Haltung

Begonnen von De Harlekijn, 19.04.07, 13:32

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De Harlekijn

Moin, Moin

Da der einzige erfahrene Schütze (Gruß an Zebra!) sagt: "Ich bin kein Trainer, ich sag nix zu Haltung und so.", stelle ich hier mal ein paar Bilder von meiner Schusshaltung ein:

[thumb]295/Anker2.jpg[/thumb] [thumb]295/Anker3.jpg[/thumb]

Vielleicht mag ja jemand was dazu schreiben, damit sich die Fehler nicht allzu tief einprägen?

Natürlich vertehe ich alle der hoffentlich zahlreichen Kommentare als konstruktive Kritik :evil:  und ohne Gewähr :D

Mit Dank im Voraus, Willi-).

Donizetti

Erst mal eine Vorbemerkung:
- Ich bin kein Trainer
- Jeder bevorzugt eine andere Haltung


Das wichtigste man muss sich gut fühlen und alle Muskeln "fallen" lassen können.
Das rechte Bild ist doch sehr gut! kein hoher Ellbogen.
Auf dem linken schießt Du nach unten. Normalerweise sagt man: Ab der Hüfte sollte der Oberkörper eine Linie bilden,
also die Hüfte ein wenig abknicken. Hintergrund: Der Auszug variiert teilweise erheblich. Das wäre wie wenn man
plötzlich einen Zoll weniger zieht. Mit dem Effekt: rauf und runter immer drunter! ;)

Ich würde Dir empfehlen, schau Dir die Bilder an und vergleiche Sie mit Schützen, die wirklich gut schießen, also
konstant mehr als 400 Punkte. Aber von zwei Bildern kann man wenig sagen, insbesondere bemerke ich bei mir:
Auf dem Platz schieße ich komplett anders als auf einem Parcour. Wird wohl der Jagdinstinkt sein ;)

Schau Dir einfach die guten schützen an. Sie haben unterschiedlichste Stile und versuche rauszufinden, wie sich
hinstellen. Meist sind Oberkörper und Bogen jeweils im selben Winkel. Dadurch haben Sie quasi immer
ein einheitliches Ausziehen und einen einheitlichen Ablass.
Ich habe aber auch schon Schützen aus CH gesehen, die stehen wie Besenstiele (scheinbar stock und steif) und treffen traumhaft.

Meiner unbescheidenen Meinung nach: denke an bergauf und bergabschießen immer an: Hüfte einknicken.
Große Fehler sehe ich nicht auf den beiden Bildern.

Der unbedeutende "Nicht-Meister-Schütze"

Martin Dabidabidu

Bin ja jetzt nicht so der Fachmann aber sieht soweit ganz gut aus.

Aber andersrum, wie so fragst du?

Ist dein Trefferbild nicht in Ordnung?

Irgendwo Schmerzen?

Wenn alles ok dann ist deine Haltung auch ok und jeder hat ja seinen eigenen Stil. Bei meinem bin ich noch am suchen und probieren. Lese hier viel u. teste manche Sachen. Versuche mich frei zu machen von irgend wewlchen Vorgaben und versuche in meinen Körper hinein zuhorchen. Macht i.M. viel Spaß an der Technik zu feilen. Allerdings stimmt auch was der Herr Tuchan sagt, nicht zuviel aufeinmal verändern. Mal mit dem Ankerpunkt spielen oder mal ganz auf die Rückenspannung konzentrieren ect.

Gruß Martin

norbert schliebener

Kopf hoch, aufrecht stehen.

Evtl. Zugellbogen mehr nach hinten so das der Unteram parallel zum Bogenarm verläuft.

Evtl. Anker etwas höher legen. Mittelfinger auf Mundwinkelhöhe, Zugfinger unter den Wangenknochen legen.

Sonst recht schick.

