Schiesstechnik, eure Meinungen bitte

Begonnen von duro, 28.05.16, 00:24

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duro

Hallo Zusammen,

ich hab mich nach längerer Zeit mal wieder gefilmt. Habt Ihr Tipps, Anregungen, Kritik?
Immer her damit :-)
https://www.youtube.com/watch?v=ke4PcWwPVSc
https://www.youtube.com/watch?v=fUS5cJsfQ-Y


Gruß
Duro

Jack Daniels

Ich würde länger ankern, die Bogenhand leicht öffen beim ziehen
und beim ankern die Fingerspitzen vorne an Griff.
Den Bogen ruhig ein bisschen schräger halten, dann legst du dich mehr in den Schuss.
" Never shoot a large caliber man with a small caliber bullet "

Codeak

Hallo Duro,

ja.. ich würde auch länger halten.. aber wenn du damit triffst ist ja alles in Ordnung.
Was mir eher auffällt ist die Sehnenhand. Bekommst Du beim Öffnen einen Schlag gegen die Lippe od Nase...?
Wenn nicht, habe ich nichts gesagt. Wenn ja od ab und an...wundert es mich nicht.
Du stellst die Sehnenhand beim Öffnen um 90 Grad am Gesicht und so wandert sie nach hinten.
Die Gefahr des Sehnenverdrehens ist also relativ hoch.
Beim zweiten Mal ansehen ist mir die Bogenschulter aufgefallen, dass sie beim Sehnenziehen leicht hochgeht.

...Gruß, daniel

duro

Hallo zusammen,

danke für die Posts.
Ja, das mit dem Ankern ist so ne Sache.. wenn der Kopf nur mitmachen würde :-) Wenn ich Krampfhaft länger ankere verreiße ich den Schuss gerne (ich fange an über den Ablauf nachzudenken) Wie unterdrückt ihr das?
Wenn ich den Bogen schräger halte verstärkt sich der Effekt noch etwas. Ich habe das Gefühl wenn ich den Bogen senkrecht halte schiesse ich ewas bewusster.
@Codeak
Kommt schon mal vor, dass ich vom Tab nen leichten Schlag an die Lippen bekomme. Für mich wars immer ein Zeichen, dass die Sehnenhand ordentlich am Gesicht war. Ist das ein Problem?
Ich werde versuchen die Sehnenhand in Zukunft nicht mehr zu drehen, danke für den Tipp.

Simon Thumb

Ich finde deinen Stand gut, das T ist schön ausgeprägt, und dein Hals macht keine Verrenkungen. Sauber.

Zitat von: duro am 28.05.16, 01:16
Wenn ich Krampfhaft länger ankere verreiße ich den Schuss gerne (ich fange an über den Ablauf nachzudenken) Wie unterdrückt ihr das?

Ich habe etwas ähnliches mit stumpfem Techniktraining mit einem Wabbelbogen (<25#) rausbekommen, und ich kann mir gut vorstellen, dass dir das auch gut tun kann.


Was mir noch auffällt:
Du ziehst bis über deinen Ankerpunkt hinaus, dann stoppst du, gehst zurück zum Mundwinkel, und dann ... ja mal sackst du etwas zusammen, mal hältst du die Auszugslänge. Dann öffnet sich deine Sehnenhand, der Pfeil fliegt los, deine Sehnenhand steht, steht, und geht dann hinters Ohr zur Schulter.
   Auf mich wirkt das, als hättest du zu früh dein Zuggewicht gesteigert, weshalb du erst wie mit aller Kraft den Bogen spannst, dann merkst du "ups ich bin am Ankerpunkt vorbei", die Rückenspannung(tm)* setzt hier anscheinend aus, und dann führst du deine Hand zum Mundwinkel. Dann blockierst du mit der Schulter, lässt die Sehne gehen, konzentrierst dich aufs Nachhalten, und merkst, dass die Sehnenhand noch nicht an der Schulter ist, weshalb du sie dann nachziehst.

Hoffe, du kannst damit was anfangen.

*:  ;)
"Pfeil und Bogen ist für uns alle Neuland." - Angela Merkel

duro

Hallo Simon,

danke für die Analyse. Ja, das mit dem Zusammensacken ist einem Vereinskammeraden auch schon aufgefallen. Da muß ich wohl noch dran arbeiten.
Lustig ist, daß ich schwören könnte, daß die Hand sich sofort nach hinten bewegt. Auf dem Video sieht man ja aber (teilweise) das es nicht so ist. Der Kopf macht schon manchmal komische sachen :-)

Gruß
Duro

duro

P.s. das mit dem wabbelbogen muss i h wieder machen. Dank ilf ists ja kein Problem

norbert schliebener

Endzug fehlt, Rotation der Hand beim Lösen ist unschön, resultiert aber u.U. daraus.

tj

Stimme allen Kritikpunkten zu. Jedoch der Vorschlag den Bogen schräg zu halten ist bei Deiner aufrechten Art zu schießen eher kontraproduktiv. Bleib mal so schön gerade und halte den Bogen wie gehabt. Das passt schon.
tj
Es ist egal, wenn sie hinter Deinem Rücken reden. Wichtig ist, daß sie, sobald Du Dich rumdrehst, die Fresse halten!

