Zuggewicht

Begonnen von Jath, 10.09.12, 23:30

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Netzwanze

Zitat von: Jath am 10.09.12, 23:30
ich schieße jetzt seit 1 jahr bogen, seit einem halben jahr habe einen glasbelegten langbogen mit 50 pfund. ich ziehe auf knapp 30" aus und habe mir letzte woche seine 14-strang fastflight-sehne drauf gespannt. ich habe gelesen, dass fastflight-sehnen einem bogen nochmal ca 5 pfund mehr zuggewicht geben sollen, somit wäre ich dann bei knapp 60 pfund!!!

Mal abgesehen vom recht hohen Zuggewicht für Anfänger, hast Du bei 30" ca. 66lbs auf dem Finger.
Angenommen es ist ein Holzknüppel, der nur ganz langsam wirft, bringt Fastfligh überhaupt nichts.
Bei einem glasbelegten Bogen, bringt die Sehne kein höheres Zuggewicht, aber sehr wahrscheinlich eine höhere Pfeilgeschwindigkeit.

Elm

11.09.12, 10:25 #16 Last Edit: 11.09.12, 10:30 by Elm
OT: wieso ärgern lassen? Ich hab ja selber damit angefangen.
Wer den ganzen Sommer lang neben Bogenschießen,  einwenig Kanufahren, angeln und mit den Kindern spielen
nix anderes macht als grillen, ist selber schuld.
Aber nun ist schluss mit lustig - gestern die erste 40km Runde mit dem Cyclocrosser.
OT Ende.

@Netzwanze: man nimmt etwa 3# Zuggewichtszuwachs pro Zoll mehr Auszug an, meine Messungen haben das auch immer bestätigt (ziehe selber gut 30'').
Ausnahme sind Bögen, die ab 28'' schon zu stacken beginnen.

Habi

Zitat von: Netzwanze am 11.09.12, 10:22

Mal abgesehen vom recht hohen Zuggewicht für Anfänger, hast Du bei 30" ca. 66lbs auf dem Finger.


16#auf 2" sind doch bissel viel... 56# paßt da besser
Wenn du jemals Hilfe brauchst, zögere nicht, sie dir zuerst bei jemand anderen zu holen.    Kurt Cobain

seearrowsfly

11.09.12, 11:35 #18 Last Edit: 11.09.12, 12:16 by seearrowsfly
Grundsätzlich sollte man das Gewicht am Anfang nicht so hoch schrauben. Die Muskeln brauchen wesentlich kürzer um sich daran zu gewöhnen, als Bänder und Sehnen. Das merkt man aber nicht, weil das Gewicht ja "leicht" wurde. Kann aber, wie von vielen hier schon beschrieben, zu Problemen führen.

Die Frage, die sich stellt: Wie oft und wieviel schießt er?
1x die Woche 50 Pfeile, am Parcours mit 1-3 min Pause zwischen den Schüssen weil am Weg zum nächsten Tier?
3x die Woche je 200 Pfeile am Stück am Platz?

Was bei dieser Diskussion bis jetzt ausgeblendet wurde:

Wenn das Zuggewicht steigt, leidet zunehmend die Technik.

Ziehen und loslassen ist (für mich) nicht gleich Schießen!

Ich habs selber bei mir schon beobachtet. Stärkeren Bogen genommen: Die ersten 20-30 Schüsse (4-5er Passen) gehen noch. Aber dann drückt mich der Bogen zusammen. Soll heißen: Die Zug-Druck-Rotationsbewegung wird nicht sauber durchgeführt, der Zugarm wird zum Körper gedrückt, man versucht mit Kraft aus dem Arm zu kompensieren. Die Releashand verkrampft, das Handgelenk bleibt nicht locker, das Release wird aktiv. etc etc..

Und die Pfeile gehen irgendwohin... Da spreche ich dann nicht mehr von "Schießen".

Gerade am Anfang:
Technik > all
Die Priorität muss darauf liegen, dass der Bewegungsablauf, sauber und reproduzierbar ist.
Abgesehen davon, dass wie oben beschrieben der Körper einige Zeit braucht, um sich an die Belastung zu gewöhnen, ohne Schäden davonzutragen.