Falkenstadl

Hallo Willi,
ich finde es schön, wenn jemand nach der Meinung Anderer fragt, daher möcht ich ich Dir auch gerne antworten. Viel zu oft wird Beratung geboten, die keiner hören will.
Also einen zu hohen Ellbogen kann ich nicht erkennen (siehe Bild)
Ich vermute mal, dass Dein bogen <50 lbs hat, oder?
Mir erscheint Deine Haltung so, dass Du aus der Schulter ziehst und nicht aus dem Rücken. Dafür müsstest Du dann etwas "gerader" bzw. "aufrechter" stehen. Es kommt natürlich auf Deine Zielweise an. Ich als reiner intuitiver Schütze beachte weder Sehen noch Pfeil, daher muss mein Auge nicht direkt hinter den Nock sein. Wie "zielst" Du? Das hat schlieslich eine Auswikung auf Deine Kopfhaltung. Wenn Dir jemand keinen vorort-Rat geben will, locke diesen doch aus der Reserve, indem Du nach dessen Technik und seiner Haltungsabsicht befragst. Dann kannst Du Deine, mit Versuch und Irrtum, zu Deinem Optimum verändern. Gute Freunde geben einem aber bestimmt eine Antwort, wenn man nach konstruktiver Kritik frägt.
Gruß
Falkenstadl

De Harlekijn

Moin Moin


Zitat von: Donizetti am 19.04.07, 16:02

Ich würde Dir empfehlen, schau Dir die Bilder an und vergleiche Sie mit Schützen, die wirklich gut schießen, ...

Auf dem Platz schieße ich komplett anders als auf einem Parcour.

Ab der Hüfte sollte der Oberkörper eine Linie bilden, also die Hüfte ein wenig abknicken.


So bin ich bisher vorgegangen, allerdings finde ich von Jagdbogenschützen "leider" pro Bild einen anderen Stil. Die Bilder, die aus einer Ausbildungsmappe stammen könnten, findet man "komischerweise" nur aus dem Fitabereich. Ich habe zuerst versucht die "Rasenplatzhaltung" aus dem Fitabereich anzunehmen, und bin jetzt dabei, Diese zu verändern um meine persönliche Haltung für Roven und 3-D zu finden,  also für's "Gelände".
Das mit dem Knick in der Hüfte ist mir klar, allein die Umsetzung ist unerwartet schwierig.


Zitat von: Martin Dabidabidu am 19.04.07, 16:11
Aber andersrum, wie so fragst du?


Weil ich mir das Bogenschiessen gerade nach Lektüre, Bildern und eigenen Überlegungen selbst beibringe. Das hat auch schon bei anderen Bewegungsabläufen zufriedenstellend funktioniert, aber beim Bogenschiessen sind entweder die Zusammenhänge komplexer, oder ich werde langsam alt, auf jeden fall funktioniert das Körpergefühl-Feedback hier nicht so gut wie sonst. Da sich der Bewegungsablauf einzuschleifen beginnt, sollte ich grobe :eek: Fehler spätestens jetzt vermeiden, deshalb stelle ich jetzt diese Frage.


Zitat von: norbert schliebener am 19.04.07, 18:06
Kopf hoch, aufrecht stehen.

Evtl. Zugellbogen mehr nach hinten so das der Unteram parallel zum Bogenarm verläuft.

Evtl. Anker etwas höher legen. Mittelfinger auf Mundwinkelhöhe, Zugfinger unter den Wangenknochen legen.

Sonst recht schick.


Aufrecht stehen: siehe unten.
Zugellbogen mehr nach hinten würde, wie auch von Falkenstadl erwähnt, heißen: mehr Zug aus dem Rücken, oder?
Wenn ich den Zugellbogen mehr nach hinten nehme, komme ich doch sowieso bei einem anderen, weiteren Ankerpunkt an, denke ich. Dann könnte ich wieder, wie ganz zu Anfang die Daumenwurzel an den Kieferwinkel klemmen. Werde ich mal testen.
Danke, Trainer :green:


Zitat von: Falkenstadl am 19.04.07, 18:20
Ich vermute mal, dass Dein bogen <50 lbs hat, oder?

Mir erscheint Deine Haltung so, dass Du aus der Schulter ziehst und nicht aus dem Rücken. Dafür müsstest Du dann etwas "gerader" bzw. "aufrechter" stehen.

Wie "zielst" Du? Das hat schlieslich eine Auswikung auf Deine Kopfhaltung.


