Pfeilherstellung im Mittelalter

Begonnen von Jath, 25.06.14, 15:11

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Jath

Moin,
Ich arbeite gerade an einem Projekt für ein Museum in dem es um mittelalterliches Pfeilbauen geht (ca. um 1300), hab ich mich gefragt, wie die Pfeilmacher die Pfeilschäfte in Form gebracht haben. Die Baumbschnitte von ca. einem Meter werden sie sicherlich gespalten haben, bis so Kantel von 1" mal 1" rauskamen. Aber wie haben sieh dann weiter gemacht? Ziehbank und Ziehmesser wäre eine Möglichkeit, oder aber hatten sie eine Lade mit V-Nut in der Mitte, mit das Tapern auch einfacher funktioniert hätte, als mit der Zeihbank? Weiß jemand genaures darüber?


Jath

Danke für die Mühe, aber das ist ja alles bekannt mit dem Pfeilerichten und so weiter. Meine Frage war eher, ob jemand weiß, wie die Pfeilmacher vor 700 Jahren die Kantel aus Esche, Buche, Eiche, Pappel etc. zu einem runden Schaft gemacht haben. Für sie 1/2" Wararrows werden die ja keine Schösslinge verwendet haben!? Und selbst die, musten sie ja teilweise noch tapern.

Wolverine

Es gibt Menschen, die zeigen Dir immer wieder, wie Du niemals werden willst.
Bögen von Bavarian Longbow, Black Widow, Centaur, Wapiti Bows, Martin

Jath

Gab es dafür eine spezielle Vorrichtung? Etwas ähnliches wie man es heute zum Tapern benutzt?

Wolverine

Zitat von: Jath am 25.06.14, 16:08
Gab es dafür eine spezielle Vorrichtung? Etwas ähnliches wie man es heute zum Tapern benutzt?



das ist anzunehmen :!: war ja Serienfertigung :!:
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wilfrid

Ich weiß ja jetzt nicht, für welches Museum Du Schäfte herstellen willst, aber vor 700 Jahren schoß man in D meist mit der Armbrust, das mal vorweg.

Ansonsten vergiß mal 1/2" aus Esche etc, dieweil Pfeilgewichte für die kontinentalen Bögen kaum überweit 600 gr lagen...
Leider gibts aus der Zeit kaum Funde, von Schäften schon garnicht.

Gut, das dazu. Dann nimmst Du Deinen  Pappelstamm und spaltest den, bis du Stäbe hast, aus denen Du mit nem Hobel oder Ziehmesser (besser)8-16 ecke der gewünschten Dicke hast. Die machst du rund und richtest die, fertig.

walta

In dem Fall ist der Typ dein Ansprechpartner. Ist auch unter dem Namen Jolinar auf FC unterwegs.

auf dem Jakobsweg

Walta

Jath

Es ging mir auch eher um Wararrows aus England. hätte ich villeicht erwähnen sollen, mein Fehler.

Wolverine

Zitat von: Jath am 25.06.14, 16:44
Es ging mir auch eher um Wararrows aus England. hätte ich villeicht erwähnen sollen, mein Fehler.



hattest Du erwähnt ( Antworten #2: Heute, 13:54») aber so ist es halt mit dem Lesen :!:

:tu: :tu:
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PG

Wende dich doch mal an Jürgen Junkmanns aus Erftstadt, er ist experimenteller Archäologe und Bogenbauer, vielleicht kann er dir helfen.

Peter
Never too old to Rock 'n' Roll, but too young for Schlagermusik

Nergal Recurve 66"39#
Marduk LB 68"40#
Osage Selfbow, 68"40#
Bambus Massa, 68"48#

wilfrid

Kann man ja nicht wissen, das Du die englischen Pfeile meinst, denn es gibt genug Leute, die im deutschen Museum eben quarterpounder auch für kontinentale Schützen annehmen.

Die einfachste Methode bleibt aber, ein Ende einspannen und dann mit dem Ziehmesser entlang der Fasern den Spaltling auf Maß bringen. Eventuelle Wellen lassen sich kalt rausbiegen, bei allen Hölzern die zu Set neigen, also Esche, Pappel, Weide, nicht sooo gut gehen Ahorn und Kiefer.
Mit so einem Teil:
http://de.academic.ru/dic.nsf/meyers/74419/Kommandostab
Der Vorteil ist, es geht schneller als mit der Lade hobeln und Du hast Pfeile mit durchlaufender Flamme, (also ohne austretende Flamme)
Der Pfeil muß ja nicht aufs 1/100 m m in der Dicke passen,nur gerade sein.
Die Keule, die vorn stehen bleibt, schneideste einfach ab

Wolverine

 :sorry: lesen hilft manchmal = «Antworten #2: Heute, 13:54»  :evil: :evil: :whistle:
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Hachiman

Zitat von: PG am 25.06.14, 18:01
Wende dich doch mal an Jürgen Junkmanns aus Erftstadt, er ist experimenteller Archäologe und Bogenbauer, vielleicht kann er dir helfen.

Peter


Peter hat recht  :whistle: In seinem Buch Pfeil und Bogen, Seite 51 wird es kurz mal angesprochen. Hitzebehandlung und Pfeilhobelbänke.
Holz wurde erwähn; Schösslinge... oder Spalt-holz Kiefer und Esche.

Grüäss
....Der Sammler.....
der der auch mit links schiessen kann O.o

funkenflug

hallo,
gebe mal zu bedenken: wie machen z.B Urwaldindianer und Primitivvölker ihre Pfeilschäfte?
bestimmt nicht hobeln!
lg Funkenflug

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