Anfänger braucht ein bisschen Hilfe :) (Konzentrationsprobleme, Buchtipps?)

Begonnen von encyclia, 16.03.14, 15:56

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-Nietzsche-

ZitatNoch schlimmer sind die ganzen Hobbytrainer die grundsätzlich alle unterschiedlicher Meinung sind.

LoL
Irgendwie hat, glaube ich, jeder dieselben Erfahrungen gemacht  :rofl:

Flamango

Klar. Jeder hat so sein Rezept. Wenn man das Bogenschießen lernt, ist aber ein Rezept alles, worauf es ankommt. Viele Köche können ja helfen, aber mit 3 Breirezepten wird es ne ziemlich abenteuerliche Schüssel, die man da produziert.

Toxophilia

Hallo encylia,

ja, deine geplante Vorgehensweise hört sich gut an  :tu: Das wichtigste ist, dass es dir Spaß macht und dann wird dich mit Sicherheit auch das Bogenvirus packen  :whistle: :green: :D

Alles Gute,
Toxophilia
Der Pfeil fliegt hoch, der Pfeil fliegt weit, warum auch nicht, er hat ja Zeit.

Martin Dabidabidu

Nimm dein Herz in die Hand und komme einfach nach Neubrunn. Dann kannst du sehr viele aus dem Forum persönlich kennen lernen und auch was die Technik betrifft, einiges lernen.

wilfrid

Das mit dem immer gleich machen stimmt, machst Du aber automatisch, wenn Du nicht dran denkst. Sonst machst du zwar den Anker immer richtig(er) drehst aber vielleicht dabei den Bogen usw.
Die Kopffrage: Halte ich richtig, ist die Pfeilspitze da , wo sie sein  soll usw taucht bei mir nah 50 Jahren Bogenschießen immer noch auf und bauz daneben

Flamango

Das ist der Grund, warum so viele gute Schützen so vieles immer gleich machen. Sie brauchen nicht zweifeln, weil sie es Wissen. Sich zum Beispiel bewusst gerade hinzustellen (wie es das Gelände erlaubt) und bewusst zu ankern ist wirklich kein Fehler ...

Naja, encyclia, ich wünsche dir einen kompetenten Ansprechpartner. Wenn du dann mit und von ihm lernst, dann bleib auch erstmal bei dessen Meinung und Rezept, bis du verstehst, warum etwas so und so läuft. Ab dann kannst du dein eigenes Rezept entwickeln.

Obstgruß,
Flamango, der Hobbytrainer, der sich raushält, wenn ein Hobbyschützling ein anderes Rezept lernt, als das eigene.

-Nietzsche-

...vielleicht noch ein Tipp, der so allgemein ist, daß er sich mit KEINER Methode beißt:
Verändere immer nur eine Sache auf einmal - und schieß' dann erstmal einen Haufen Pfeile. Wenn Du dir dann sicher bist, daß ES (was auch immer) besser ist als vorher, kannst Du dich um die nächste Sache kümmern.

Zebulon

Zitat von: -Nietzsche- am 19.03.14, 15:22
...vielleicht noch ein Tipp, der so allgemein ist, daß er sich mit KEINER Methode beißt:
Verändere immer nur eine Sache auf einmal - und schieß' dann erstmal einen Haufen Pfeile. Wenn Du dir dann sicher bist, daß ES (was auch immer) besser ist als vorher, kannst Du dich um die nächste Sache kümmern.


Ich kann mich da dem Philologen nur anschließen. Ich bin Peter, 53 Jahre und genau so ein Anfänger, der viel allein am Üben ist. Mglw. eher aus Zeitgründen, im Ergebnis aber  genieße auch ich die Ruhe und Konzentration. Ich werde zunächst mal in Abständen Seminare besuchen, um zu sehen, was ich mir alles wieder abgewöhnen muss. :red: Aber ich glaube mit viel Lesen im Vorfeld, Gefühl für den eigenen Körper und ständigem Hinterfragen wird das auch gehen ( müssen).

Ich habe im Keller 9 Meter zur Verfügung, Im Garten 22. Bei einer so komplexen Geschichte, wie dem Bogenschießen, ist es anfangs gar nicht zu beherrschen, auf alle wichtigen und neuen Bewegungen zu achten. Ich versuche es jeden Tag, zumindest 15 - 20 Minuten. Zunächst ein zwei Passen langsam und einfach nur gefühlvoll zum Warmwerden, danach genau eine einzige Sache im Fokus (Streckung Bogenarm, oder Atmung oder Anker.... Ankerpunkt.... Ablass........ ) Die Scheibe dient dabei eigentlich nur dazu, wirklich mit nem Pfeil über zu können.  Nach dem Motto " heute ist mal der Ankerpunkt dran!"

Und nach dieser Konzentration auf einen zu übenden Ablauf kommt noch als Belohnung ein Zeitfenster freies Zielschießen mit nem klitzekleinen Stückchen Isolierband auf der Scheibe.  Und maaaanchmal, ganz selten, landen zwei drei vier Pfeile hintereinander so ziemlich auf oder ganz nahe bei dem Isolierbandstückchen. Herrliches Gefühl! Man muss es genießen, weil es dann wieder 2-4 Übungstage bis zum nächsten Hochgefühl dauern kann. Oder 5 oder sechs....... Aber der Weg ist ja das Ziel, oder ?

