 1. und 2. desto weniger kann ich für die folgenden Schüsse mitnehmen. Deswegen sind die Hunterrunden so gefürchtet aber so wichtig. Da mußt da fast jeden Schuß aus dem Unterbewußtsein abrufen und trotzdem justierst du dein inneres "Zielsystem" bei jedem erfolgreichen Schuß neu.

Und ja, das stumpfsinnige ballern auf dasselbe Ziel vom selben Standort aus bringt in erster Linie der Kondition was, dann dem persönlichen Schießstil wenn du darauf achtest, aber zum Treffen trägt es erst in dritter Linie bei. Für intuitive Schützen gibt es wirklich nur ein probates Übungsmittel: so viele wie möglich Schüsse auf so unterschiedliche Ziele und Situationen wie möglich. Wenn kein Treffer noch ein oder zweimal nachschießen und dann wechseln. Mehr bringt nix. Und natürlich sind da viele sogenannte Zufallstreffer bei, aber genau das sind Highlights fürs Gehirn, um eine Schußsituation abzuspeichern und dann mit weiteren, unterschiedlichen Schüssen zu verstärken.

In dem Punkt hat 0815 einfach Recht.
"Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben." George Bernard Shaw

AST

... und um noch mal den Bogen zu spannen über Zieltechniken - Trainingstechniken  hin zu der ursprünglichen Frage:

Wenn die alten Pfeile zum Bogen uns Schützen passen und gut fliegen, kann damit ohne Probleme trainiert werden.
Ansonsten ist es  immer sinnvoll, nur Pfeile zu nehmen, die passen. 


Auch unterschiedliche Pfeile machen Sinn, wenn man verstehen möchte, wie das System Bogen-Pfeil-Mensch zusammenwirkt und wo die Veränderungsparameter sind.

Kuckingen

Einmal gut zu treffen ist keine Kunst. Es wiederholt zu schaffen, das ist das Schwierige. Dann braucht man keine Hunterrunde zu fürchten.
Habe ich schon gesagt, habe ich erklärt.

Auch als sogenannter Intuitiver Schütze, muss man wissen wie man steht, im Gelände einen Stand findet und wie sich ein guter Stand anfühlt. Erst wenn man weiß, wie sich ein guter Stand anfühlt und den ohne Probleme auf der Geraden findet, weiß man auch, wie man den Stand im Wald findet, wo nie optimale Bedingungen herrschen werden. Die es aber auch nie bei einem Standard-Scheibenturnier geben wird. Wenn das alles stimmt, kann man ganz gut anfangen seinen Schuss aufzubauen, das T zu bilden und dann die Rückspannung zu kommen. Richtig zielen lernt man nebenbei.
Stand, das T und Rückenspannung müssen passen.

So hat es mir vor Jahren Wolfgang Ocenasek erklärt worauf ich viel zu achten haben. Bisher der beste IB-Schütze den ich kennen durfte.
Dem klugen Schützen gleicht der höhere Mensch. Verfehlt dieser sein Ziel, so wendet er sich ab und sucht die Ursache seines Fehlschusses in sich!

icarium

Also ich bin der Meinung das es sehr wohl eine Kunst ist den ersten Pfeil auf den Punkt zu bringen den ich treffen will.
Denn beim zweiten hab ich immer schon die Erfahrung vom Ersten.

@kuckingen
Ich bin mir ned gz sicher ob du dich von der Bezeichnung IB nicht etwas in die irre führen lässt.
IB bedeutet nämlich nicht das jeder in der Klasse auch intuitiv seine Pfeile ins Ziel bringt.....

Kuckingen

Aus meiner Erfahrung heraus, gibt es kein Intuitives Bogenschießen.

Alles ist ein bewusst gelernter Prozess, der immer mehr verfeinert  und trainiert wird damit dieser auch möglichst automatisch abläuft aber nie unbewusst.

Ich nutze einen Bogen, der lt WA in die Klasse IB fällt, bei der IFAA vl als TR durchgehen kann. Daher kommt meine Bezeichnung IB
Dem klugen Schützen gleicht der höhere Mensch. Verfehlt dieser sein Ziel, so wendet er sich ab und sucht die Ursache seines Fehlschusses in sich!

AST

@ Kuckingen

Deine Erfahrung in allen Ehren
.. es ist der feine Unterschied zwischen unbewußt und unterbewußt. 



ragnar

Die Qualifikation eines Bogen als "IB" bedeutet noch lange nicht, daß das Schießen desselben "instinktiv" ist.
Genauso wenig wie Reiterbögen ("RB") nur vom Pferd geschossen werden.

ZitatAus meiner Erfahrung heraus, gibt es kein Intuitives Bogenschießen.

