Arthrose rechtes Handgelenk

Begonnen von Acatena, 13.10.15, 01:00

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Acatena

Hi ihr Lieben...

Ich bin gaaanz neu, auch, was Bogenschießen angeht. Leider muss ich mich vorab erkundigen, da bei mir in Sommer im alter von 27 Jahren Arthrose festgestellt worden ist.
Von einer Bogenbauerin vom Mittelalter Markt weiß ich, dass ich einen Bogen bräuchte, der nicht stark nach federt... damit die Erschütterung nicht durch den Arm geht.

Hat jemand damit Erfahrung? Arthrose in der hand und/oder solchen Bögen? Ist das machbar oder macht es Sinn, gar nicht erst anzufangen? Den Eibenbogen kann ich wohl ganz streichen?

In der Hoffnung, auf antworten...
Danke...

Lg tinsch'n

Esteban

Dann bist du Linkshänder ?

Schweres Mittelstück und schwerer Pfeil minimieren den Handschock. Ist natürlich immer noch messbar, auch wenn der Schütze glaubt nichts zu spüren.

Muß es unbedingt ein Selfbow, also aus einem Stück Holz sein ? Recurvebögen sind da ruhiger im Schuß.
No captain can do very wrong, if he places his ship alongside that of the enemy ( Horatio Nelson, Battle of Abukir, 1798)

AST

Recurvebögen sind aber auch schwerer.
Da es sich bei Arthrose um eine Verschleißerscheinung handelt, würde ich Überlastungen vermeiden (kein hohes Bogengewicht, kein hohes Zuggewicht, verhältnismäßig schwere Pfeile, Bogen mit wenig Handschock,.....)

Vor allem würde ich einen Facharzt zu dieser Thematik befragen - jemand der sich mit Gelenken, Sehnen, Bändern auskennt. Bogenschützen und Bogenbauer sind da erstmal die falschen Ratgeber.

stöckchenschubser

Du hast trotz Arthrose noch viele Möglichkeiten, allerdings solltest du den Primitivbogen streichen.

Ein guter Recurve, oder sogar ein Compound sind hingegen auch mit schwerer Arthrose schießbar.
Hier wäre es für dich wichtig diverse Bögen zu probieren, und dein System so einzustellen, dass es schonend arbeitet.

wilfrid

ja, nimm einen asymmetrischen, leichten Bogen und schieße mit Pfeil auf der falschen Seite. Dann nehmen die Sehnen die Zugkraft auch und nicht nur die Knochen, einfach dabei dann das Handgelenk gerade, etwas! zum Pfeil hin abgeknickt.
Dann tut nicht weh.
Ich schmeiße auch nach 3 Schuß alles weg, was ein wenig Handschock hat

walta

Bei mir ist es sogar besser geworden. Man muss halt ein bischen probieren, welcher Bogen und welches Zuggewicht für dich am besten ist. Und Handschock sollte ein Bogen ohnedies nicht haben.

Walta

Esteban

Zitat von: AST am 13.10.15, 01:32
Recurvebögen sind aber auch schwerer.
......


Nicht unbedingt. Mir fällt da der Phyton von Andras Kovac ein. Einteiler und sehr leicht, aber trotzdem geringer bis kein Handschock. Allerdings kein Anfängerbogen.

Die Idee mit dem (bogenschiessenden) Facharzt ist auf alle Fälle gut.  Aber auch Vorsicht ! Wenn dessen Erfahrung sich auf Mittelaltermarkt mit tretendem Manau Muli beruht wird der verständlicherweise abraten.

@ Acatena: Wenn Artrose nur Rechts, kann der Bogen doch ruhig treten oder bist du Linkshändig ? Wenn es ums Halten der Sehne geht, dann wäre auch Compound mit Release was.

No captain can do very wrong, if he places his ship alongside that of the enemy ( Horatio Nelson, Battle of Abukir, 1798)

Bogenzwerg

Zitatja, nimm einen asymmetrischen, leichten Bogen und schieße mit Pfeil auf der falschen Seite. Dann nehmen die Sehnen die Zugkraft auch und nicht nur die Knochen, einfach dabei dann das Handgelenk gerade, etwas! zum Pfeil hin abgeknickt.


Hat er den Bogen dann nicht mehr in der Hand??

Zwerg

AndiE

Hallo

Such erst mal einen zweiten Arzt (Orthopäden) auf ob es wirklich Arthrose ist. Eine zweite fachliche Meinung ist in solchen Fällen immer ratsam und jeder hat ein Recht drauf, sprich die Kasse übernimmt das. Arthrose ist nämlich eine sehr beliebte Diagnose geworden in den letzten Jahren.  ;)
Frag dann diesen Facharzt was er vom Bogenschießen in deinem Fall hält, denn nur der wird Dir das sagen können. Er hat die Möglichkeit bildgebende Verfahren durchzuführen, hier im Forum und auf Mittelaltermärkten kann man dazu nichts schreiben.
Niemand hier weiß was es wirklich ist, in welchem Bereich, in welchem Ausmaß...
Ist alles nur ins Blaue geraten.

