Roland und der Langbogen : mal klappts, mal nich :-/

Begonnen von r.schwarz, 18.05.07, 17:39

r.schwarz

Hallo geneige Leser !

Ich möchte mich mal zunächst ganz kurz vorstellen, mein Name ist Roland, ich bin im dritten Jahrzehnt angekommen, wohne in Trier, tobe mich grade mit dem Ende des Studium aus ( informatik ... ) und bin vor einem Monat auf die fixe Idee gekommen, ich könnte mit dem Bogenschießen anfangen.
Da habe ich dann auch kurzen Prozess gemacht und mir ein bissl was besorgt und tobe mich seitdem mehr oder weniger regelmäßig im Garten aus und nutze mittelgroße Pappschachteln als Ersatzschweine :-) .
Der Bogen ist ein einfacher Langbogen ( 70 " lang ) , hat irgendwas um die 35 lbs bei 28" Auszug, dazu passende Pfeile, aus Holz ( 11/32 ) und ein paar bearpaw hunter ( strong ) carbonpfeile .

Soo, mein Problem ist kurz gesagt, das Treffen, und zwar mit der richtigen "Technik" .
Zumal ich scheinbar irgendwie mal nach Tagesform mit jeden Schuss das Ziel treffe ( Pappbox ohne irgendwelche Zielringe ) , und an anderen, wie heute, alles hoffnungslos vorbei geht.

Besonders große Entfernungen habe ich noch nicht, im Moment bin ich ihm Rahmen 5-8 Meter, auf die große Wiese nebenan will ich nicht gehen, sonst habe ich entweder demnächst Katzen am Pfeil, oder keine Pfeile mehr, alternativ beides.
Im Garten gibt es da keine großen Probleme, der wird von Vierbeinern gemieden und Pfeile fliegen da auch nich raus.
Daß die Pfeile da nicht rausfliegen, daß liegt an diversen Steinen bzw. Mauerteilen, an denen meine geschundenen Pfeile dann immer landen, und verständlicherweise nach drei Mauertreffern ohne Spitze bleiben oder gesplittert sind.

So, dies gilt es zu minimieren  :green:

Ich habe bei mir diverse Probleme festgestellt, zu denen ich noch keine richtige Lösung gefunden habe ..

- allgemeines Zielproblem : Der Pfeil trifft zwar, beim guten Tag, das Ziel, aber teils recht verstreut. Genaues Zielen funktioniert nicht. Anpeilen via Pfeilspitze bringt nur Treffer im Gras. Mit dem Zeigefinger paralell zum Pfeil gibt mal Treffer im Stein oder unter dem anvisierten Ziel.

- der Pfeil fällt beim Ankern von der Pfeilauflage : Da habe ich zumindest schon sehen können, daß ich beim nach-hinten Ziehen des Armes den Pfeil mit den Fingern leicht anwinkle, so daß er dadurch von der Auflage fällt.
So, nu habe ich mich mal grade ein wenig im engen Flur im Spiegel beobachtet, es sah so aus, als ob der Ellenbogen bzw. der gesamte rechte Arm beim Auszug mit dem Ellenbogen zu weit oben sei und dadurch ein Winkel in der Hand bzw. im Handgelenk erzeugt wird, so daß der Pfeil runterfällt.
Ich habe mal versucht das zu korrigieren, hatte irgendwie wenig Effekt.
Testweise hatte ich dann mal wie mal beim Recurvebogen gesehen die Sehne gegriffen ( 3 Finger unter dem Pfeil ) und zusätzlich mit dem Daumen den Pfeil von oben an der Nocke festgehalten.  Da passierte dann das Herunterfallen nicht mehr, das kann ja aber auch nicht das Wahre sein :-/ .

- Nockpunkt (?) - wo lege ich den Pfeil auf die Sehne ? :  Ich hatte da einen Punkt bei mir ermittelt, Lineal paralell zur Auflagefläche aufgelegt, zur Sehne gelegt, so daß es dort im 90° Winkel auflag, und dann für den mediterranen Griff 2 mm nach oben von diesem Punkt aus.
Das Ergebnis sieht momentan so aus, daß der Punkt offenbar vorne und hinten nicht stimmt, die Carbonpfeile fliegen von dem Punkt aus eine gut sichtbare Parabel nach oben und landen im Grünzeug, die Holzpfeile ebenso ..

Ich würde mich freuen, wenn da jemand den ein oder anderen Tip parat hat.
Gestern bspw. hatte ich eine recht gute Trefferserie, dann wollte ich mal meine Zielgenauigkeit verbessern, habe hier im Forum einige Beiträge gelesen, die z.B. Acki wohl recht gut geholfen haben, aber bei mir bisher nich viel brachten, weil ev. einfach nur falsch angewendet.