Du solltest nicht von dir auf andere schließen.
Gemäß den Erfahrungen der Eunuchen sollten die Menschen schon lange ausgestorben sein.
"Nichts ist so gerecht verteilt wie der gesunde Menschenverstand.
Niemand glaubt, mehr davon zu brauchen als er hat."
(René Descartes)

Wolverine

der Begriff Reiterbogen ist ja auch irreführend, eigentlich ist es ja ein Reflexbogen
der meistens von Reitervölkern verwendet wurde, ob zu Pferd oder zu Fuß.

nur so, zum Verständnis :red:
Es gibt Menschen, die zeigen Dir immer wieder, wie Du niemals werden willst.
Bögen von Bavarian Longbow, Black Widow, Centaur, Wapiti Bows, Martin

bambus

Ein paar Zitate von Kuckingen, mit denen ich so meine Probleme habe...
ZitatEinmal gut zu treffen ist keine Kunst. Es wiederholt zu schaffen, das ist das Schwierige


Es geht nicht um "ein mal gut zu treffen" sondern um "beim ersten Schuß gut zu treffen", der Unterschied erschließt sich dir hoffentlich?

ZitatAus meiner Erfahrung heraus, gibt es kein Intuitives Bogenschießen.

Alles ist ein bewusst gelernter Prozess, der immer mehr verfeinert  und trainiert wird damit dieser auch möglichst automatisch abläuft aber nie unbewusst.


Deine Erfahrung in alle Ehren, aber das ist so einfach Quatsch und zeigt deine mangelnde Kenntnis in diesem Bereich.

Das du deine Visiertechnik verteidigst ist da ja durchaus ehrenhaft, aber bitte begib dich nicht auf Gebiete, auf denen du eher schwach belesen bist, von Erfahrung ganz zu schweigen.

es geht mir nicht darum, dich zu missionieren (warum auch...  :whistle:) aber hier lesen auch weniger Erfahrene mit, die auch die Möglichkeit haben sollen, etwas nicht falsches zu lesen.

Und tschüss!
"Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben." George Bernard Shaw

Absinth


@Axel + @All:
Wo liegt denn der Unterschied zwischen "neuen" und "alten" Pfeilen bei dir/euch?

Ich habe nur Pfeile! Muss ein Pfeil (oder mehrere) ersetzt werden, so reiht sich dieser in die noch vorhandenen ein und gut ist es. Mein Anspruch auf höchstmöglichen, identischen Ersatz ist diesbezüglich sehr hoch! Ich benutze (zurzeit) nur Carbon - bei der Verwendung von Holzpfeilen, wäre meine Betrachtung sicherlich dem angepasst...


Absinth
nihil sine deo

und immer bei der Arbeit

rollo

@ Kuckingen

.."Stand, das T und Rückenspannung müssen passen.."

Deine Aussage ist sicher richtig, wenn ich mir jedoch dein Bild ansehe - dann ist nicht viel mit "T"
Rollo

a.X.e.l.

Zitat von: Absinth am 28.10.17, 17:34
@Axel + @All:
Wo liegt denn der Unterschied zwischen "neuen" und "alten" Pfeilen bei dir/euch?


Ich glaube das war die Eingangangsfrage:
lieber noch die „alten“  beim Bogenkauf nach Tabelle erworbenen Pfeile,
Penthalon Slimline Timber, Spine 1000, ca. 27.5", Naturfedern Bearpaw 5", Spitze 75gr
beim Training verhunzen oder ab jetzt die ausgeschossenen „neuen“ Pfeile
Easton Apollo, Spine 1200, 26.5", Naturfedern Trueflight 3", Cross-X Klebespitze Ambition 100gr
nutzen, auch auf die Gefahr hin das da mal einer kaputt gehen kann.
Dieser „neue“ würde dann auch in Zukunft ersetzt werden bei Bedarf, denke ich.

Absinth


Danke dir, habe es nachgelesen...  :tu:   ...stand halt uff'n Schlauch...   :whistle:

In eigener Situation verkaufe oder verschenke ich diese Pfeile und benutze die stets neuen...


Beste Grüße,
Absinth

nihil sine deo

und immer bei der Arbeit

rabu

Puh, bin ich froh, dass ich nicht der einzige bin der nur die
neuen, ausgeschossenen schiesst!

Gruß
Ralf


Leben ist das, was abläuft während man etwas anderes plant.
James Patterson in "Alex Cross - Blood"

Dryad

Ich denke auch dass es immer um Reproduzierbarkeit geht. Ich will ja nicht jedesmal bei Null anfangen. Ich hatte das Fergussonzitat schon mal gebracht:“ Der einzige instinktive Schuss ist der Allererste“. Basierend darauf will ich Erfahrung sammeln und diese bei Bedarf abrufen. Das schaffe ich nur durch Wiederholung und zwar exakte Wiederholung.
Jeder Parameter den ich während dieses Prozesses ändere versaut mir die Erfahrung.
Unterschiedliche Pfeile zu schiessen gehört mit zu den grössten Fehlern die ich als visierloser Bogenschütze begehen kann(dann folgt verschiedene Bogen schiessen, am besten noch mit wechselnden Zuggewichten).

Glück auf
"Among the many misdeeds of the British rule in India, history will look upon the act of depriving a whole nation of arms, as the blackest." M.Ghandi

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