Verständnisfrage Rückspannung

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shocki:
Ich habe die Rückspannung bisher so verstanden

1) Auszug bis zum Ankerpunkt (bei mir sind das ca. 28" Auszug)
2) Dann in Rückenspannung gehen (dann sind es ca. 29"). Irgendwie mit dem Gedanken "je mehr Auszug desto besser"
3) Zielen (oder wie auch immer ihr es nennen wollt)
4) Lösen

Allerdings fühle sich das eigentlich immer komisch an. Mit den 29" stand ich sehr unter "Anspannung".

Habe es heute mal anders versucht

1) Auszug bis zum Ankerpunkt (28")
2) Zielen
3) In die Rückspannung gehen  und gleichzeitig die Finger entspannen. Dadurch automatisch lösen.
4) Auf einmal hat es auch funktioniert, dass die Hand beim Lösen zurück geht

Ich schieße dadurch natürlich mit 1" Auszug und knapp 2-3 Pfund weniger. Allerdings war das Trefferbild um Welten besser und das trotz der geringeren Pfeilgeschwindigkeit. Allerdings könnte ich durch den geringeren Auszug jetzt ein paar Pfund mehr draufpacken, was auch das ausgleichen würde.

Also habe ich den Sinn der Rückspannung die ganze Zeit falsch verstanden? Oder gibt es da verschiedene Sichtweisen?

Ich habe dazu auch Folgendes gefunden.

Zitat

Wenn nun die Halteposition erreicht worden ist, muss der Fokus des Bogenschützen darauf ausgerichtet werden, den Scapulae-Muskel zu bewegen. Die Zugschulter wird dabei minimal nach unten gezogen. Dies ist ein grundsätzlicher interner Bewegungsablauf, der auf der Sehne keine Bewegung auslöst.

Das war bei mir auf keinen Fall so. Die Sehne hat sich bewegt und mehr Auszug wurde aufgebaut. Vielleicht müsste man mal definieren wo genau dieser Scapulae Muskel sitzt. Das müsste eigentlich das Schulterblatt sein.

Der gute Mann hier zieht die Sehne auch weiter
http://www.youtube.com/watch?v=XR5QM4GGOPk

Hier ein sehr interessanter Link der sich nebenbei noch mit Targetpanik beschäftigt und überhaupt erklärt, wozu die Rückenspannung gut ist. Zwar für Compound aber für Recurve kann man es so übernehmen. Sehr interessant finde ich den Vergleich mit dem Abzug eines Gewehrs. Auf den Abzug wird immer ein wenig mehr Druck aufgebaut. Der Schuß löst sich dann überraschend. Und das ist genau richtig. Hätte gar nicht gedacht, dass man die Rückenspannung mit Release beim Compound überhaupt einsetzt.
http://www.bogensport-zentrum.de/Spannung.pdf

So ähnlich habe ich es heute gemacht und das sieht meiner Meinung nach gut aus.
http://www.youtube.com/watch?v=h7N3gJePX4I

Wenn man diese Muskeln ein mal spüren will, kann man sich mit dem Rücken gegen die Wand stellen und versuchen mit den Schulterblättern die Wand wegzudrücken. Das sollten die richtigen Muskeln sein.

Naja. Jetzt habe ich mir eine Menge schon selber beantwortet und den Thread einige male editiert ;) Vielleicht ist das ja für den ein oder anderen sinnvoll. Wenn ich etwas falsch verstanden haben sollte, bin ich für jeden Hinweise dankbar.

Eberesche:
Hallo,
Nur kurz zum Begriff: Scapula ist lateinisch für Schulterblatt, also den Knochen. Es gibt eine Menge Muskeln die irgendwo am Schulterblatt ansetzen, aber die haben alle ihre eigenen, genauen Namen.
Was also mit "Scapula-Muskel" gemeint ist, würde mich auch interessieren.
Was du als deinen Versuch von heute beschreibst, kommt dem nahe wie ich es mache. Ich würde aber fast behaupten, dass die Pfeilgeschwindigkeit unter dem geringfügig kürzeren Auszug nicht so stark leidet wie unter einem schlechten Ablass bei einer verkrampften Haltung. Wenn es sich "nicht komisch" anfühlt und außerdem zu Treffern führt, ist das ein gutes Zeichen, finde ich.

Anna

shocki:
Zitat

Was du als deinen Versuch von heute beschreibst, kommt dem nahe wie ich es mache. Ich würde aber fast behaupten, dass die Pfeilgeschwindigkeit unter dem geringfügig kürzeren Auszug nicht so stark leidet wie unter einem schlechten Ablass bei einer verkrampften Haltung. Wenn es sich "nicht komisch" anfühlt und außerdem zu Treffern führt, ist das ein gutes Zeichen, finde ich.

Genau so kam es mir vor. Dachte sogar dass der Pfeil durch den sauberen Ablass nun schneller wäre.

tj:
Deine erste Reihenfolge war falsch.
Die zweite richtig, was Du ja auch gleich am Erfolg gemerkt hast.  :tu:
Die Bewegung der Sehne/des Pfeils während des "Endauszuges" durch Rückenspannung ist idealerweise minimal, kaum sichtbar im 2-3  Milimeter Bereich.
Imho.
lg
tj

shocki:
Zitat

Die zweite richtig, was Du ja auch gleich am Erfolg gemerkt hast.  Thumb up

Ich glaube die heutige Feststellung hat mich um Lichtjahre weitergebracht und macht das Schießen gleichzeitig wesentlich entspannter. Und außerdem wirkt es der Targetpanik entgegen, die ich ein wenig aufgebaut hatte. Nämlich automatisch Lösen wenn ein bestimmter Punkt (Gold) anvisiert wird. Mit der Rückenspannung wirkt man dem schon sehr entgegen, wenn man die Rückenspannung als Abzug sieht, und das Lösen dann "unvorsehbar" geschieht. D.h. man baut die Spannung auf und "irgendwann" löst sich der Fall. Das hat mir schon jemand erklärt. Ich hatte es aber wohl nicht richtig verstanden.

Schon komisch. Obwohl ich es oft angeschaut und gelesen habe, habe ich es immer falsch verstanden. Es doch ziemlich schwer zu sehen, wie es wirklich funktioniert. Habe es rausgefunden, als ich einfach aus 2 m auf die Scheibe geschossen habe um den Ablass zu verbessern ohne treffen zu wollen. Da machte es plötzlich "klick" und alles war klar.

Finde diese Video noch ganz interessant.
Er rotiert hier die Schulter um in die Rückenspannung zu kommen.
http://www.youtube.com/watch?v=6c8_-96h6BY&context=C4e780b1ADvjVQa1PpcFMWULnAr8CYPUDhKHnvX_uLcJwcQAfa6is=

Fühlt sich für mich nicht schlecht an.

Bin jetzt übrigens darauf gekommen, warum ich es vorher flasch gemacht habe. In dem Buch von Vorderegger steht
"Ziehen und dabei die Hand am Ankerpunkt lassen...Mit Rückenspannung zieht man also unter Umständen weiter als ohne"

Und hier zu noch das Bild
http://www.bogensportverlag.com/bogensport-2/schusstechnik/rueckenspannung/index.php

Das ist mit meiner Meinung nach so nicht korrekt. Sowohl textlich als auch vom Bild her. Sieht eher aus wie ein Zurücknehmen der Schulter und nicht wie die Rückenspannung.

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