Ich denke, mit Deiner Vermutung, ich ziehe aus der Schulter, liegst Du richtig. Ich habe auch den Verdacht, kriege es aber nicht hin, die Zugkraft umzuverteilen. Könnte :?: an meiner Anatomie liegen, ich hab 'ne leichte Rückgratverkrümmung. Könnte vielleicht auch am leichten Bogen (24#, ~29# auf den Fingern) liegen? Ich hatte den Eindruck, mit einem 45-Pfünder, den ich mal schiessen durfte, mehr aus dem Rücken zu ziehen, einfach weil es dann auch "lohnte" den Rücken ziehen zu lassen?? Bin eh grade auf der Suche nach stärkeren Wurfarmen, kanns also hoffentlich bald testen.
Wie ziele ich? Gute Frage. Ich würde sagen das Anfangs geübte Gap-Shooting ist gerade dabei, im Unterbewusstsein zu versinken. Deshalb fällts mir auch so schwer an der Haltung zu feilen: Kaum mache ich mir bewusst, wie ich stehe, gehen die Pfeile noch weiter am Ziel vorbei.


BTW: Ich habe durch selbst ausprobieren und viel abschauen auch vor 7-8 Jahren das Paddeln erlernt und bin erstaunt, wie viel schwerer mir dasselbe beim Bogenschiessen fällt. Das Schiessen ist m.E. deshalb schwieriger, weil vieles zugleich passen muss, damit der Pfeil ordentlich fliegt, das Boot hingegen schwimmt erst mal von allein und dann kann mensch sich um den Rest kümmern.
Außerdem ist das Feedback beim Bogen nicht so schön linear, will sagen: Treffe ich, heißt das noch nicht, dass ich technisch vernünftig schiesse und umgekehrt. Beim Kajak war es einfacher: Stimmt die Bewegung macht das Kajak, was es soll, stimmts nicht macht es was anderes, im schlimmsten Fall werde ich nass. :red:

Danke Euch allen, ich werde eure Ratschläge jetzt einfach ausprobieren.
Gruß, Willi-)

longdedl

Hi
paddeln war doch die Sache wo der Bauch und Po dir mitteilten ob es stimmt. Also wenn du Mental gut drauf warst konntest du auch gut fahren? Bogenschießen erinnert mich daran, eine Frage der Haltung von Körper und Psyche.
Longdedl

windling

Zitat von: longdedl am 20.04.07, 14:16
Hi
paddeln war doch die Sache wo der Bauch und Po dir mitteilten ob es stimmt.


oder eben körper weil: NASS!
aber in diesem fall dann auch der bauch und der po.
ansonsten bin ich beim schiessen nicht so spirituell und psychologisch wie andere. ich schiesse einfach und das reicht mir.
grüssle
Come on fire,
light my baby.
- altes pakistanisches Sprichwort -

Karl-Heinz

20.04.07, 19:07 #8 Last Edit: 21.04.07, 10:42 by Karl-Heinz
ZitatBogenschießen erinnert mich daran, eine Frage der Haltung von Körper und Psyche.


Um mal von der Esotherik zum Thema zurückzukommen, den vom laber ist noch keiner besser geworden.
Hier mal 3 Bilder von Markus, ja ich darf die nehmen dafür hat er auch meine Hose auf dem Gewissen. Markus ist sicher nicht der beste Schütze den ich kenne aber ich kenn wenig besere (auf max 35 m). Die Haltung mag bei jedem anders sein,aber wenn man die ersten beiden Bilder (gut gemacht dank Hunbow) übereinander legt ist kaum ein Unterschied in der Haltung zu erkennen. Das ist saubere Haltung auch wenn er ein wenig wie in die Hose gemacht da steht, da stimmt im Schuß wirklich alles.
[pic]214/1.jpg[/pic][pic]214/2.jpg[/pic][pic]214/3.jpg[/pic]

@ Windling
Danke mein Freund für die Aufnahme des Zitates, möge es Dich allzeit begleiten, und merke besser mit Klugen in der Hölle als mit Narren im Forum sorry Paradies.

merdman2

20.04.07, 20:59 #9 Last Edit: 20.04.07, 21:00 by merdman2
Danke für das Lob!

