"Point of aim" und die lieben Probleme...

Begonnen von semteX, 17.01.12, 23:35

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AST

Ich bin der Meinung, dass man auch beim Visierschiessen beide Augen offen haben sollte. Zumindest habe ich das mal in meiner Jugend beim Luftgewehr und KK Schießen so gelernt....

TomaHawk

Zitat von: AST am 19.01.12, 13:53
Ich bin der Meinung, dass man auch beim Visierschiessen beide Augen offen haben sollte. Zumindest habe ich das mal in meiner Jugend beim Luftgewehr und KK Schießen so gelernt....



Ja, aber nur damit die Gesichtsmuskeln nicht angepannt sind, mein Trainer meinte immer: "Der einzige Muskel, der beim LG Schießen angespannt ist, ist der Zeigefinger beim Lösen am Abzug"
Deswegen beide Augen offen, aber das, das nicht zielt mit Bende verdeckt.
3D: DrüberDrunterDanebn

Dustybaer

beim LG ja, beim bogen nein.  beide augen offen, wegen raeumlicher warnehmung.  dass die pfeilzpitze unscharf gesehen wird, ist normal.  das menschliche auge kann nunmal nicht 80cm und 20m gleichzeitig scharfstellen.  bei point of aim suche ich den punkt aus, setze die spitze drauf und behalte die spitze im fokus.  bei gap shooting, waehle ich den punkt, setze die spitze drauf, fokussiere aber dann den punkt am tier den ich treffen will und behalte den schaft/die spitze in meinem sekundaeren sichtbereich zur kontrolle (damit er auch wirklich sauber ausgerichtet ist).

Elm

Versuche mal folgendes: du stellst dich mit dem Bogen bei gutem Licht vor  einen großen Spiegel und gehst in Vollauszug.
Du machst alles genau so als würdest du draußen schießen.  :!:Mit dem Unterschied natürlich, dass du den Pfeil nicht auslässt! :!:
Du fokussierst dein Spiegelbild und ohne dass du nun  auf den Bogen/das Schussfenster/die Pfeilspitze guckst, versuchst du, die Pfeilspitze auf dein dominierendes Auge im
Spiegelbild auszurichten.
Wenn du glaubst, dass du das getan hast fokussierst du jetzt die Pfeilspitze und vergleichst ob sie wirklich auf dein dominierendes Auge zeigt, oder wo anders hin.
Wenn sie das macht - gratuliere.
Wenn nicht, dann richte die Spitze mal bewusst auf dein Spiegelbild - dom. Auge aus und beobachte, wie sich das anfühlt.
Schau auch auf die Verlängerung der Pfeilachse.
Wie steht deine Zughand, Dein Zugarm dazu? Was macht der Kopf? Ist die Schräglage natürlich, oder musst du den Hals verrenken?
Dieses Gefühl, diese Körper-Kopf-Armhaltung, sollte dir angenehm sein und selbstverständlich werden.

juppie

Ich hab bei meinem Recurve auch den Zielpunkt, beim Split-Finger, so weit unter der Scheibe, das es mir persönlich unangenehm ist.
Auf 18m, ein Meter drunter, kommt schon ungefähr hin.

Ich hab auf 3under umgestellt, da bin ich auf 18m ca. 35cm unter dem Spot.
Seitliche Abweichung hab ich keine, der Pfeil liegt so gut es eben geht unterm Auge.

Ich denke entweder stimmt was mit dem Pfeil nicht (Spine) oder du bist nicht richtig unterm Auge....

Grüße

Physicus

Ich glaube schlicht nicht, dass beim Schießen ohne Visieren, d.h. visuelles in-Deckung-bringen zweiter Punke, Kreuzdominanz eine Rolle spielt. M.W. hat noch nie jemand behauptet, dass Kreuzdominanz beim Zeigen of Objekte mit dem Finger eine Rolle spielt, und ganz parallel sehe ich das Instinktschießen. Wir brauchen, um räumlich sehen zu können, beide Augen.

Ich denke, es wird schwierig sein, sich selber objektiv Rechenschaft darüber abzulegen, ob man wirklich ohne Visieren, schlicht durch Ausrichten des Systems Schütze/Bogen/Pfeil aufgrund erlernter Koordination trifft. Ein experimenteller Weg könnte es sein, in derartig absoluter Finsternis zu schießen, dass man wirklich seinen Bogen und Pfeil nicht mehr sieht, sondern allein noch das Ziel. Wer dann gar nicht mehr trifft, hat in irgendeiner Weise - vielleicht auch unbewusst - visuell gezielt. Von Byron Ferguson wird berichtet, dass er so geübt hat. Alternativ könnte  man eine Art Scheuklappe verwenden, die den Pfeil verdeckt.

