Was mache ich alles falsch

Begonnen von Harald, 24.03.07, 15:20

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Harald

Ich habe mich jetzt endlich dazu durchgerungen mit meinem selbst gebastelten Bogen (siehe bei Präsentation) mal zu schießen. Habe nämlich, außer aus meinen Kindertagen mit Haselnuss-Stecken, keine Erfahrung.
Zum Schutz der Fingerkuppen habe ich von einem Arbeitshandschuh (Mercedes Qualität) die ersten 3 Finger genommen. Stulpe, Daumen und kl. Finger einfach abgeschnitten. Klappt ganz gut.
Einen Armschutz aus Leder der den ganzen Untrarm bedeckt habe ich auch hergestellt
Leider gibt es davon noch keine Bilder.
Jetzt musste ich beim Schießen erleben daß mir die Sehne immer auf den Ellbogen haut.
Das tut sehr weh.
Ich habe dann den Arm etwas angewinklt. Jetzt passiert es nicht mehr, aber die Haltung wird instabil bei nicht gestrecktem Arm.
Getroffen habe ich aus 10m Entfernung auf einen Sack voller Hobelspäne und Sägemehl zu 50% irgendwo am Sack. Habe allerdings auch keine gleichmäßigen Pfeile.

Harald

Ketzi

Hallo Harald! Erstmal willkommen!
Als erstes mal würde ich mir die passenden Pfeile zulegen.
Dein Ellbogen-Problem ist ganz leicht zu lösen: stell an nen Türstock und greif auf die Kante so, als ob du deinen Bogen greifen würdest, also mit gestrecktem Arm. Dann lehn dich LEICHT gegen den Türstock. Dann versuch mal, bewußt deinen Ellbogen nach außen zu drehen und dabei nicht die Handhaltung zu verändern. Wenn das klappt, versuch das ganze nochmal mit dem Bogen. Hat bei mir prima geklappt.
Gruß
Martin

Pochifiore

Zitat von: Harald am 24.03.07, 15:20
...
Zum Schutz der Fingerkuppen habe ich von einem Arbeitshandschuh (Mercedes Qualität) die ersten 3 Finger genommen. Stulpe, Daumen und kl. Finger einfach abgeschnitten. Klappt ganz gut.
...
Jetzt musste ich beim Schießen erleben daß mir die Sehne immer auf den Ellbogen haut.
...
Ich habe dann den Arm etwas angewinklt. Jetzt passiert es nicht mehr, aber die Haltung wird instabil bei nicht gestrecktem Arm.
...
Habe allerdings auch keine gleichmäßigen Pfeile.


Hallo Harald,

zum ersten Punkt: so ein Handschuh sitzt eventuell zu locker - das Gefühl für den sauberen Ablass (wo die Sehne ohne zu rupfen leicht über die Finger gleitet) könnte hier fehlen.

zum zweiten: Jepp, Sehne auf Ellenbogen kommt häufig vor - begünstigende Faktoren sind: ungenauer Ablass (siehe auch unter erstens ;) ), gute Beweglichkeit in den Gelenken (extremen gut und oft zu sehen bei Kindern oder Frauen) und ein eventuell zu starker Bogen, wofür auch die "instabile Haltung" bei angewinkeltem Arm sprechen würde.
Da sind einfach noch nicht die richtigen Muskeln ausgebildet. Das dauert schon seine Zeit (wenngleich es sehr viel schneller geht, als das Gewöhnen der Sehnen und insbesondere der Gelenke an diese ungewohnte Belastung!)

zum letzten Punkt: wie ungleichmäßig sind denn die Pfeile? bis zu einem gewissen Grad ist das nicht so schlimm - da sind menschliche Fehler viel gravierender. Aber sie sollten schon so in etwa gleich sein.

Wie stark ist der Bogen denn überhaupt?

Gruß,
Pochi

Doc Blues

Der Bogenstand könnte auch ein Faktor sein...

W.Munny

Also nix gegen gut gemeinte Ratschläge...

