Einstellung Jagdrecurve klappt nicht. Hilfe!

Begonnen von Genji, 18.07.17, 16:15

Genji

Hey Leute,

Ich habe ein Problem beim Einstellen meines Bogens bzw. Beim einstellen der neuen Mietwurfarme.

Das Problem: Die Pfeile reiten sehr stark. Die rohschäfte auf 6 und 12 Meter stecken meist mit der nocke gen Himmel.

Eckdaten:
Hoyt satori 21"
Long wurfarme Kinetic Bambus Carbon 30# @70"
Easton Flat line  (baugleich lightspeed) 500 spine mit 109gn spitz und Beiter nock 19/2 Asymetrisch. Volle Länge.
Auf den Fingern habe ich 41# bei einem Auszug von 32 1/4"
Stanghöhe bei 8 3/4" / Fast-Flight Sehne flämisch splice 16strang.

Bisher Ausprobiert:
Tiller verändert von -4 bis +12 jeweils in 2mm schritten.
Nock Punkt aufgecknotet und in jedem tiller Bereich vom 0 Punkt bis zu 2cm Überhöhung einzeln ausgeschossen, in kleinen schritten. (Ich greife unter, da müsste ja theoretisch nen 0 tiller mit ner minimal Überhöhung funktionieren) geschossen jeweils auf 6, 12 & 18 Metern. Zwar kamen die befiderten pfeile (4"shild natur) zwar auch mal sauber raus und der rohschaft steckte mitten in der Gruppe aber immer mit der nocke Richtung Himmel... der spine müsste übrigens gut passen und die Pfeile dürften auch kein schlag haben, hab zur Referenz noch 400er und 500er powerflight geschossen. 400er deutlich links auf der Scheibe und der 500er steckte auch mit der nocke nach oben. Und an dem Nocken kann es auch nicht liegen, die rasten leicht ein und fallen nach nem schlag auf die sehne raus.

Ich stand zusammen gut 6 Stunden auf dem Platz und bin langsam am verzweifeln  :bash:
Hat vll. Von euch noch ne idea? Bzw. Könnten die wurfarme einfach hinüber sein? Ach ja, Grade ausgerichtet habe ich die wurfarme auch vorher. Vorher hatte ich die SF Premium carbon mit 26# long. Und in den Pfeilen schwerere spitzen, das hat gut funktioniert.

Besten Dank schon mal im vorraus.


rabu

Erste Regel: Immer nur an einem Parameter drehen!

Also, stell dir den Tiller passend ein, meinetwegen auf 0 oder irgendwas zwischen 0 und 5 mm.

Dann stellt du sicher das alles fest ist, also Tillerschrauben gekonntert, Pfeilauflage fest, usw.

Dann stellst du dir mal 8mm Nockpunktüberhöhung ein und schiesst Pfeile und Blankschäfte aus verschiedenen Entfernungen.

Das Ergebnis nimmst du als Referenz (Vieleicht ein Foto machen)

Danach kannst du anfangen den Nockpunkt mal nach oben oder unten zu verändern und schaust ob es besser oder schlechter wird.

Gruß
Ralf
Leben ist das, was abläuft während man etwas anderes plant.
James Patterson in "Alex Cross - Blood"

0815

Wie kriegt man den den Flatline auf 32.25"? Der ist ja nur 31.50" lang im 500er Spine?
Siehe hier: https://eastonhunting.com/target/6-5mm-flatline/

Bist Du sicher dass der untere Wurfarm nicht als oberer Wurfarm versehentlich eingebaut wurde?? Nicht lachen, hab ich alles schon gesehen.
Pfeilauflage? Und wie ist die eingestellt?
Wie lang ist dein Auszug von der tiefsten Stelle des Griffes gemessen?
Ansonsten klingt das schlicht nach einer Nockpunktgeschichte.
Es gilt auch noch darauf hinzuweisen, dass Bambus  nicht das optimale Material fuer solche langen Auszuege bei einem Recurve sind. Vor allem bei niedrigen Zuggewichten unter 50#. Die Torsionssteifigkeit des Wurfarms ist schlicht weg nicht gut z.B.im Gegensatzt zu Ahorn.
Das kann durchaus was ausmachen. Deine SF Premium hatten Ahornlaminate.

