Zuggewicht

Begonnen von Jath, 10.09.12, 23:30

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stöckchenschubser

Obwohl eine Sehnenscheidentzündung, und die damit verbundene Unfähigkeit eine Zigarrette zu halten
und zu rauchen, kann vor Lungenkrebs schützen.

Kyujin

Zitat von: Herr Grau am 18.09.12, 02:00
Tut mir leid, aber das ist an mehreren Punkten falsch. Das Ganze hat keine degenerative Komponente, sondern ist eine aseptische Entzündung.


Da ist die Diskussion der letzten 20 Jahre zur Frage "Tendinitis vs Tendinopathie" an dir vorüber gegangen. Eine Entzündungsreaktion hat klare histologische und biochemische Kriterien, die hier eben regelmässig nicht erfüllt werden.

Zitat von: Herr Grau am 18.09.12, 02:00
Dazu kommt, dass die Muskeln im Normalfall nicht differenziert werden können; am Epicondylus setzen vier Extensoren und der Supinator an und wenn man mal nen Hohmann operiert hat, weiß man, dass sie am Ansatz ein einziger Sehnenstrang sind, die Faszien sind da noch nicht erkennbar. Entsprechend sind auch alle Bewegungen, die dieses fünf Muskeln betreffen, im Normalfall schmerzhaft.


Natürlich läßt sich das differenzieren. Aber dazu muß man leidlich subtil klinisch untersuchen können. Das habe ich in der Orthopädie aber auch nie gelernt.

Zur Behandlung: Weder NSAIDs noch Kortisoninfiltrationen haben dokumentierten Nutzen, für Kortison ist im Gegenteil seit etlichen Jahren  belegt, daß der anfänglichen raschen Symptomlinderung nach einem Jahr schlechtere Ergebnisse als bei Nichtbehandlung (!) gegenüberstehen. Mit so steinzeitlichen Therapieansätzen gewinnt man hier jedenfalls keine Blumentöpfe mehr. Auf einem Seminar des "Olympiatoppen" (Nationales Spitzensportzentrum) hat K. Khan vor ein paar Monaten die letzten Resultate zum zellulären Wirkungsmechanismus des exzentrischen Trainings vorgestellt. Und der letzte Patient, der mich nach einem erfolglosen Hohmann aufsuchte, hatte übrigens einen cervikalen Prolaps - auf die Idee hätte man schon vorher kommen können.
Johannes Ibel
ã,ªã,¹ãƒ­å¼"é"å"会  Oslo KyÅ«dō Kyōkai - Forening for tradisjonell japansk bueskyting

Gantenbert

Was haben die Leute? Erklär mir mal das mit dem exentrischen Training.
Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse.<br />K.M.

Herr Grau

19.09.12, 10:07 #63 Last Edit: 19.09.12, 10:18 by Herr Grau
Zitat von: Herr Grau am 18.09.12, 02:00Auf einem Seminar des "Olympiatoppen" (Nationales Spitzensportzentrum) hat K. Khan vor ein paar Monaten die letzten Resultate zum zellulären Wirkungsmechanismus des exzentrischen Trainings vorgestellt. Und der letzte Patient, der mich nach einem erfolglosen Hohmann aufsuchte, hatte übrigens einen cervikalen Prolaps - auf die Idee hätte man schon vorher kommen können.

Beides thematisch völlig irrelevant.

Zitat von: Kyujin am 19.09.12, 01:30
Da ist die Diskussion der letzten 20 Jahre zur Frage "Tendinitis vs Tendinopathie" an dir vorüber gegangen. Eine Entzündungsreaktion hat klare histologische und biochemische Kriterien, die hier eben regelmässig nicht erfüllt werden.

Es gibt vereinzelte Studien, die das suggerieren. Die Lehrbücher widersprechen Deiner Meinung allerdings alle, da die Datenlage alles andere als üppig ist.

Zitat von: Herr Grau am 18.09.12, 02:00
Natürlich läßt sich das differenzieren. Aber dazu muß man leidlich subtil klinisch untersuchen können. Das habe ich in der Orthopädie aber auch nie gelernt.

Den "aber woher sollst DU das auch wissen"-Tonfall kannst Du dir sparen. In meiner klinischen Erfahrung sind die Muskeln sehr selten zu differenzieren, was anatomisch Sinn macht. Der Sehenansatz ist ein gemeinsamer, auch mikroanatomisch. Erst wenn sich die Problematik entlang der Sehnen ausbreitet, wird es differenzierbar.

Zitat von: Herr Grau am 18.09.12, 02:00Weder NSAIDs noch Kortisoninfiltrationen haben dokumentierten Nutzen, für Kortison ist im Gegenteil seit etlichen Jahren  belegt, daß der anfänglichen raschen Symptomlinderung nach einem Jahr schlechtere Ergebnisse als bei Nichtbehandlung (!) gegenüberstehen. Mit so steinzeitlichen Therapieansätzen gewinnt man hier jedenfalls keine Blumentöpfe mehr.

Auch hier wieder: Du basierst Deine Meinung auf eine Handvoll Studien mit nicht allzu großen Fallzahlen. Es gibt ausreichend Studien mit widersprüchlichen Aussagen. Desweiteren werden die Methoden auch gerne kombiniert, um von Kurz- und Langzeitergebnissen zu profitieren und dann stehst Du bis zur Unterlippe in Eminenz. Dass eine Physiotherapie bei Analgesie zB effektiver ist, zeigen Frozen Shoulder Patienten regelmäßig. Etwas Demut würden Dir und deiner omniscienten Attitüde gut zu Gesicht stehen.


