Neue Freie Klasse

Begonnen von Karly, 12.10.11, 15:42

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Allanon

Zitat von: Bogensportler am 13.10.11, 11:24
Wer beantragt die Änderung beim DSB? Ohne das dieser Verband die Regeln übernimmt, ist das alles vergebene Liebesmüh!


Warum imer so negativ, hier werden doch erst mal Argumente gesammelt, Lösungsansätze gesucht und zusammengesetzt und dann erst dazu übergegangen eine Veränderung herbeizuführen. Wenn sich nur genug Mitglieder in den einzelnen Verbänden finden, die eine Ausarbeitung dessen was hier geleistet, wird später auch mittragen in dem sie bei entscheidenden Abstimmungen auch Anwesend sind und die Hand heben. Dann wird sich auch unter uns einer oder mehrere finden die diese ausgearbeiteten Änderungen und Vorschläge einbringen. Im Vorhinein verteufeln bringt auch nichts, dann bräuchten wir nicht zu diskutieren.

Unterstützend zu dem hier sollte man vl. auch mal Meinungen in den Vereinen sammeln. Die ehrheit der reinen Sportschützen bröckelt sowieso schon an allen Ecken und Enden, wenn man es schafft in die Kerbe einzusteigen, und den Verbänden aufzuzeigen wohin es mit ihren Mitgliedern geht und wohin sich der Sport entwickelt dann haben wir auch eine Chance. Mühselig und an vielen Stellen sicherlich Wasser in den Rhein getragen aber nicht unmöglich.

Grüße

Allanon

FBy

So ich hab dann mal ein wenig entschlackt....

Die "witzigen" Einwürfe hab ich vorerst mal stehen lassen, auch wenn sie nicht direkt zielführend sind, so sind sie doch in der Tendenz ein Ansatz.
Durch solche Ideen kann man evtl. Auswüchse in der freien Klasse ausschließen.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie dann ihren Standpunkt.
Albert Einstein

Bernd84

17.02.12, 00:29 #17 Last Edit: 17.02.12, 00:37 by Bernd84
Eine freie Klasse würde zumindest sicher einige Kuriositäten hervorbringen ;) Auf normalen Turnieren gibt es das ja eh schon bisweilen als "Gästeklasse".

Juergen Becht

Darf ich dann meinen Bogen als Abschussrampe für mit Raketenmotor bestückte Pfeile verwenden?   
Anpassung für Kleingeister: Besser eine Taube im Bett als den Spatz in der Hand...

Karly

Zitat von: Juergen Becht am 17.02.12, 10:52
Darf ich dann meinen Bogen als Abschussrampe für mit Raketenmotor bestückte Pfeile verwenden?   

Darfst du.. sofern die Pfeile zugelassen sind !

BTW... ich hab noch ein paar von meinem Raketenmodel übrig.. welchen Bogen von dir sollen wir da zum Testen nehmen ?
Was 99% der sogenannten Tierschützer betreiben ist einfach nur das ausleben einer unbehandelten Geisteskrankheit!

coureur de bois

Hallo, wir hier in Hannover haben einen netten älteren Herren der seinen Selfbow mit Visier (Holzschraube eingeschraubt) und mit Zahnbürstenauflage schießt. Da nun Mittwoch ein Recourvemittelstück mit Langlaufbretterwurfarmen auftauchte (max 20 Ibs.), werden wir demächst Fotos unserer Neuen machen (vorher nachher..bzw. Verbanddrangsaliert)
LG Coureur

Rattleman

hallo,
auf einem turnier hab ich auch schon mal erlebt das die jury sich nicht klar war in welche klasse
ein bogen eingeordnet werden soll.
diese klassivizierungen sind doch in erster linie da, um die schießleistungen gerecht zu werten.
die "neue freie klasse" wäre auch frei von gerechter oder vergleichbarer wertung.

Karly

Warum ? Es wird ja innerhalb der Klasse gewertet.
Jeder hat die Möglichkeit die Möglichkeiten auszunutzen.
Was 99% der sogenannten Tierschützer betreiben ist einfach nur das ausleben einer unbehandelten Geisteskrankheit!

Rattleman

ja, diese idee mit der "freien-" oder "gästeklasse" finde ich gut.
da können experimentierfreudige schützen ihren erfindungsgeist voll ausleben
und sich mit anderen freien ideen auf turnieren messen.
- und ich weiß, da gibts genug freaks die tolle neue ideen haben.

Karly

Und genau diese Freiheit und Mut zur Inovation ist gefragt.. Und kann nur durch so eine Klasse gegeben werden...
Was 99% der sogenannten Tierschützer betreiben ist einfach nur das ausleben einer unbehandelten Geisteskrankheit!

mako

Ich versuch mal einen kleinen Überblick zu geben, was sich so Bogensportechnisch abgespielt hat in der Vergangenheit ( bitte die Jahreszahlen nicht auf die Waagschale werfen - da kann man sich vortrefflich drüber streiten):

Was das "sportliche" Bogenschießen anbelangt so klingt die Schöpfungsgeschichte etwa so:

Am Anfang war der Langbogen. Und schon da hat es die ersten Experimente mit Form und Funktion gegeben - da mal etwas mehr Schwung in den Wurfarm - dort mal eine angeklebte Feder als Pfeilauflage oder einen Nagel der zu diesem Zweck in as gute STück gekloppt wurde. Hikory war irgendwann mal dann das Zauberwort - in einer Zeit wo ja fast alles aus Hikory sein musste - Tennisschläger, Kajaks, Hockeyschläger und eben auch Bögen. Knapp nach der Jahrhundertwende - in 20. Jahrhundert kamen die ersten laminierten Bögen und Fred Bear - schwamm ganz oben auf einer Welle von Innovation und Entwicklungen: Recurves, Releases Zielhilfen - all das wurde erfunden und führte zu mehr oder weniger genialen Sprüngen in den Ergebnissen.
Parallel entwickelte sich das Feldbogenschießen aus dem Roving - nicht zuletzt ist daher der Baumstupf im Wappen der NFAA, quasi der Mutterorganisation aller "Wald und Wiesen Schützen". Erste Regeln wurden geschaffen und erste Turniere veranstaltet. Ja und erste Unmutsäusserungen hinsichtlich der Benachteilung der Schützen ohne irgendwelchem technischen Schnick-schnack kamen auch auf - und irgendwann wurden Freestyler als solche klassifiziert - also jene die ihr Heil in der Technik suchten. Da kamen zwei klevere Schützen auf die Idee, doch systematisch ihren Griff an der Sehne zu variieren - also quasi mit System ins Ziel zu schießen - das war die Geburtsstunde der Bare-Bows. Erst noch belächelt, später jedoch als klarer Vorteil folgte konsequenter weise eine Abtrennung dieser Schießtechnik von den "Traditionals". Die nächste große Herausforderung kam in form eines Disputs zwischen den Bogenjägern und den Targetschützen: Es wurde gar offen von Aufteilung des Feldbogenverbands gesprochen - erste Initativen führten später auch zur IBO - aber am Ende siegte doch die Vernunft und man einigte sich darauf, dass Bogenjäger aufgrund ihres Materials (Schwerere Pfeile, Stärkere Bögen -später dann feststehendes Pinvisier gegenüber der Schiebevisiere der Scheibenschützen) eine eigene Division erhalten sollen. Peng - damit verdoppelten sich schlagartig die Klassen.  Und dann kam - ihr ahnt es vielleicht schon - der nächste große Knall: Der Compoundbogen hielt einzug in allen Lebenslagen der Bogenschützen: ob für Target oder Jagd, ob mit Visier oder ohne - egal, der Bogen an sich war ein Vorteil, gleich welche Konfiguration gleich welcher Stil. Damit war klar, es kam zu einer erneuten Verdoppelung der Stilarten.  Dass dann die Langbogner irgendwann mal die Schnauze voll hatten und nicht ewig mit den Recurven - die mittlerweile Hightech Bögen ihr eigen nannten - u. A. mit Button, einstellbaren Wurfarmen, Gewichtszugaben zur Stabilisierung - in einen Topf geworfen werden wollten war nur konsequent und so kam die Klasse "Langbogen" dazu. Das vorerst Letzte Kapitel dieser Saga wurde Ende der 90er Jahre mit dem aufkommenden Trend zum Nachbau historischer Bögen geschrieben: Es wurde die Klasse Historical Bows als Spielraum für alle, die eben solche Replikas schießen wollten eingeführt.

Das ist so ungefähr die Entwicklung die das Bogenschießen als Breitensport genommen hat  - aus der Sicht der NFAA bzw später dann dem Weltverband IFAA.  Mittlerweile gibt es bei der NFAA den Trend zurück zu geringeren Bogenklassen während einige IFAA Mitgliedsverbände weiterreichende Strukturierungen betreiben - Traditional Klasse im DFBV sei dafür nur ein Beispiel.  Es hat natürlich zu jeder Zeit diejenigen gegeben, die sich kein Deut darum gekümmert haben, wass so ein Verband als Stilart anerkennt - was im übrigen ja auch jedermanns gutes Recht sein sollte - und viele Kombinationen und Innovationen sind auf diesem Weg entstanden. Aber natürlich auch Unzufriedenheit und ewig andauernde Diskussionen - wohl Dinge die zum Bogensport gehören, wie die Spitze zum Pfeil haben dafür gesorgt, dass sich immer wieder kleinere oder größere Splittergruppen gefunden haben, die "Ihr Ding" machen wollten. 

Wenn ich also von einer "neuen freien Klasse" lese, dann tue ich es mit großem Interesse - schon mal zu hören welche Ideen so herumkursieren und um Trends im Vorfeld zu erkennen.

Übrigens - Raketen aller Art (Ausnahme von Feuerwerksraketen) sind aufgrund ihrer Antriebsart, ihres Durchmessers und der im Trefferfall nicht nachzuvollziehbaren Trefferlage denkbar ungeeignet für 3D oder Feld turniere. Nicht zuletzt sind die Gewichte dieser Einmalflugkörper doch jenseits dessen was so ein üblicher Rückenköcher verkraften könnte (den Schützen mal aussen vorgelassen). Der Aufwand für die Veranstalter, nach dem Turnier das Gelände vom Minenräumdienst von Blindgängern zu säubern und letztlich auch die leidigen Diskussionen mit den Anliegern ob der Lärmbelästigung während eines Turniers und die mühsame Regelung von Flurschäden - siehe auch Erfahrungen mit Nato Übungen - sprechen eigentlich gegen die praktische Verwendung von Fest- oder Flüssigstoffbetriebenen ballistischen Flugkörpern.  :whistle:

Kursprophet

Och na ja , so ein Pfeil mit 10m Nylonschnürchen an dem der Zünder für nen Nachbrenner hängt wäre doch mal nen Versuch wert  :green:

intui

...und welchen Gaul? Einen der zur Not alleine den heimischen Stall wiederfindet, oder den mit eingebautem Navi?
Klasse Entwicklungen gibts ja heutzutage. Gut dass auf  Tuniere gehen, nur ein kleiner Teil des Bogenschiessens ausmacht.
Grüsse Intui

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