El Torrro

Worauf schießt du? Auf Stroh-/Stramit-/Karphos-Scheiben sollte man keinen Rohschafttest machen, weil der Blankschaft jedem Faserverlauf der  Scheibe folgt und dann eben nicht kerzengerade in der Scheibe steckt.
Gibbs Rule 9: "Never go anywhere without a knife."

Genji

18.07.17, 23:47 #4 Last Edit: 19.07.17, 00:00 by Genji
Erst mal vielen Dank für die fixen antworten!  :)

@rabu

Genau so bin ich ja vorgegangen, also bogen grundeingestellt, dann schießen, dann nock Punkt alle Bereiche durchgeschossen, dann tiller um 2mm verstellt, dann wieder alle nockbereiche jeweils einzeln geschossen und pro nockbereich halt jeweils 6, 12 und 18m u.s.w. immer eins verstellt und ab auf die bahn. Sorry wenn das in meinem Post nicht so rüber gekommen ist.

@ 0815

Mein Auszug ist gemessen von nockboden bis vorderkante bogen. Bis zum Griffstück tiefster Punkt müsste es nen Zoll weniger sein.
Na beim flatline sind die 31,5 schaft Länge, plus nocke ist man bei 32 und das insert ist bei meinem Auszug im bogenfenstet. Die powerflight sind noch nen Tuck kürzer, da kann ich mit der insert kante und dem butten dann klicker spielen.
Wurfarme sind richtig rum drin aber bei den tillerberichen die ich probiert hab hätte es eigentlich sogar falschrum funktionieren müssen.
Pfeilauflage ist ne einfache cartel rechunter magnetauflage mit nem cartel tripple cushin button, mittel eingestellte Härte und der Button liegt mittig am pfeil. Die pfeilauflage ist so eingestellt das sie sauber an den bogen anklappen kann.
Also meine Zielwurfarme sind auch die Uukha hx10 also vor allem wegen meinem Auszug ^^ aber ich hatte jetzt gehofft, dass ich die mit wurfarme vernünftig eingestellt bekomme. Aber das ist noch mal nen guter Tipp woran es liegen kann, die bambusteile sind auch deutlich lauter als die SF.

@ El Torro
Sorry das hätte ich auch gleich dazu schreiben können. Wir haben bei uns im Verein nur noch die Falkenholz scheiben. Sprich gepresste Lamellen. Wenn der Bogen sauber schießt sind die absolut parallel in der scheibe. Und wie gesagt die befiderten Referenz pfeile stecken auch relativ Grade in der Scheibe (reiten sieht man sie zwar auch aber die 4 Zoll befiederung stabilisiert halt fix) nur der rohschaft passt dann garnicht.


So sah der Mist dann meist aus.

Gundog

Wenn gar nix hilft, ggf. ne Slow-Motion/Zeitlupenaufnahme von der Seite bzw. von hinten machen. Viele neue Handys können das mittlerweile. Obwohl das für schnelle Bögen ggf. Schwierig wird, dann muss schon mal ne bessere Kamera her.
Ich hatte schon mal einen Bogen da musste der Nockpunkt deutlich höher wie bei mir normal wäre. Das kann ggf. in den Wurfarmen bzw. an einem der Wurfarme liegen.
Evlt. den Nocktravel feststellen.

cweg

Ich habe die Nase voll vom Blankschaften und habe mir einen Rahmen für den Papertest gebaut. Als Papier nehme ich eine Rolle Backpapier das ich mit Malerkrepp am Rahmen fest mache. 2-3 Pfeile beurteilen, die Einrisse im Papier ganz in Ruhe bewerten und den Nockpunkt anpassen. Nach 15 Pfeilen hab ich jetzt meinen Nockpunkt perfekt eingestellt. Tschüß zu reitenden Pfeilen! Gefreut habe ich mich, dass der Spine meiner selbstgebarrelten Holzpfeile super passt. Adé zu gebrochenen Holzblankschäften.