Codeak

Zitat von: duro am 28.05.16, 01:16
Hallo zusammen,

danke für die Posts.
Ja, das mit dem Ankern ist so ne Sache.. wenn der Kopf nur mitmachen würde :-) Wenn ich Krampfhaft länger ankere verreiße ich den Schuss gerne (ich fange an über den Ablauf nachzudenken) Wie unterdrückt ihr das?
Wenn ich den Bogen schräger halte verstärkt sich der Effekt noch etwas. Ich habe das Gefühl wenn ich den Bogen senkrecht halte schiesse ich ewas bewusster.
@Codeak
Kommt schon mal vor, dass ich vom Tab nen leichten Schlag an die Lippen bekomme. Für mich wars immer ein Zeichen, dass die Sehnenhand ordentlich am Gesicht war. Ist das ein Problem?
Ich werde versuchen die Sehnenhand in Zukunft nicht mehr zu drehen, danke für den Tipp.



hi Duro,

ja, was Simon hinsichtlich des Zusammensackens in Zusammenhang mit Zuggewicht geschrieben hat, ist mir übrigens auch aufgefallen.
Die Sehnenhand Rotation ist tatsächlich unschön. Ich hatte dieselbe Erfahrung und einem Freund von mir ebenfalls.
Das ist nur durch das saubere Lösen hinzubekommen. Das sind bei mir folgende Faktoren:
- Tiefer Sehnengriff
- Zwei Ankerpunkte im Gesicht
- Die Sehnenhandrotation tunlichst vermeiden und entweder die Hand am Gesicht lassen
oder nach hinten, durch Rückenspannung bedingt, wandern lassen.

... tja.. das wäre dann fast die nächste Frage, ob Du tatsächlich in Rückenspannung gehst...

und wir üben alle fleissig :whistle:

Gruß,
Daniel

jolly

Leider sind die Videos aus einem ungünstigen Winkel gemacht. Von schräg oben, nicht unten, wäre besser.
Folgendes fällt auf:
Tendenziell geht die Bogenschulter hoch, wenn du in den Vollauszug gehst (wäre durch einen anderen Winkel wohl besser zu erkennen)
Der Bizeps arbeitet zu viel, die Schulter zu wenig.


Konzentrier dich nicht auf die Zughand, die ist nur das Ergebnis anderer Schritte im Ablauf.
Zwei Übungen die du machen kannst:

Such dir einen Trainingspartner mit Theraband. Wenn du in den Vollauszug gehst steht er "hinter" dir, spannt das Band vertikal, sodass den Ellenbogen im Vollauszug gegen das Band drücken muss. Damit
verändert sich dein Fokus auf den Ellenbogen. Du Fokusierst beim erhöhen der Spannung im Anker auf den Ellenbogen, bis der Schuss passiert.

Zweite Übung ebenso mit Partner. Versuch die Spannung kontinuierlich zu erhöhen. Dein Partner achtet auf die Pfeilspitze. Diese geht bis zum Lösen immer nur in eine Richtung. Sollte sie im Verlauf des Auszugs nach vorne wandern, lässt dich dein Partner absetzen.
Du rupfst den Bogen ganz schön her, kann man machen. Wenn du versuchst den Prozess in Zeitlupe zu machen, sollte es dir leichter fallen in die Schulter zu kommen.



Irgendjemand hat hier das Zuggewicht erwähnt. Könnte für die Bogenschulter verantwortlich sein. Filme dich mal mit einem leichteren Bogen als Vergleich, nur für dich selbst.
Nimm dir einen Punkt nach dem anderen vor und probier nicht zu viel auf einmal.



duro

Super, ich danke euch für die vielen Infos. Ich denke ich werde dann erstmal an der Rückenspannung und Sehnenhand ansetzen
Danke jolly für die Übungen. Sobald mein Bogenkumpel wieder Zeit hat werde ich das mal testen. Was hast Du eigentlich mit
ZitatDu rupfst den Bogen ganz schön her

gemeint?
Duro

jolly

Sorry, du gehst eher schnell in den Vollauszug. War aber nur eine Feststellung, wertfrei.

Jack Daniels

Ich habe mich irgendwann darauf konzentriert beim lösen den Ellbogen der Sehnenhand nach hinten zu bewegen.
Das hat mir geholfen sauber und nach hinten zu lösen,- auch gedanklich einfacher
als wenn man die Sehnenhand im Hinterkopf hat.
Ein Ellbogen ist leichter zu bedienen als drei Finger an der Sehne  ;)

( Gedanklich )
" Never shoot a large caliber man with a small caliber bullet "

Kuckingen

Hallo,
ich dinde du hälst den Bogen zu verkrampft. Eine Fingerschlinge kann da Abhilfe verschaffen.

Ein längerer Anker kann helfen, kann man. Mit einem Terraband gut trainieren. Des weiteren kann es helfen, 3 m vor der Schwibe zu stehen und blind den Ablauf zu trainieren, denn man sich mal augeschrieben hat, auch gut mit dem Terraband zu trainieren. Wenn man das ganze blind macht, beinfach nur auf das Körpergefühl achten.

Dabei nicht den Kopf ausschalten und alles geistig notieren, was dir auffällt um es dann aufzuschreiben.

Hat mir gut geholfen.

Anzahl der Pfeile zu reduzieren hilft das Tempo drosseln.  Wir sind auf keinem Marathon.

Das App coaches eye macht mit dem Handy gute Zeitlupenaufnahmen, kann sehr hukfreich bei der Analyse sein.


Dem klugen Schützen gleicht der höhere Mensch. Verfehlt dieser sein Ziel, so wendet er sich ab und sucht die Ursache seines Fehlschusses in sich!

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