Soo, ich hätte da nu mal ne Frage : Gibt es ev. jemanden in der Gegend um Trier, der mal einen Nachmittag Lust und Zeit hätte, sich mit mir irgendwo auf einen freien Platz zu begeben und ein paar Pfeile durch die Landschaft zu scheuchen und sich ev. mal anzuschauen, was ich so falsch mache ?
( Was wahrscheinlich einiges sein wird  :green:, wenn man sich meine kleingeschossenen Pfeile anschaut )

Ich freue mich auf Resonanz von Euch und Danke Euch schonmal dafür :-)

wünsche ein schönes Wochenende !

Grüße !

roland

Negley

Hallo Roland & Willkommen!!

Ich würde z.B. die neue DVD von Didi Vorderegger bzw. seine Bücher empfehlen.

Mit dem Bogenschießen ist es wie mit vielen anderen Sportarten - wer versucht sich das selber, ohne Anleitung beizubringen der studiert sich meist viele Fehler ein die dann schwer wieder wegzukriegen sind...darum:

Das wichtigste ist ein guter Stil, eine gute Technik, nicht immer ist die Trainingshäufigkeit ausschlaggebend sondern einige Pfeile, aber richtig geschossen.

W.Munny

Hi Roland,

erstmal ein herzliches  :welcome:


Am Pfingstwochenende ist ein 3D-Turnier in Ürzig an der Mosel. Ich denke, das ist nicht allzu weit weg von dir. Falls du Zeit Lust und Laune hast: Komm vorbei!

Du kannst jede Menge Bogenschützen und ihr Material sehen, Fragen stellen und Turnierluft schnuppern. Und wenn du genug Zeit mitbringst, können wir sicher in irgendeiner Ecke ein paar Pfeile fliegen lassen. Ich bin auf jeden Fall ab Freitagabend da, mit 2 Mimos und Hund. Zum Thema erkennen: s. Userbild oder per IM
LG und alle ins Blatt!<br />W.Munny

r.schwarz

Hallo !

Soo, nu komme ich auch mal wieder zum Antworten.
Danke für die Tips, DVD ist geordert, mal sehen wann diese ankommt :-) .
Hoffentlich muss Sie nicht erst noch gedreht werden  :evil:

Ob ich es an dem besagten Wochenende schaffen werde, kann ich nicht sagen, aber ich kann es ja mal versuchen, ist ja nicht weit von Trier aus.
Gibt es noch weitere Informationen dazu ? **

Ansonsten habe ich mich gestern in aller Ruhe mal wieder drangemacht und versucht, einiges von dem Gelesenen auf der Webseite vom traditionellen-bogenschiessen anzuwenden, erstmal ein wenig Handhaltung der Zughand korrigieren, damit der Pfeil nich dauernd runterfällt, bissl auf Körperhaltung geachtet , es besserte sich und ich bin zuversichtlich :-)

Grüße !

roland

** nachtrag : habs gefunden :-)

ChristophR

Hallo,

Wenn dein Nockpunkt 2 mm von der 90´ Markierung entfernt ist, dann ist dieser zu niedrig gesetzt, oder ist dein eingenockter Pfeil 2 mm überhöht?

Eine Faustregel die bei mir recht gut funktioniert ist: Den Durchmesser des Pfeils plus eine Überhöhung von 2-6 mm. Das wären dann bei einen 11/32" Pfeil mind. 11 mm von der 90`Marke aus.

Gruss Christoph

r.schwarz

Hallo !

So, ich hab das mal in Bilder gefasst  :green:
mal sehen obs klappt :-)

Hier ein Pfeil auf 90° , frei nach Winkeldreieck, den kaputten Carbonpfeil ** mal ignorieren, der soll so auf den Punkt zeigen, den Du empfiehlst.



Und hier das Ganze mit neuem Nockpunkt


War dies in etwa so gedacht ?

Klar, der Punkt ist nu nicht auf den mm präzise, die Nockpunktbegrenzer muss ich erst noch bestellen, den Punkt trifft man ja frei nach Hand ohne Markierung eh jedes mal anders ..

Grüße !

roland

** robin the hood junior zufalls-ich-wollte-den-pfeil-nicht-kaputt-machen-treffer

Steinmann

Einen Ersatznockpunkt bzw. einen vorübergehenden Nockpunkt kanst Du leicht mit Klebeband ausführen. Schneide einen ca. 3 mm Breiten Streifen ab und wickele ihn an die Stelle an der die Unterkante des Nockpunktes sein soll. Hält viele Schuß aus und hilft ersteinmal. Alternativ geht auch Kabelbinder.
Durch eine Minute Ärger gehen sechzig wertvolle Sekunden Freude im Leben verloren.

Negley

Roland, falls das auf dem Bild dein Bogen ist, kann ich mir vorstellen dass es relativ schwer ist konstant zu schießen, abgesehen von deinen eigenen Fehlern. Diese runden Griffe sind "tricky" - und nicht leicht immer gleich zu halten, das macht viel aus bzgl. Trefferlage...

Jaberwok

Hallo Roland! Herzlich Willkommen!