Stabilisationsübungen unter fachlicher Anleitung sind im Falle von Arthrose nicht verkehrt. Auch Bogenschießen, wenn man es im angemessenen Rahmen durchführt, fördert. Aber wie gesagt gibt es unzählige Erkrankungen und Traumata die die selben Symptome haben aber teils gegensätzliche Therapien erfordern. Sprich es gibt auch einige Problematiken in diesem Areal für die Bogenschießen nicht anzuraten wäre.

Welchen Bogen aus Eibe wolltest Du denn? Einen ELB? Den würde ich dann an deiner Stelle wohl auch abhaken, was aber mit dem Zuggewicht zu tun hat und nicht mit Handschock usw.

MfG
       Andi

Honigjäger

Moin,

würde mich gerne AndiE anschließen und noch ergänzen.

Ich habe in den letzten 12Jahren meines Berufes vieles gesehen, aber noch keine Arthrose im Handgelenk bei einer 27jährigen. Ich will damit nicht sagen, dass es diese nicht gibt, aber es sehr in Frage stellen.

Was ging denn den Schmerzen voraus? was machst du beruflich - sportlich - ect.

Aber selbst wenn du wirklich Arthrose hast im Handgelenk, dann kann diese noch nicht sehr weit fortgeschritten sein. Arthrose ist der Verschleiß/Abnutzung des Gelenkknorpels. Dieser wird gefördert in dem unter Belastung das Handgelenk dynamisch bewegt wird und/oder durch z.b. regelmäßige Stürze auf die Hand.
Darüber hinaus ist für jeden Knorpel der Wechseln von Inaktivität und plötzlicher Aktivität langsam aber sicher der Untergang:
Bsp.: "ich weiß nicht warum meine Knie denn so kaputt sind, ich habe doch nie viel Belastung gehabt - 1x im Jahr ne Woche Skifahren und 1x ne Woche wandern"

Genau das ist das Problem, der Knorpel hat keine eigenen Blutgefäße sondern ernährt sich wie ein Schwamm durch Druck/Zug, wobei Gelenkschmiere in den Knorpel eingepresst wird. Bei der Versorgung ist er dann auch noch abhängig davon, dass die Gelenkschmiere eine gute Qualität hat, welche nur bei regelmäßiger Bewegung/Belastung eines Gelenks gewährleistet ist.
D.h. ein Knorpel lebt von Belastung und Bewegung

Ich sehe überhaupt keine Problem bei einer beginnenden Arthrose Bogen zu schießen, die Frage ist eher, WAS macht dir wirklich Schmerzen (eine Arthrose als solches tut nämlich nicht weh, erst ihre Begleiterscheinungen)

Meiner Meinung nach muss folgenden erfolgen:
- gute Untersuchung (damit meine ich nicht nur Bilder, sondern eine ausführliche aktive passive Untersuchung durch einen guten Orthopäden oder noch besser Physiotherapeuten)
- eventuelle Mobilisation von Bewegungseinschränkungen
- Knorpelernährende Übungen (wenn es doch einen Knorpelbeteiligung gibt)
- spezifische stabilisierende Übungen für das/die Handgelenke
- ansonsten gilt die gleiche Empfehlung wie für alle Anfänger (huch bin ja auch einer) lieber paar Pfund "zu wenig" als auch nur ein Pfund zuviel
- halte hier von der Ferne (ich kenne das Handgelenk nicht) aber das Gewicht und den Handshock im Moment nicht für den absolut limitierenden Faktor -- denke wenn der Rest passt, dann gibt es da kein Problem.

Also eigentlich bist du im Bogenforum nur fast richtig ;) kümmere dich um dein Handgelenk (was/wie/wo/warum.....) dann gelten wieder die gleichen Anfängerempfehlungen

Ach was ich denke was dann mittelfristig für dich eher noch interessanter ist als für andere ist wenn du wirkliche ein bestehendes Problem hast im Handgelenk ist die Griffform, denn von der Stellung der Finger zueinander ist es abhängig wie Kräfte im Handgelenk weitergeleitet werden.

Gruß und viel Erfolg
Janos


PS: lass uns wissen wie es weiter geht

Acatena

Huch, das nenn ich mal viele hilfsbereite Antworten.. danke :loveit:

so, zu der Krankengeschichte:

vor 10 Jahren bin ich schlimm auf mein rechtes Handgelenk gefallen und musste mir eine Platte einsetzen lassen. Damals hieß es, es wird keine Probleme geben.
2013 hatte ich dann auf einmal nach Konditoraushilfe (bin selber von Beruf Bäckerin) starke Schmerzen im Handgelenk. Erst hieß es Arthrose (vom Sportorthopäden durch Röntgenbild festgestellt und nur Schiene verschrieben). Da mir und Freunden im Klinikbereich das allerdings sehr unwarscheinlich erschien, bin ich wieder zu der Klinik gefahren, die damals die Platte eingesetzt hatte. Erst hieß es, es könnte was mit dem Mondbein (?) sein, also Handgelenksknöchelchen irgendwie. MRT wurde gemacht und nichts schmerzhaftes erkannt, jedoch erwähnt, das Arthrose zu früh kommen wird. Nach einer OP aufgrund der Schmerzen, wurde sehr viel "Grütze" im Handgelenk gefunden, halt ein halbes Jahr Sehnenscheidenentzündung. Nach der OP hatte das Handgelenk ein halbes Jahr ruhe, um sich zu erholen. Dann ahbe ich im Verkauf gearbeitet. Seit Anfang des Jahres habe ich wieder als Bäckerin gearbeitet und im Juni wieder starke Schmerzen bekommen. Sehnenscheidenentzündung. Nach Medikamenten und Ruhe haben sich die Schmerzen verändert und diesmal diagnostizierte die Klinik Arthrose.
Da ich wegen meinem Beruf damals nach dem Orthopäden schon beim Amt eine Umschulung beantragt hatte, haben 3 Ärzte Arthrose diagnostiziert, in unterschiedlichen Abständen.
Wegen der Versicherung wird demnächst die DIagnose schriftlich zugeschickt.
Da ich im Moment noch arbeite, um Anspruch auf Arbeitslosengeld (und die Umschulung finanziert zu bekommen), habe ich dauernd Schmerzen... wenn ich heiß abwasche oder in der warmen Badewanne liege, merke ich es nicht so stark oder gar nicht... ansonsten reicht im Moment manchmal auch das Scrollen auf dem Handy aus, um schmerzen zu haben.
Selbst, wenn ich mit der linken Hand das Rührgerät halte, merke ich es rechts...

soviel erstmal dazu... durch meinen stark handbelastenden Beruf soll die Arthrose schneller in Erscheinung getreten sein...
Begleitend erhalte ich Ergotherapie, was hilft, bis ich wieder gearbeitet habe...

Ob ein Arzt was damit anfangen kann, wenn ich ihn auf Bogenschießen anspreche? Da hatten sie damals auch mit meinem Rücken Probleme... Westernreiten stärkt den Rücken und schädigt ihn nich zusätzlich wie die steife Haltung bei Dressur etc. Das weiß ich nicht von Ärzten, die halten sich immer zurück aus meienr Erfahrung und könnten dann eh nur nach Intuition handln und nicht nach Wissen.

Dass ich historische Bögen eher meiden sollte, ist schade, da ich gerade die so faszinierend finde... aber wie einige schrieben, weiß ich nicht, wie meine Hand darauf reagiert. Im Moment würde ich es auch nicht ausprobieren, um nicht noch mehr zu belasten. Ab mitte November arbeite ich nicht mehr, würde also im neuen Jahr dann damit anfangen.
Habe hier in Bad Oldesloe auch einen Bogenschießverein, den ich auch schon angeschrieben habe und dort kann ich dann auch Probeschießen. Wäre zwar die Einzige, die dann ggf später mittelalterlich schießen würde, aber solange sie es mir beibringen können, sehe ich das nicht als schlimm an.

liebe Grüße <3

Honigjäger

Ok, ich nehm alles zurück und behaupte das Gegenteil *mist*

also, jetzt kann dir nur noch ein guter Physiotherapeut sagen, was wirklich mit "DIESEM" Handgelenk noch möglich ist.
So wie du es beschreibst würde ich erst dafür sorgen, dass das Handgelenk in Ruhe nicht mehr schmerzt (denn solange es in Ruhe schmerzt hast du da ne fette Entzündung drin und solltest eigendlich gar nichts damit machen)

drücke die Daumen

AndiE

Hallo

@Honigjäger
Ich dachte Du bist Physio?  ;)

Man müsste sämtliche Gelenke inkl. Handwurzel mal durchbewegen und palpieren, alles andere ist Raterei.

MfG
        Andi

Honigjäger

ja ich bin Physio ;)

aber genau am anderen Ende von Deutschland - hab ihr einen in ihrer Nähe empfohlen ;)

walta

Tja, die Geschichte kenn ich. Sturz mit dem Rad. Platte im Handgelenk. Nach einem Jahr Platte wieder raus. Gelenk hat ist nicht exakt genau zusammengewachsen - Arthrose.
Lass dir ein Gutachten erstellen. Ev. ergibt sich aufgrund der Einschränkung eine Erwerbsminderung.

Also ich hab die Arthrose in der Zughand. Wenn du schön vorsichtig bist kann man damit gut schiessen. Ich schiesse derzeit einen Langbogen mit einiges an Zuggewicht. Moderates Zuggewicht zu beginn (so 30 Pfund) und langsam steigern. Allerdings auch nicht zu wenig, schliesslich soll es zu einem Muskelaufbau kommen. Dadurch wird das Gelenk auch etwas entlastet. Wie gesag, mir gehts durchs Bogenschiessen besser.

Falls wir uns mal kennenlernen können wir ja mal fachsimpeln - so von Krüppel zu Krüppel :-)

Walta

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