Edit:
Nachtrag zu den 150(?!) lbs Bögen, die da manche Schießen.
1. 150 hät ich noch nie gehört. Warbows mit 100-120, aber das waren eben diese Schwarzeneggertypen und dann...
2. Wie viel schießen die diese Bögen wirklich. 10 Schuss hintereinander, 5? 20?
3. Kommen die überhaupt in Vollauszug und wieviel haben sie in Wirklichkeit am Finger?
4. Wie sauber schießen die diese Bögen? Ballistisch in der Englischen Schlachtreihe mit 5000 anderen Bogenschützen war das egal, aber auf 30m ins Kill/Gold treffen is eine andere Anforderung.
5. Nur weil jemand das macht, heißt das ja nicht, dass der seinen Körper damit nicht schädigt.

Natürlich kann man nicht ausschließen, dass es Leute gibt, die das auch wirklich schaffen. Einzelfälle, aber nicht die Regel.

Soma

man sollte das zuggewicht nicht unbedingt nur von der kraft abhängig machen. kraftmäßig kann ich auch über längere trainings (1,5-2h) 50# schießen. aber erstens ist das für mich kein angenehmes schießen (weil anstrengend) und zweitens spür ich das dann hinterher in den gelenken und bändern, nicht in den muskeln.

Tatar

Es kommt ja schließlich drauf an wie man trifft,- mit über 60 lbs treff ich kaum noch sauber ab Scheibe 25...
Dann doch lieber die 45 lbs und locker weiterschießen/ und treffen..

Krafttraining hilft, Bizeps, Trizeps Schultern und Rückenmuskeln regelmäßig trainieren und man hat gleich ein ganz anderes Schießfeeling.

AST

Also, das liest sich hier spaßig....

Das ideale Zuggewicht für den Anfang ist individuell.... da zu pauschalisieren und von sich selbst auf andere, die man nur über die Tastatur kennt, ist schlichtweg "Bullshit"!

Der Threadersteller hat geschrieben, was für einen Bogen er schießt! Warum da jetzt ein Holzknüppel ins Spiel kommt und gleich mit dem Vorurteil ein Holzknüppel sei langsam (ich hatte da ne mal Diskussion mit nem Reiterbogenschützen, der mich von den Vorteilen eines Reiterbogens überzeugen wollte: Mein Fazit "Warum soll ich nen Reiterbogen schießen, wenn ich selber Holzbögen baue, die in der Regel bei 27" Auszug schneller sind als die meisten Reiterbögen mit 30"/31"/32"???")
Ich schieße meine ganzen Holzbögen mit FF, weil ich den Schießkomfort für mich wesentlich angenehmer empfinde als bei Dacron (was auch in "Fachkreisen" scherzhaft als Gummiband bezeichnet wird). FF erhöht nicht das Zuggewicht, sondern erhöht durch die geringere Eigendehnung den Energieübertrag auf den Pfeil und somit die Geschwindigkeit des Pfeils (das bewegt sich irgendwo zwischen +2fps und +10fps).

und ja es gibt einige wenige Leute, die 150 und mehr Warbows schießen, das ganze regelmäßig und auch ganz passabel und dabei wird der Bogen auf 30 - 32" ausgezogen mit Brustanker. Man sieht solche Schützen selten auf 3D Turieren, denn das ist nicht der eigentlich Einsatzzweck eines solchen Bogens.....

Es gibt viele unterschiedliche Technikansätze: von dem was man auf dem FITA platz sieht, über Gapshooting hin zu instinktiven Schießen wie es Asbell beschreibt. Desweiteren noch einige andere Arten wie Daumentechnik, "aus der Hüfte" -schießen oder auch andere urige Stile.
Man kann den Stil mit ausziehen, 3 sec. im anker bleiben und zielen, dann lösen als den einzig richtigen ansehen, man kann aber auch probieren und den für sich selbst richtigen herausfinden! Gerade wenn sich eine Technik noch nicht so eingeschliffen hat, hat man die Möglichkeit zu probieren, dann ist man noch offen.

Zuggewicht alleine hilft nicht beim treffen, weniger Zuggewicht heißt nicht, dass man besser trifft und mehr Zuggewicht heißt nicht, dass man schlechter trifft - da gibt es sehr viele individuelle Parameter!