Nach Jahren des Systemschießens geht einem das Zielen so ins Unterbewusstsein über, dass man vermutlich nur noch auf solch drastische Weise herausbekommt, ob man visiert.

Von denjenigen Büchern übers Instinktschießen, in denen ich über das Problem gelesen habe, erinnere ich mich, dass sie Methoden zum Umlernen anbieten (Bodnik und Schölz). Ich sehe auch darin einen Beleg, dass es sich bei KD höchstens um eine Sehgewohnheit handelt, die man eben auch ablegen kann.

Schölz schreibt darüber hinaus ganz klar, dass man mit beiden Augen gucken soll; er ist der erste, bei dem ich so deutlich gelesen habe, dass Kopf und Pfeil so ausgerichtet sein sollen, dass der Pfeil nicht - wie bei vielen Autoren beschrieben - unter einem Auge zu liegen kommt, sondern mittig unter beiden. Für mich war diese klare Aussage ein Durchbruch.

Gruß,
Thomas

mak

19.01.12, 23:35 #21 Last Edit: 21.01.12, 11:11 by Bard
Zitat von: Physicus am 19.01.12, 22:20
Ich glaube schlicht nicht, dass beim Schießen ohne Visieren, ................., Kreuzdominanz eine Rolle spielt.


Der Autor wollte hier zum Ausdruck bringen dass er das anders sieht. Leider auf eine weise durch die sich der Vorschreiber beleidigt fühlte. Darum hab ich hier  editiert.
Bard


semteX

woa danke fuer die vielen antworten :) tolles forum :)

Der Schaft ist ein Predator 3050 mit 500er Spine und ner 100 grain Spitze in normaler länge (30" wenn ich mich jetz ned verhaut habe). Zu hart? Ich hab mich da auf die Beratung im Shop verlassen. Zum thema "pfeil nicht richtig unterm auge" - ich sag mal "kann sehr leicht sein". Da ich den Ankerpunkt von "unterm Kinn" auf "Mundwinkel" geändert habe (eben schon in der absicht den pfeil unters auge zu bekommen) hab ich schon allein hier sicher noch Probleme, die ich mir genau anschaun muss.Den Versuch mit dem Spiegel find ich gut, das werd ich mal probieren :)

stöckchenschubser

ZitatDa ich den Ankerpunkt von "unterm Kinn" auf "Mundwinkel" geändert habe


Womit die Abweichung des Pfeils nach links und der nach rechts versetzte Visierpunkt geklärt wären.

Du hast damit den Pfeil aus der Mitte beider Augen herausgenommen und durch das beibehalten
der Fitastellung ganz unter dem Auge weggenommen, bzw. schräg gestellt, von hinten rechts nach vorne links.
Versuch mal den Kopf so weit zu neigen, dass das rechte Auge hinter der Sehne ist und du über den ganzen Pfeil
hinweg aufs Ziel ausrichtest.

Dabei auf die Nase achten  :green:

Gantenbert

Der Tip mit dem Spiegel ist grossartig! :tu:
Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse.<br />K.M.

Elm

Zitat von: Bertgeier am 21.01.12, 05:06
Der Tip mit dem Spiegel ist grossartig! :tu:


Danke.
Es hilft halt, wenn man das Glück hat mit "Alten Hasen" des trad. Schießens zusammen schießen zu dürfen.
Dafür bin ich recht dankbar, die finden für alles eine Lösung.

AST

aus dem Grund tiller ich häufiger in nem Spiegel..... ist deutlich besser als ne Tillerwand!

spelman

Zitat von: AST am 21.01.12, 12:27
aus dem Grund tiller ich häufiger in nem Spiegel..... ist deutlich besser als ne Tillerwand!

Wie das? Erzähl! ... Bitte.
... und das gute Wetter ist immer links hinter dem Wind!

AST

Mit dem Bogen vor nen Spiegel stellen und den Bogen dann ausziehen, dabei das Spiegelbild des Bogens betrachten. Da kann man super die Biegung unter realbeanspruchung sehen.

spelman

... und das gute Wetter ist immer links hinter dem Wind!

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