Aber für einen absoluten Neuling (nicht bös gemeint, sondern voller Respekt für die Offenheit mit der gefragt wurde) wäre es meines Erachtens sinnvoller und zielführender, zumindest 1-2x unter Anleitung eines erfahrenen Schützen die grundlegenden Dinge erklärt zu bekommen und selbst auszuprobieren. Ich würde mich sofort zur Verfügung stellen, der PLZ im Profil nach wäre die Anreise allerdings ein wenig weit ;)

Aber hier wird sich doch bestimmt jemand finden... :hide:

LG und alle ins Blatt!<br />W.Munny

Pochifiore

*schäm* da hast Du recht.

Leider wohne ich auch am eher entgegen gesetzten Teil von Deutschland...
Auf der Usermap kannst Du ja selbst mal gucken, ob jemand von uns in deiner Nähe wohnt - helfen tun die meisten gerne :)

longdedl

hi
robin´s kids sind in Deiner Nähe und haben auch eine www. site.
da wirst du geholfen
longdedl

norbert schliebener

Wenn der Harald aus berlin kommt kann er ab April Mi. 18.00  mal am Columbiadamm beim Training vorbeikomen.

Atheos


Und wenn du keine Möglichkeit hast, zu einem dieser Trainings zu gehen, dann ist Ketzis Tipp Gold wert.

Du musst versuchen deine Bogenarmschulter tief zu halten (fixieren), weil sonst die Schulter hochgezogen wird, wobei sie meist auch weiter nach vor kommt, was wiederum den Ellenbogen näher zur Sehne bringt, und du musst den Ellenbogen nach außen drehen. Dafür brauchst du den "runden Einwärtsdreher" (Musculus pronator teres), ein Muskel, den du bewusst wahrscheinlich noch kaum gebraucht hast ;).

Wie schon gesagt, Ketzis Tipp find' ich super. Ich hab' auch noch mit allem geübt was einem Stock gleichkam, indem ich mit gestrecktem Arm den Stock erst in die Waagerechte drehte, und dann versuchte den Ellenbogen, der jetzt eingedreht war, zu fixieren und den Stock wieder in die Senkrechte zurückbrachte.

Interessante Animation dazu (ein wenig runterscrollen):

http://flexicon.doccheck.com/Musculus_pronator_teres

LG, A.

Das Bogenschießen war so einfach, bevor wir alle anfingen nachzulesen, wie wir es tun sollen.

frei nach Ben Wyld

Harald

Hallo,

erst mal danke für die vielen Ratschläge.  Ich lese ja schon eine Weile mit (in beiden Foren) aber so speziell wurde mir das bis jetzt noch nicht erklärt.
Seit einem Jahr bemühe ich mich mich jetzt, mit letztlich kleinem Erfolg im Bogenbau. Nun ist halt auch noch das Schießen dran.

Den Tip von Ketzi, mit der Zusatzanleitung von Atheos werde ich befolgen.

Wenn ich die Handschuhe oder die Tabs auf den Bildern sehe, dann sitzen die auch nicht gerade stramm.

Meine Peile sind einfache Bambusstöckchen von sehr leichter Bauart. Zwischen 5mm und 8mm dick mit Plastik(federn) und selbt gebastelten Spitzen aus Alurohr und Messing. Mit Epoxi geklebt. Ich hänge mal ein Bild hinten dran. Ist ein Bambusbusch und kein Pfeilbambus. Den habe ich aber zu Hause in Berlin in Nachbars Garten.

