Schiesstechnik, eure Meinungen bitte

Begonnen von duro, 28.05.16, 00:24

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Trasher

30.05.16, 13:19 #15 Last Edit: 30.05.16, 13:25 by Trasher
Ich stimme Simon und tj voll und ganz zu.
Das Du nicht in der Rückenspannung bist, merkst Du daran, dass Deine Zughand nicht durch die Rückenspannung nach hinten gezogen wird (das währe eine einzige fliessende Bewegung).
Sondern nach dem Lösen nimmst Du aktiv Deine Zughand nach hinten.
Wenn Du in der Rückenspannung bist wird Dein Ellenbogen beim Lösen automatisch nach hinten gehen und die Zughand mitnehmen.
Durch die Rückenspannung wirst Du auch nicht  zusammensacken.
Die Bogenhand lockerer halten nicht fest zugreifen, sonst würgst du deinen Bogen und verdrehst leicht!

Sonst sieht es doch schon sehr gut aus.
Wer lesen kann ist klar im Vorteil wenn man die Fähigkeit besitzt den Inhalt zu verstehen

duro

Danke nochmals für die vielen Rückmeldungen.
Die Zughand nicht zu verdrehen fällt mir leicht habe ich gerade gemerkt. Werde mich dann mal auf die Rückenspannung einschiessen :-D
und.. üben üben üben

Duro

deichniro

Hi,

bei Deinem ersten Film musste ich etwas schmunzeln. Man sieht direkt, welcher Fehler Dir im vorangegangenen aufgefallen ist. Der erste Pfeil war weg, ooooh, ich muss sauberer lösen. Das Du die Hand verdrehst, ist wohl Deine Art, aber nicht ganz glücklich. Zwischendurch kriechst Du mal etwas mehr und das scheint Dir auch aufgefallen zu sein. im hinteren Teil wird das lösen wieder unsauberer. Die Breite in dem Schussbild sieht allerding recht passabel aus, dass ich mal behaupten würde, dass es insgesamt gar nicht so schlecht ist. Gerade schießen ist eine Technikfrage, die Entfernung korrekt zu treffen ist Erfahrungssache.

Wie aber besser werden? Naja, was willst Du denn schießen? Scheiben oder 3D mit wilden Parcours? Bei letzterem kann man halt nicht immer mit senkrechtem Bogen schießen und auch nicht immer gerade stehen usw. Die Bogenhand bleibt recht gut stehen, ist aber wohl etwas verkrampft. Du scheinst nicht richtig in die Rückenspannung zu kommen, weil Dein Anker zu weit vorn ist. Mundwinkel hin oder her, passt halt nicht immer. Dadurch kommt es aber zu den Lösedifferenzen. Du hast 2 Möglichkeiten, grundsätzlich weiter hinten Ankern, oder aus dem Anker am Mundwinkel vor dem lösen bewusst weiter durchziehen und dann an Punkt 2 lösen. Du scheinst etwas zu kriechen, aber ich kenne Leute, die kriechen und die kriechen ein paar Zoll, Bei Dir ist es vielleicht nur einer, wobei ich es einschränken möchte, da Du vielleicht den Anker im Auszug einfach nur überziehst und dann in den Anker zurückgehst. Um es als kriechen zu identifizieren wäre es schon gut, Dich etwas länger Ankern zu sehen.

Lange oder kurz zu ankern, ist Geschmackssache. Ich trainiere beides, um der Targetpanic vorzubeugen, denn die ist überlst. Ich rede mir ein, dass ich sie vielleicht dadurch verhindern kann, vielseitig zu trainieren und eben immer wieder auch mal lange zu ankern. Es kann sich sonst sehr schnell verselbständigen und dann wird es schwer. Ich muß dazu sagen, das ich 3D schieße und auch immer wieder durch haarige Büsche und aus ungünstigen Positionen heraus. Das zwingt mich dazu vielseitig zu trainieren und bringt mir auch am meisten Spaß.

Versuche einen Punkt nach dem anderen zu verbessern und höre nie damit auf es immer wieder zu prüfen.

duro

Hallo Deichniro,

danke für die seeehr ausführliche Analyse,
Das mit der gedrehten Hand ist kein Problem das ist schnell abgestellt. Mach ich noch nicht lange und ist daher nicht schwer zu beheben. Die Drehung erfolgt auch nicht gleich beim lösen sondern erst weiter hinten.. meine ich zumindest.. aber wie heißt es so schön.. wehret den Anfängen

Was mir jetzt noch gar nicht so aufgefallen ist, ist dass ich den Bogen verkrampft halte. Ich halte ihn bewusst nur mit 4 Fingern. Der Griff liegt in der Daumenkuhle. die Hand ist ca 45Grad geneigt. Dadurch bekomme ich den Ellenbogen schön nach außen. Zeige, Mittel und Ringfinger halten nur leicht gegen den Bogen. Werde auf die Bogenhand mal bewusst achten.