Eigentlich müsste die Zughand bei mir sogar noch etwas zurückgehen beim Lösen, dann damit stellt man sicher, dass man nicht mit sondern etwas gegen die Zugrichtung löst und zwar grade nach hinten nicht zur Seite weg! Am Besten wenn man sich fühlt, als würde man sich die Backe streicheln  :)

Und   g a n z   wichtig: Nachhalten nach dem Lösen!

Markus


De Harlekijn

@alle:Sorry für Off Topic!

@Longdedl
Moin Longdedl

Zitat von: longdedl am 20.04.07, 14:16
...paddeln war doch die Sache wo der Bauch und Po dir mitteilten ob es stimmt. Also wenn du Mental gut drauf warst konntest du auch gut fahren?...


Paddeln ist eine der Tätigkeiten, von denen Alle Welt behauptet, Bauch und Po seien das A und O.
Passionierte Motorradfahrer habe ich sogar schon vom "Popometer"  :bash: reden Hören!

Meine Meinung: Egal was ich tue, nicht nur davon rede, findet unter physikalischen Rahmenbedingungen statt. Diese muss ich kennen und, zumindest grundsätzlich, verstehen, um etwas richtig und effektiv zu tun oder zu erlernen.

Wenn ich die Rahmenbedingungen und die nötigen Techniken, um mit ihnen umzugehen kenne, kann ich etwas richtig tun.
Besonders gut klappt das, wenn ich gut drauf bin, meinetwegen auch "mental", also den Geist oder das Denken betreffend. (Wie auch sonst?)

Ich würde allerdings lieber sagen: (Achtung Binsenweisheit) Wenn ich ausgeruht, gut genährt, entspannt kurz: Ganz bei der Sache bin, klappt das was ich tu, am besten. Egal ob Paddeln, Bogenschiessen oder Kreuzworträtsel lösen. Das kann mensch natürlich auch als "mental gut drauf sein" bezeichnen.

Ich finde, dass das Mentale seine Berechtigung  im Zusammenhang mit Sport nur dort hat, wo ich Situationen, Bewegungsabläufe oder Situationen geistig, also ohne wirkliches Tun durchgehe, um vorwegzunehmen wie sich etwas wohl auswirken könnte, oder um Reaktionen auf Notsituationen, die ich nicht absichtlich herbeiführen will, zu "üben".

My 2 ct, Willi-)

comix

mental hört sich halt einfach professioneller an...  :D

longdedl

21.04.07, 12:56 #12 Last Edit: 21.04.07, 13:02 by longdedl
Hi De Harlekijn

Du schreibst "Ich finde, dass das Mentale seine Berechtigung  im Zusammenhang mit Sport nur dort hat, wo ich Situationen, Bewegungsabläufe oder Situationen geistig, also ohne wirkliches Tun durchgehe, um vorwegzunehmen wie sich etwas wohl auswirken könnte, oder um Reaktionen auf Notsituationen, die ich nicht absichtlich herbeiführen will, zu "üben".

Genau so war es als ich noch Alpin Kanu gefahren bin ( damit ist extremes fahren gemeint): in der Nacht davor, so in der Einschlafphase, alle Bewegungen im Körper simuliert. Das fühlte sich so an als würde ich das Wildwasser schon fahren. Am nächsten Tag war auf dem Wasser alles schon "bekannt".

Beim Bogenschießen versuche ich das auch, d.h. die Bewegungsabläufe vorwegzunehmen, um dann vor dem Ziel stehend "nur noch zu fokusieren" um dann loszulassen.

Stichwort Ankern: Mein Ringfinger berürt die Unterlippe. Nach den Loslassen, schlägt ei9n Finger an die Lippe an. Nach meinem Eindruck bewege ich mich erst wenn ich das plop höre ( bei fehlschüssen könnt ihr mich abholen  ;) )

Anmerkung: Ich versuche hier nur meine Erfahrungen mit Euch auszutauschen, also keine Besserwisserei von mir.

Longdedl

Karl-Heinz

Zitatalso keine Besserwisserei von mir


Schauen wir uns das Wort Besserwissen an. Hier haben wir 2 Wortteile BESSER und WISSEN.

Glaub mir da ist keine Gefahr für Dich.

Gruß

K-H

longdedl

Hi Karl-Heinz
und wo ist Dein Beitrag zum Thema.



Longdedl

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