Der eine Bogen hat so um 25# und der andere so um 30#. Ich habe beide ausprobiert. Selbst gebaut aus  Rattan. (Siehe Präsentation)

Daß sich meine Muskeln und Sehnen erst eingewöhnen müssen ist mir schon klar, aber ich bin schon 64 und tue halt was gegen das Nichtstun. Rentner sein ist sonst stinklangweilig.
Klar, offen fragen führt am weitesten. Das mit der Anleitung durch einen erfahrenen Schützen werde ich auf jeden Fall machen wenn ich wieder in Berlin bin.
Danke Norbert, aber bei euch sind scheinbar nur die FITA- Super-Profis mit High Tech Geräten. Ich habe da an die Wald und Wiesenschützen gedacht die in der Franklinstraße trainieren.  Habe schon dahin ge-e-mailt.(tolles Wort)

Zu meinem Wohnort das ist so: Ich bin immer von Ende Oktober bis Ende April in Quezon City/Phil. und den Rest des Jahres in Berlin. Ich wohne dann meistens im Garten am Heckerdamm.

Schaun mer mal, wie's weitergeht.

Harald


FloFlo

Zitat von: Atheos am 24.03.07, 23:26
..., und du musst den Ellenbogen nach außen drehen. Dafür brauchst du den "runden Einwärtsdreher" (Musculus pronator teres), ein Muskel, den du bewusst wahrscheinlich noch kaum gebraucht hast ;).


Wenn Fachwissen, dann bitte richtig:

Weder die Supinatoren noch die Pronatoren drehen den Ellenbogen in irgendwiner Form; sie können ihn nur beugen.
Pronatoren und Supinatoren wirken auf das Gelenk zwischen den beiden Unterarmknochen am Gelenk des Unterarms und der Hand.

Dennoch weiß ich was Du meinst:
Wenn man den linken Arm streckt und dann den Daumen möglichst weit nach links, also außen, dreht ohne den Ellenbogen zu bewegen, dann geht man eine Supinationsbewegung ein.
Beim gestreckten Arm ist der Muskel, der dafür zuständig ist der Musculus supinator, das ist genau der Gegenspieler zum Musculus pronator teres und quadratus.

Aber im Endeffekt ist das relativ egal, da wir uns über das Bogenschießen unterhalten. :evil:

Atheos



Hallo FloFlo,

danke für die Ergänzung, Hab' mich da auf's Lehrbuch des Bogensports von  John C. Williams bezogen.

Hab' noch mal nachgelesen, und tatsächlich wird dort der von mir oben genannte Muskel genannt :??:

LG, A.
Das Bogenschießen war so einfach, bevor wir alle anfingen nachzulesen, wie wir es tun sollen.

frei nach Ben Wyld

FloFlo

Ist halt leider trotzdem falsch. ;)

Was soll's der Tipp ist trotzdem super.

norbert schliebener

Nee, der Tib hat auch ne Menge Feldschützen.

wel

Ich weiß nix von Prenatoren und was weiss der Herr wie die Dinger alle medizinisch bezeichnet werden. Aber eines weiß ich genau: Der erste Tipp - mit der Bogenhand und durchgestrecktem Arm den Türrahmen festzuhalten und dann den Ellenbogen nach außen zu drehen - das ist der absolut richtige Tipp ! Versucht es doch mal und Ihr werdet sehen, dass das einige cm zwischen Sehne und Armbeuge ausmacht.
Viele winkeln den Ellenbogen leicht ab. Ich bezweifle nach wie vor, dass dies immer ganz genau gleich funktioniert und behaupte, dass bei gleichem Ankerpunkt dabei der Auszug nie exakt gleich ist.
Vielleicht sollte ich auch noch erwähnen, dass das Lösen selber nicht unerheblich ist, um sich nicht ein Bower's tattoo einzuhandeln: Beim und nach dem Lösen möglichst mit der Hand Kontakt zum Gesicht halten und nicht rechts seitlich weg zu lösen (bei Rechtshändern) - also die Sehne seitlich wegzuzupfen.
Die Standhöhe der Sehne sollte natürlich auch nicht zu gering sein.
Und noch etwas wichtiges: Nicht mehrere Parameter gleichzeitig zu ändern versuchen. Immer schön eines nach dem anderen.
Viel Erfolg. (ich habe auch erst im "hohen Alter" von 52 mit dem bogenschiessen begonnen. Meine Erfolge sind zwar unterdurchschnittlich - aber es macht saumäßig Spass !!!)

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