Netzwanze

Zitat von: Habi am 11.09.12, 10:29
Zitat von: Netzwanze am 11.09.12, 10:22

Mal abgesehen vom recht hohen Zuggewicht für Anfänger, hast Du bei 30" ca. 66lbs auf dem Finger.


16#auf 2" sind doch bissel viel... 56# paßt da besser

Oh, ich bin von 60# auf 28" ausgegangen. Stimmt.

Netzwanze

Zitat von: AST am 11.09.12, 13:58
Warum da jetzt ein Holzknüppel ins Spiel kommt und gleich mit dem Vorurteil ein Holzknüppel sei langsam

Ich habe absichtlich Holzknüppel geschrieben und meinte damit einen extrem starken aber auch extrem langsamen Bogen. Das war keines falls abwertend gemeint, sondern sollte nur sagen, dass es nicht auf das Zuggewicht ankommt, sondern auf die Pfeilgeschwindigkeit (wie Du es schon mit Deinmem Reiterbogen-Bashing sagst).
Ich habe nie gesagt, dass hier irgend jemand einen Holzknüppel schießt.


Ralf57

Darf ich mal kurz in eigener Sache was posten, ohne gleich einen Extrafred aufzumachen?

Wenn ja, danke= habe seit 8 Tagen Probleme im Ellenbogen der BOGENHAND!
Hatte da schonmal Jemand ein Problem? Fühlt sich an , wie ein Tennisarm,
ich komme nicht mal mit Links gescheit dazu, mich nass zu Rasieren............ :(

Danke für etwaiges feedback.

(jajaja, ich gehe zum Arzt)

Gruß Ralf

corto

ich hab ein verständnisproblem.

der tennisarm ist ja eine sehnenscheidenzundung am unterarm.
du hast aber diese art schmerz im Ellenbogen? also am gelenk?

nur damit wir verstehen was du meinst.

PG

Wenn ich recht verstehe, hast du die Probleme im linken Ellenbogen, kann es sein, dass du den Bogenarm etwas zu stark gebeugt hälst? evtl. kam es dadurch zu einer Überbelastung. Na, der Arzt wirds schon richten (hoffentlich)

Peter
Never too old to Rock 'n' Roll, but too young for Schlagermusik

Nergal Recurve 66"39#
Marduk LB 68"40#
Osage Selfbow, 68"40#
Bambus Massa, 68"48#

Ralf57

Danke Peter für die Antwort.

Eigentlich habe ich nichts anderes gemacht, als all die Jahrzehnte vorher.
Im Gegenteil: ich habe schon seit Längerem den Samick TD von 45 auf 30lbs "abgerüstet"+mich absolut komfortabel dabei gefühlt.................

Jetzt kommt noch die Psyche dazu, weil ich mich in die "Versehrtenliste" einreihen muss...........*seufz*..

Gruß Ralf

Ralf57

Zitat von: corto am 11.09.12, 14:52
ich hab ein verständnisproblem.

der tennisarm ist ja eine sehnenscheidenzundung am unterarm.
du hast aber diese art schmerz im Ellenbogen? also am gelenk?

nur damit wir verstehen was du meinst.


Sorry Corto: Tennisarm ist natürlich absoluter Blödsinn, ich habe ja die (ziemlichen), Schmerzen IM Ellenbogen-Gelenk.

Hatte auch etwas mehr als sonst "geheimwerkert"...................

Gruß Ralf

Elm

Zitat von: Ralf57 am 11.09.12, 15:10

Hatte auch etwas mehr als sonst "geheimwerkert"...................

Gruß Ralf


Und genau da liegt der Hund begraben.
Als ich vor 2 Jahren den Sockelputz beim Haus machte, kam ich (bzw. eigentlich meine Frau) hinterher drauf dass ich alles mit dem linken Arm = mein Bogenarm ausgeführt hatte.
Da ich von klein auf "bihändig" bin, fiel mir das nicht auf.
Meinem Arm schon.
Dadurch zog ich mir einen schlimmen Tennisarm zu, an dem ich bis heute laboriere (siehe Verkauf des Widow Recurve).

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