Das Ankern:
Ich überziehe ein wenig. Das ist mir auch schon aufgefallen. Es könnte durchaus besser sein den Ankerpunkt etwas weiter nach hinten zu legen, dann würde aber eventuell die Kopfhaltung darunter leiden. 
Ich habe natürlich 2 Referenzpunkte. Zeigefinger am Mundwinkel, erstes Daumengelenk hinter dem Kieferknochen.

Was will ich schiessen:
Alles was mir gerade Spass macht. Turniere mache ich nur 3D im Moment. Ich habe den Bogen lange gekippt. Schiesse da genau so gat (oder schlecht). Der Auszug wird aber etwas kürzer. Die Sehne berührt die Brust. Bei senkrechter Bogenhaltung stört sie nicht. Finde das im Winter bei dicker Kleidung besser.
Bei starken Bergabschüssen ist es oft schwer den Bogen senkrecht zu halten, das stimmt. sonst hab ich damit im Gelände selten Probleme.
Ich schwanke da auch immer noch zwischen schräg und gerade. Was mich zu meiner Targetpanic bringt
Leider habe ich eine Zeit lang auch zum Spass schnell geschossen... das bringe ich jetzt nur schwer wieder weg. Vielleicht muss ich das Zuggewicht nochmal etwas reduzieren. Jedenfalls hilft mir die senkrechte Bogenhaltung bewusster zu schiessen.. hat halt sowas Olympisches :-)

Ich bleib dran
Duro

deichniro

Duro,

es gibt Bögen, die juckt ein Würgegriff nicht. Ich habe auch eine Zeit lang so geschossen, ohne dass es allzu nachteilig gewesen wäre. Der Bogen verrät Dir am besten, was er mag und kann und was auch nicht. Es sind ja auch nur Mutmaßungen, die ich hier anstelle und die Dir vielleicht dabei helfen, des Rätsels Lösung zu finden. Ohnehin ist es Deine Aufgabe Deine Technik, die für Dich passt, zu finden. Mein Rat kann bei Dir auch ebenso gut nicht passen. Erlaubt ist, was funktioniert.

Das mit dem Anker muss man gucken. Ich helfe mir immer gern damit, den Ellenbogen der Sehnenhand recht hoch zu drehen. Ist auch nicht unbedingt optimal, aber es grenzt einiges ein. Die Suche nach dem perfekten Schuss macht ja unser Hobby aus. Ich für mich gehe davon aus, dass ich die optimale Technik noch nicht gefunden habe und so probiere ich es immer wieder, Dinge auf eine andere Art und Weise zu machen. Wie sagte Edison so schön, er kenne 1000 Wege eine Glühlampe so zu bauen, dass sie nicht funktioniert, doch es hätte der eine richtige auch gereicht. Darin liegt auch ein guter Tip für uns Bogenschützen. Es kommt eben nicht darauf an, einen Köcher leer zu machen, sondern jeden einzelnen Schuß zu optimieren.

Zum Halten des Bogens, kann ich Dir nur den Tip geben, flexibel zu bleiben. Wenn Du Dich zu sehr auf eine Art einstellst, dann stresst es Dich, wenn es gerade unter Turnierbedingungen auch mal nicht so geht, wie Du es gewohnt bist. Ich habe schon auf dem Boden liegend geschossen (natürlich als kein anderer in der Nähe war, der es hätte sehen können). Das war nur, um es mal gemacht zu haben, bzw zu wissen ob es überhaupt geht und weil ich Schützen gesehen hatte, die es auf einem Tisch liegend probiert hatten.

Dir jedenfalls viel Spaß beim "besser werden"

duro


Sabiji

Hi Duro,
auf alten Bildern sieht es bei mir auch aus, als ob ich den Bogen (zu) fest halte, obwohl ich immer der Meinung war, die Hand locker zu halten und den Griff nur locker mit den Fingerkuppen zu sichern. Mittlerweile lasse ich kleinen Finger und Ringfinger "links liegen" und nutze eine Fingerschlaufe zwischen Mittelfinger und Daumen. Anfangs hat man noch mit den Schnappreflex zu kämpfen, aber mittlerweile habe ich zu kämpfen, den Bogen nich wegschnippsen zu lassen, wenn ich die Fingerschlaufe mal vergesse.
Rückenspannung: ich habe mir angewohnt, momentan beim normalen Training meine ersten Passen auf 40 Meter zu schießen. Stimmt die Gruppierung wechsle ich auf 50 Meter. Bin ich da zufrieden, wechsle ich auf kürzere Entfernungen. Bei den 40 und 50gern bekommt man gegenüber kürzeren Entfernungen relativ deutlich quittiert, wenn die Rückenspannung inkonstant ist.
Viele beginnen umgedreht mit kurzen Entfernungen, so wie es auch die Fita-Leute in meinen Verein machen. Aber die müssen den Pfeil eh stets durch den Klicker ziehen. Ich aktiviere also meinen "inneren Klicker" durch die weiteren Entfernungen.
Semper Eadem

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