0815

Blankschaften mit Holz war eh noch nie empfohlen....
Papiertest ist auch eine gute Idee, dann siehst Du auch ob der Spine passt.



cweg

Bzgl. Holz Blankschafttest gehen die Meinungen auseinander.  Ich bin damit auf jeden Fall durch.

Das schöne am Papiertest ist, dass das Ergebnis stehen bleibt und nicht nur der kurze Moment des Pfeilflugs Zeit für die Beobachtung ist. (Bei befiederten Holzpfeilen)

Mercenario

Ich finde nur für einen papiertest backpapier als zu zäh.
Nehme immer Zeitungspapier und bin gerade bei Naturfedern damit zufriedener
Gruß Merc
Es geht doch nichts über ein ehrliches Stück Holz !?!

Genji

Heyho, sorry hatte nen bissel viel um die ohren, sonst hätte ich früher geantwortet.

Eine slowmotion Kamera steht mir leider nicht zur Verfügung und die bildaufnahmerate meines Handys reicht leider bei weitem nicht.
Generell bin ich mit dem nock Punkt schon an so zimlich jeden noch schiessbaren Punkt gegangen, ohne Verbesserung der Problematik.

Einem Papiertest stehe ich im Bereich des "Fingerlösens" sehr skeptisch gegenüber, da der pfeil am Anfang seines Fluges ja in Schwingung versetzt werden muss, und sich je nach federn dann auf unterschiedliche Entfernungen stabilisiert. Sprich wenn ich den Papiertest auf 5 Meter stelle und nen pfeil mit microvans schieße wird mir der test immer ein falsches Ergebnis anzeigen weil der pfeil noch seitlich schlängelt. Wenn ich aber den Papiertest auf 20 Meter stelle und 5zoll shild befiedere, am besten noch mit 600gn Pfeilen und nem 20 Pfund bogen, dann geht der pfeil immer sauber durchs Papier einfach weil er ne Stunde Zeit hat sich zu stabilisieren.
Also theoretisch müsste man im metterabstand 25 Papiertest hintereinander stellen und da dann festzustellen ob der pfeil sauber zwei mal vertikal seine eigenen Scheitelpunkte kreuzt und sich anschließend schnell genug stabilisiert ohne dabei eine horizontale Abweichung/schwingung zu haben. Würde mir im aktuellen Fall aber auch nicht viel weiter helfen, da der Fehler ja wunderbar mit dem Auge zu sehen ist.
Wenn hingegen der Bankschaft sauber meinen bogen verlässt und gleich wie meine befiderten pfeile landet, dann kann ich auf nem Turnier wo es regnet, auch mit angelegter befiderung noch auf 30 Meter sauber gruppieren.

P.s.: im Verein habe ich zwei compounder die extrem weit oben mitschiessen, selbst die nehmen den Papiertest nur noch für die Grundeinstellung, danach wird die seitenabweichung auf 20 und max Entfernung ausgeschossen und anschließend werden nur noch Gruppen auf der Scheibe ausgeschossen. Der Papiertest gibt schließlich nur darüber Auskunft wie sich der pfeil zu einer bestimmten Zeit während seines Fluges verhält, das hilft wenig wenn die Schwingungsdynamischen Eigenschaften nicht zu schütze und gerät passen und genau da bietet der Papiertest einfach zu viel Raum für Fehlinterpretationen. Vor allem bei fingerschützen.

Aber back to topic, ich War heute noch mal auf dem Platz und hab mich einfach mal auf mein Gefühl verlassen und den bogen nach der guten alten try and error Methode geschossen, zum Schluss bin ich zumindest so weit gekommen, dass die befiderten pfeile sauber flogen, rohschaft nach wie vor gleiches Problem, ich denke ich warte jetzt einfach bis sherwood aus dem Urlaub wieder da ist und frage ob die mir die wurfarme in welche mit Ahornkern oder ähnliches tauschen.

Marcus

Schon mal die Nocke von Blankschaft getauscht, oder eventuell einen anderen Blankschaft genommenen? Ich hatte neulich so einen Ausreißer bei den Carbonschäften dabei. Alle prima geflogen, bis auf einen. Der ist geritten wie Sam Hawkings auf dem Weg zum Klo.

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