Viele Grüße aus Nordhessen
Peter
Ich nenn es einfach "Gruppierung" !  Boing!

wilfrid

Wenn Ihr denkt oder Euch irgendetwas beim Bogenschießen nur kurz fragt, absetzen, dann ist die Konzentration aufs Ziel nämlich weg...
Sicher kann man den richtigen Stand üben, auch den richtigen Anker, auch die Bogenhaltung  usw.
Aber dann nicht schießen, sondern eben DAS üben. Da geht der Pfeil einfach in den Pfeilfang. Auch beim Üben des immer gleichen Lösens. Wenn ihr meint, das Drill hilfreich ist, dann macht das.

Beim Schießen selbst ist Konzentration aufs Ziel nötig, nur auf das Ziel und nicht auf was anderes. Bis der Pfeil einschlägt !!! Egal ob der wedelt, eiert, unterwegs Looping macht oder n Spatz da durch fliegt. Bewußt seht ihr nur das Ziel.
Nur dann kann der Körper/das Unterbewußtsein u n g e s t ö r t alles das abspeichern, was passiert ist.

Was Bücher und Kurse angeht, es schießen immer noch mehr Menschen mit dem Bogen und treffen , die nicht lesen können, als welche, die lesen können.
Bogenschießen ist wie Fahradfahren, das lernt man auch nicht aus Büchern sondern durch machen. Oder denkt ihr beim Fahrradfahren daran, den Lenker gerade zu halten oder aufrecht zu sitzen? Und was passiert , wenn ihr das tut? Richtig, ihr legt euch auf die Fresse !!!

eische

und noch´n Tip : neben der Lehre die Leere nich vergessen!
Komplizierter formuliert: Die Unterschiede zwischen Theorie und Praxis sind in der Theorie meist größer als in der Praxis ?!  :whistle:
wichtg is´Praxis spüren und erfahren!!
eische/Klemens   schöne Grüße aus´m Oberbergischen noch!

shortRec

Wenn wir schon beim Tippgeben sind, hier noch was für den Kopf.

nicht daran denken, etwas falsch machen zu können!   :green:

dagegen hilft es, sich am Anfang an einen Partner zu halten, dem man (in Sachen Bogenschießen) vertraut. Am besten schießt dieser einen ruhigen konstanten Stil ohne irgendwelche Schnörkel. Das kann man auch als Anfänger durch Beobachtung über mehrer Passen erkennen.

Beim eigentlichen Schießen dann eine Checkliste durchgehen. Diese vorher mit dem Partner erarbeiten und immer wieder von diesem in der Ausführung überprüfen lassen. Dabei Die Ausführung korrigieren und die Liste ggf. anpassen.

Könnte z.B. so aussehen:

Scheibe 10m

- Aufrecht Stehen :v:

- Ausrichtung Füße zur Scheibe: Abstand Füße schulterbreit, hinterer Fuß 90° zur Schussrichtung, vorderer mit der Zehenspitze auf Höhe des Fußballens des hinteren Fußes, Fersen etwas enger als Fußspitzen  :v:

- Ausrichtung Hüfte: Achse zwischen den Hüftgelenken zeigt in Schussrichtung :v:

- Ausrichtung Schultern: Achse zwischen den Schultergelenken zeigt in Schussrichtung :v:

- Griff an der Sehne :v:

- Griff am Bogen :v:

- Balcance mittig über den Füßen finden, leicht (!) richtung Ballen verlagern :v:

- leicht Bauchspannung aufbauen, Schultern nach hinten unten :v:

- Mit leichtem (!) Auszug (ca. 5cm) Zugarm und Bogenarm anheben, Schultern bleiben tief :v:

- Bogenarm ausrichten :v:

- Spannung ziwischen den Schulterblättern aufbauen und  die Sehne kontrolliert in den Anker ziehen, Schultern bleiben tief :v:

- Spannung erhöhen, Finger der Zughand entpannen, Schultern bleiben tief :v:

- Nachhalten !!! :v:

Nächster Pfeil ...

Wo die Pfeile auf der Scheibe stecken, ist erstmal sch***egal. Mit der Zeit werden die Abstände der geschossenen Pfeile zueinander immer geringer. Wenn Du Angst um deine Pfeile bekommst, weil es schon beim 3. Schuss auf der Scheibe laut scheppert, versuche die Pfeile durch winzige Änderungen in der Oberkörperausrichtung näher an deinen Zielpunkt zu bringen. Dafür ein kleines Stück Papier, ein Tischtennisball, ein Golf-Tee oder ähnliches verwenden. Scheppern die Pfeile regelmäßig am oder auf dem Zielpunkt stellst du die Scheibe weiter weg und das Spiel geht von vorne los. Dauer aber nicht mehr ganz so lange...


wilfrid

Jau, und passt was nicht fängts von vorne an, geschossen wird dann voll intuitiv.
Der Vollintuitive Schütze:
Er läuft in Gedanken den Parcours nach Karte ab, geht die Checkliste durch,-die ist um den Punkt "Pflock wird berührt" erweitert-, und schreibt sich bei jeweils einem Schluck Kaltgetränk am Startpunkt die volle Punktzahl auf. Es sei denn, er hat das Loch im Boden vor Ziel xy übersehen und sich den Knöchel verknackt ;-)..

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