Wer hat Dir denn den schicken Sir Henry(?) verkauft?  :eek: Damit ist imho Schießen eh reine Glückssache.

Zu Deinem Problem schau mal auf der Mitgliederkarte wer in der Nähe ist und versuche Dich mal z.B. mit Arcus zu treffen. Der kann Dir in einer Stunde mehr zeigen, als wir Dir hier Ellenlang erzählen. Das Angebot von Munny würde ich auf jeden Fall annehmen - aus dem gleichen Grund.

Ansonsten viel Spaß hier

Der Pfad der Aufrechten: Lernen durch Schmerz - Motivation durch Entsetzen.


Bildcher findet man hier: http://picasaweb.google.de/fa.jaberwok

r.schwarz

Hallo !

Danke für den Namen, nu weis ich endlich mal wie das Dingen heisst :-) .
Ich geh mal davon aus, daß der ein 'Sir Henry' ist, sieht jedenfalls dem Sir Henry, den man auf einigen Seiten sieht, recht ähnlich bzw. sieht nahezu identisch aus.

Wo ich den her habe ...
Nich fragen, da hats jemand gut gemeint und ich war mal wieder naiv  :green:
( also, wenn es noch jemand gut meint, er hat ev. noch ne Chance .-) ) .

Mal Spaß beiseite, sollte ich vielleicht ev. für den Anfang auf eine leichter nutzbare Variante zurückgreifen, Leihbogen vom Herrn Bodnik  z.B. ?
Also eine, bei der ich einen festeren Griff habe, so daß nicht durch unterschiedliche Griffhaltung schon 5 Meter Zielabweichung habe ?
Habt ihr da einen Tipp parat ?

Ansonsten schaue ich mal, ob ich das am Wochenende zu dem Turnier schaffe, ist zeitlich momentan alles ein wenig knapp, hab in knapp 3 Wochen eine Prüfung, für die ich eigentlich intensiv lernen sollte, aber man kennt das ja, man lenkt sich gerne mal ab :-)

Ich hatte teilweise auch schon den Eindruck, daß die Pfeile mal sehr nach Laune fliegen, hab das aber auf irgendwelche Flüchtigkeitsfehler von mir geschoben ..


Grüße !

roland

W.Munny

@ Schwarzer,

grundsätzlich kann man natürlich mit jeder Art von Bogen schießen (auch von Anfang an). Es gibt halt Bögen, die es einem Anfänger erleichtern die grundlegende Technik zu erlernen. Empfehlenswert ist da immer ein leichter (20-30 lbs) Take-Down-Recurve, der eine allmähliche Steigerung des Zuggewichts ermöglicht, ohne jedesmal einen neuen Bogen kaufen zu müssen. Hat außerdem den Vorteil, dass der Griff immer gleich bleibt und man sich nicht an einen vollständig neuen Bogen gewöhnen muss. Eine günstige Griffform (stark ausgeformter Pistolengriff) unterstützt die gleichmäßige Handhaltung am Bogen, so dass die Fehlerquelle hier minimiert wird. ...und...und...und

Leihbogen ist o.k.!!! Üblicherweise ist gegen einen kleinen Obulus auch ein Wurfarmtausch während der Leihzeit möglich. Leihbögen gibt es bei sehr vielen Händlern.

Alles weitere dann in Ürzig.
CU
W.Munny



LG und alle ins Blatt!<br />W.Munny

indiaman

Mit dem Bogen lässt sich - im Moment zumindest - sicherlich auch schiessen.
Eine Möglichkeit besteht darin, den Griff ein wenig aufzufüttern, z.B. mit einem Schwammtuch und ein Griffleder drüber, oder eine Wicklung aus Schnur machen ( die kannst Du hinkleben).
Da wird der Griff dicker und Du hast einen optischen Anhaltspunkt, dass Du zumindest den Griff immer auf gleicher Höhe packst.
Wenn Du dann noch darauf achtest, dass Du das Han dgelenk immer gleich hältst, hast Du für´s erste genug zu tun und hast schon mal ein paar Konstanten beieinander, so könnte das Schussbild schon ein wenig gleichmäßiger.

Gruß,
Indie

r.schwarz

Moin !

*frustschieb*

So, für mich und Ürzig sieht es momentan schlecht aus, mein Nobelhobel hat sich entschlossen, Kühlwasser zu verlieren, hab aber die Quelle noch nicht genau gefunden, vermute den Kühler selbst, aber ich fange nachher mal mit Suchen an, wenn er ein wenig abgekühlt ist ...
Ein Indiz für den Kühler sind für mich Kühlwasserreste auf dem Klimakompressor ....

*argh*

I mog net, ich dachte das Mistdingen hält mir noch so 2-3 tsd km durch, bis ich mich an die Revision machen kann ( Kopfdichtung, Kühler, halbe Klimaanlage ... )

Momentan frustrierte Grüße !

roland

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