Ich habe bei meiner Aufzählung der Therapien weiter oben tatsächlich die Physiotherapie vergessen. Mea maxima culpa. Ein Hinweis darauf wäre zielführender gewesen als diese Diskussion, auf die ich übrigens keine große Lust habe. Die "klinische" Erfahrung zeigt nämlich, dass sie zu nichts taugt, als böses Blut zu produzieren, überzeugt wurde so noch kaum jemand. Es wäre sinniger, wenn man konstruktiv zusammenarbeiten könnte.

Elm

Mein Tennisellenbogen links (bei mir der Bogenarm) wurde durch eine Überlastung/ungewohnte Tätigkeit
über viele Stunden verursacht.
Als Folge waren die Schmerzen monatelang kaum auszuhalten, alle Therapieansätze, unterstützende Spangen/Manschetten (Bauernfeind), Salben und
orale Medikationen waren nicht zielführend.
Eine "steinzeitliche" Cortisoninjektion in den Ansatz des Problems erbrachte eine fast sofortige Linderung, eine zweite Injektion stellte das Problem ab.
Seither bin ich beschwerdefrei, ich darf nur keine zu schweren Bögen (im Sinne von Eigengewicht), oder keine Bögen mit Handschock schießen.
Wurde hier bereits medizinisch bestätigt.

AST

Kann bitte ein Berechtigter hier mal ne Teilung machen:

a) Zuggewicht - wie schwer darf mein Bogen als Anfänger sein?

b) Sehnenscheidenentzündung - Streit der Gelehrten und angewandte  Therapien mit Erfolg, mäßigem Erfolg, keinem Erfolg


Danke!

Ralf57

Jessas! Ihr beiden Medizinier= bitte streitet Euch nicht! Auch und besonders um unseretwillen nicht, denn wir profitieren hier im Bogenforum von Eurem Wissen.

Nichts wäre fataler, wenn Ihr beide , oder auch "nur" einer von Euch, dem Diskurs fernbleiben würde. Danke! :)

@Elm: beim Bau eines "loghouse" auf dem Grundstück, 3 Monate während, habe ich mich mit Schmirgel, Speitel, Hammer, Säge usw., GESCHÄDIGT.

Leider wirds auch nicht durch Schonung besser, ich habe jetzt einen Termin nächste Woche am 25ten, wo ich mir doch Cortison und Lidocain (oder wie sich das schreibt), einmalig in den Ellbogen spritzen lasse.
Ich mag nicht mehr. Ich möchte wieder "funktionieren" und vor allem Bogenschießen!

Gruß Ralf

spelman

Ralf, du hast einen Begriff benutzt, den ich noch nie gehört habe.
Was bitte ist ein Speitel?
... und das gute Wetter ist immer links hinter dem Wind!

Ralf57

Ein "Speitel" wird bei uns zum "Stemmen", das heißt zum Schnitzen, Schlitze in Holzbalken, etc. verwendet+auch so regional bezeichnet.......*zwinker*..

Irgndeine Mischung von "Stechbeitel", "Meisel", was weiß ich. :)

Chaapaai

Ich hab zwar nicht alles gelesen, aber ich denke, solange das Zuggewicht Muskulär machbar ist und die Schulter immer schön zentriert wird ( ja ich gebe weiter was mein Arzt so von sich gibt), sollte jeder selber entscheiden, wieviel er schießen möchte, oder?! Wenn ich nen 40 lbs Bogen schießen will und nach 30 Schüßen beim spannen Zittere wie Espenlaub, dann würde ich warscheinlich entweder mehr sport machen, oder mal 10 lbs runter schalten ^_^ Aber was weiß ich schon, ich schieß ja erst seit nem viertel Jahr und bin ja selber Anfänger ^_~

Corax

Zitatsolange das Zuggewicht Muskulär machbar ist


Das bedeutet aber noch lange nicht, das deine Sehnen das auch gut verkraften - ist hier aber auch schon mehrfach geschrieben worden.
Skua: "ein Bogen ist harmlos, ab zwei vermehren sich die Dinger wie Karnickel!"
Club 52

walta

Richtig - die Muskeln sind schnell aufgebaut (oder durch Krafttraining schon vorher vorhanden) aber das andere Zeug (Sehnen und so) kennt die Belastung noch nicht. Besonders bei Menschen die noch wachsen aber bereits jede Menge Muskeln haben (die heisst die Zeit nochmal in der die Eltern schwierig werden - pupität?) ist es kein Fehler wenn man es langsam angeht.

walta

Soma

hm, "langsam angehen" ist für "leute die noch wachsen" selten eine option  :whistle:

Verena

Zitat von: Soma am 20.09.12, 10:45
hm, "langsam angehen" ist für "leute die noch wachsen" selten eine option  :whistle:

Mein Mann wächst nicht mehr und er hat es trotzdem noch nicht verstanden.

walta

Ja natürlich - jetzt wird das ganze ein "Männer und Spielzeuge" Diskussion.

:-)

walta
und - wer hat den grösseren??

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